Berlin, 20.10.2025
Erinnerung braucht Orte – und neue Formen der Begegnung. Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2026 macht die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) Kinos bundesweit zu Orten der Erinnerung und des Dialogs. Unter dem Motto „Wann erheben wir unsere Stimme?" lädt der Augen auf-Kinotag in sechs Städten dazu ein, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und zu fragen: Was bedeutet sie für uns heute? Im Zentrum steht der vielfach ausgezeichnete Kinderfilm Das geheime Stockwerk – Preisträger des Deutschen Kinderfilmpreises „Goldener Spatz“. Mit seiner sensiblen Auseinandersetzung mit der NS-Zeit, verpackt in eine Zeitreisegeschichte, spricht der Film gezielt ein junges Publikum an – und ist zugleich für Erwachsene ein eindrucksvolles Kinoerlebnis.
Das Kino als Ort der Erinnerung
Nach der erfolgreichen Premiere 2025 mit 2.000 Besucher:innen weitet die Stiftung EVZ den Augen auf-Kinotag 2026 bundesweit aus. Das Kino nutzt sie dabei bewusst als Begegnungsort für die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus und ihrer Bedeutung für die Gegenwart. Filme wecken Emotionen, und in den anschließenden Gesprächen mit Filmschaffenden, Expert:innen und Menschen mit Geschichten wird Gemeinschaft gestiftet und Dialog ermöglicht. So wird Erinnerungskultur zugänglich und nahbar.
Dr. Andrea Despot, Vorstandsvorsitzende der Stiftung EVZ: „Filme haben gesellschaftliche Kraft. Als niedrigschwelliges Angebot bieten sie einen emotionalen Zugang zu komplexen Zusammenhängen und Themenwelten. Kinofilme laden ein, sich interessiert vertiefend mit der NS-Geschichte auseinanderzusetzen – denn Filme berühren jede:n."
Das geheime Stockwerk: Premierenfilm läuft parallel in sechs Städten
Der Augen auf-Kinotag wird zu einem einzigartigen Gemeinschaftserlebnis: Besonders hervorzuheben ist das große Engagement des Teams hinter Das geheime Stockwerk. Regisseur Norbert Lechner, Produzent André Fetzer, die Drehbuchautorinnen Katrin Milhahn und Antonia Rothe-Liermann, Kamerafrau Daniela Knapp sowie die Darsteller:innen Silas John, Annika Benzin, Tobias Resch, Andre Jung und Maximilian Simonischek begleiten den Film zum Augen auf-Kinotag und gehen aktiv ins Gespräch mit dem Publikum. Das geheime Stockwerk wird dabei zeitgleich in Berlin, Dresden, Erfurt, Frankfurt am Main, Rostock und Stuttgart gezeigt – und macht Kino zu einem Raum, in dem sich Geschichte, Gegenwart und gesellschaftliches Handeln über Generationen hinweg unmittelbar begegnen und ein gemeinsamer Erinnerungsraum entsteht. Das geheime Stockwerk ist ab 12. März 2026 bundesweit im Kino zu sehen.
Schulkino: Filmische Vermittlung im Fokus – Anmeldung ab 20. Oktober
An den Vormittagen vom 27. und 28. Januar sind Schulklassen eingeladen, ein von Filmexpert:innen und Fachjury kuratiertes Schulkinoprogramm zu erleben. Die Filme eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf Geschichte, Erinnerung und Aufarbeitung.
Filmgespräche begleiten jede Vorführung, die das Gesehene vertiefen und unterschiedliche Perspektiven miteinander ins Gespräch bringen. Dass Vertreter:innen aller ausgewählten Filme an den Schulvorführungen teilnehmen, zeigt eindrücklich, wie wichtig der persönliche Austausch über Geschichte und Erinnerung ist. Darüber hinaus stehen Lehrkräften unterstützende Begleitmaterialien zur Vorbereitung zur Verfügung. Fortbildungen für Lehrkräfte bieten zusätzlich praxisnahe Impulse für den Unterricht und die Erinnerungsarbeit.
Alle beteiligten Filmschaffenden im Überblick:
Anmeldungen für das Schulkino am 27. und 28. Januar und die Fortbildungen nehmen die SchulKinoWochen auf Ihren Websites für die jeweilige Stadt entgegen.
Alle Informationen zum Augen auf-Kinotag
Alle Informationen zum Schulkino
Erinnerung schützt die Demokratie vor dem Vergessen & Verharmlosen
Der Augen auf-Kinotag sieht Filme nicht nur als Unterhaltung, sondern als Impulse für die Auseinandersetzung mit unserer Gegenwart. Die Überlebenden von Holocaust und NS-Unrecht sind nicht mehr viele, Zeitzeugnisse gehen unwiederbringlich verloren – während zugleich die Gedenkanstoß MEMO-Studie 2025 der Stiftung EVZ zeigt, dass eine Mehrheit der befragten Deutschen erstmals für einen „Schlussstrich" plädiert. Erinnerung mit dem Jetzt zu verbinden ist damit dringlicher denn je.
Filmauswahl Schulkino 2026
Als Hitler das rosa Kaninchen stahl
Caroline Link | DE | 2019 | 119 Min.
Empfohlen ab Klasse: 6
Das geheime Stockwerk
Norbert Lechner | DE, AT, LUX | 2025 | 95 Min.
Empfohlen ab Klasse: 5
Das kostbarste aller Güter
Michel Hazanavicius | FR | 2024 | 81 Min.
Empfohlen ab Klasse: 9
Das Tagebuch der Anne Frank
Hans Steinbichler | DE | 2016 | 128 Min.
Empfohlen ab Klasse: 7
Delegation
Asaf Saban | PL, DE, ISR | 2023 | 101 Min.
Empfohlen ab Klasse: 8
Der Staat gegen Fritz Bauer
Lars Kraume | DE | 2015 | 105 Min.
Empfohlen ab Klasse: 9
Die Fotografin
Ellen Kuras | GB, USA | 2023 | 116 Min.
Empfohlen ab Klasse: 9
Django – ein Leben für die Musik
Etienne Comar | FR | 2017 | 117 Min.
Empfohlen ab Klasse: 9
Ein Sack voll Murmeln
Christian Duguay | FR, CA, CZ | 2017 | 112 Min.
Empfohlen ab Klasse: 7
Im Labyrinth des Schweigens
Giulio Ricciarelli | DE | 2014 | 123 Min.
Empfohlen ab Klasse: 9
In Liebe, Eure Hilde
Andreas Dresen | DE | 2024 | 125 Min.
Empfohlen ab Klasse: 9
Kurzfilmrolle:
Wesley schwimmt
Adrian Oeser | DE | 2024 | 31 Min.
Menschen können zweimal sterben
Hamze Bytyçi | DE | 2022 | 6 Min.
Empfohlen ab Klasse: 8
Nebel im August
Kai Wessel | DE, AT | 2016 | 126 Min.
Empfohlen ab Klasse: 10
A Real Pain
Jesse Eisenberg | US, PL | 2024 | 90 Min.
Empfohlen ab Klasse: 9
The Zone of Interest
Jonathan Glazer | GB, USA, PL | 2023 | 105 Min.
Empfohlen ab Klasse: 11
Transit
Christian Petzold | DE, FR | 2018 | 101 Min.
Empfohlen ab Klasse: 10
Treasure – Familie ist ein fremdes Land
Julia von Heinz | DE, FR | 2024 | 110 Min.
Empfohlen ab Klasse: 10
Zirkuskind
Julia Lemke & Anna Koch | DE | 2025 | 86 Min.
Empfohlen ab Klasse: 3
Pressekontakt und Fakten auf einen Blick
Vertreter:innen der Stiftung EVZ, Filmexpert:innen der Fachjury und Filmschaffende stehen ab sofort für Interviews bereit. Gerne vermitteln wir auch Hintergrundgespräche zu zentralen Fragen des Projekts.
Veranstaltungsdetails
Über den Augen auf-Kinotag
Der Augen auf-Kinotag ist eine Initiative der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ). Konzipiert und umgesetzt wird der Kinotag gemeinsam mit der Agentur Jetzt & Morgen. Filmpädagogisch begleitet von VISION KINO – Netzwerk für Film und Medienkompetenz, in Kooperation mit den SchulKinoWochen.
Stiftung EVZ:
Jana Bültge
Stiftung EVZ | Online-Redakteurin
E-Mail: bueltge@stiftung-evz.de
Telefon: +49 (0)30 25 92 97-44
Katrin Kowark
Stiftung EVZ | Leiterin Kommunikation
E-Mail: kowark@stiftung-evz.de
Telefon: +49 (0)30 25 92 97-24 | Mobil: +49 (0) 151 500 470 64
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