Am 13. Juni 2001 begann die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) mit den ersten Auszahlungen an ehemalige NS-Zwangsarbeiter:innen. Das Datum markiert einen späten, aber historischen Schritt der Anerkennung gegenüber Millionen Menschen, die während des Nationalsozialismus Zwangsarbeit leisten mussten. Heute leben schätzungsweise noch bis zu 200.000 jüdische Überlebende des NS-Unrechts weltweit; für die Zahl der vielen anderen Opfergruppen, darunter Sinti:ze und Rom:nja und ehemalige Zwangsarbeiter:innen, gibt es nur Schätzungen. Was fortbesteht: Der Auftrag der Stiftung EVZ, sie zu unterstützen, ihre Geschichte und ihr Vermächtnis für kommende Generationen zu bewahren. KEINE ZEIT ZU VERGESSEN ist jetzt! 

13. Juni 2001: Ein historischer Schritt für Überlebende

Die Zwangsarbeit gehörte zu den größten Verbrechen des NS-Regimes: Rund 26 Millionen Menschen wurden während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland und den besetzten Gebieten Europas verschleppt, zur Arbeit gezwungen und ermordet. 

Nach Kriegsende folgten Jahrzehnte des Schweigens und des politischen Zögerns bei der Aufarbeitung dieses immensen Unrechts. Im Jahr 2000 übernahmen Staat und Wirtschaft unter zunehmendem nationalen und internationalen Druck und angesichts anhaltender Forderungen von Überlebenden moralische Verantwortung. Bundesrat und Bundestag beschlossen qua Gesetz die Gründung der Stiftung EVZ. Am 13. Juni 2001 begannen die ersten Auszahlungen an ehemalige NS-Zwangsarbeiter:innen durch die Partnerorganisation zunächst in Tschechien. Bis 2007 hat die Stiftung EVZ Auszahlungen an mehr als 1,66 Millionen ehemalige Zwangsarbeiter:innen und Rechtsnachfolger in fast 100 Ländern mit insgesamt 4,4 Milliarden Euro geleistet. Für viele bedeutete dies erstmals die offizielle Anerkennung des erlittenen Unrechts durch Deutschland.

Das Vermächtnis der Überlebenden – Auftrag für die Zukunft 

Die aktuelle Gedenkanstoß-MEMO-Studie zeigt erhebliche Wissenslücken über die Opfergruppen des Nationalsozialismus und die Aufarbeitung ihrer Verfolgung. Während das Wissen über die Geschichte des NS-Verbrechen abnimmt, nehmen Antisemitismus, Rassismus, Antiziganismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zu. Wo demokratische Werte unter Druck geraten, wächst die Verantwortung, die Geschichten der Überlebenden für kommende Generationen zu bewahren.

Mit ca. 40 Prozent ihres aktuellen Fördervolumens fördert die Stiftung EVZ Organisationen, die die Teilhabe der Überlebenden des NS-Unrechts sichern und ihnen ein Leben in Würde ermöglichen – durch häusliche Pflege, medizinische Unterstützung, psychosoziale Angebote, Begegnungsprogramme und Maßnahmen gegen soziale Isolation. Im Förderprogramm zum Jubiläum KEINE ZEIT ZU VERGESSEN unterstützt die Stiftung EVZ mit über einer Million Euro Überlebende aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion in Deutschland.

25 Jahre für eine tätige Erinnerungskultur

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Schirmherr des 25. Jubiläumsjahres der Stiftung EVZ, betonte in seiner Ansprache am 2. Dezember 2025 im Jüdischen Museum, dass die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus heute demokratisches Handeln begründet: „So zu fragen und zu forschen steht ganz im Sinne der Bewusstseinsschärfung, des rechtzeitigen Widerstands gegen Unrecht, Diskriminierung, Ausgrenzung oder Verfolgung.“

Seit ihrer Gründung hat die Stiftung EVZ mit einem Gesamtfördervolumen von über 313 Millionen Euro und gemeinsam mit über 2.500 Partnerorganisationen mehr als 6.000 Projekte gefördert. Dr. Andrea Despot, Vorstandsvorsitzende der Stiftung EVZ, erinnert an den Auftrag über das historische Jubiläumsjahr hinaus: „Die Geschichten der Überlebenden verpflichten uns heute und in der Zukunft zu demokratischem Engagement. Unsere Verantwortung kennt keine Frist! Erinnerung ist gelebte Demokratie. Sie trägt dazu bei, entschlossen gegen Ausgrenzung und Hass anzutreten.“

Mit dem Anspruch KEINE ZEIT ZU VERGESSEN hat die Stiftung EVZ zwischen dem 2. August 2025 und dem 13. Juni 2026 ein vielseitiges Jubiläumsprogramm mit Veranstaltungen und digitalen Formaten veranstaltet: Der Podcast „Wert & Würde” beleuchtet in vier Folgen den Kontext und Ablauf der Entschädigungszahlungen für Zwangsarbeiter:innen, die politischen Debatten zur Gründung der Stiftung EVZ sowie persönliche Erfahrungen der Betroffenen. Im Winter 2026 folgt eine fünfte Live-Episode. Der Fotowettbewerb #notimetoforget hat Einzelpersonen und internationalen Projekten die Chance eröffnet, kreative, fotografische Zugänge zu aktuellen Herausforderungen von Erinnerung, Gegenwart und Zukunft. 

Weitere Informationen zum Jubiläumsjahr und zu den Formaten der Stiftung EVZ finden Sie auf der Jubiläumswebseite sowie in den Social-Media-Kanälen der Stiftung EVZ.

Weiterführende Informationen


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Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ)
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