© Kreisarchiv Emsland
Das Projekt macht den Bahnhof Meppen als Ort von Deportationen, Zwangsarbeit und Verdrängung sichtbar und verbindet historische Recherche mit digitaler Vermittlung für eine inklusive Erinnerungskultur.
Wir erforschen die Rolle des Bahnhofs Meppen in der NS-Zeit: als Deportationsstelle für Juden, Sinti und Roma, als Ankunftsort von Zwangsarbeitern, Häftlingen und Kriegsgefangenen sowie als Umstiegsbahnhof zu privaten Bahnen. Unser Projekt macht diese Spuren sichtbar: durch biografisches Storytelling, interaktive Karten, Ausstellungen, Installationen und Workshops. Fotos und Quellen aus Archiven sowie Beiträge von Geschichtswerkstätten und Initiativen fließen in digitale und analoge Bildungsmaterialien ein. Studentische Hilfskräfte und Historiker vertiefen die Forschung zur Reichsbahn und lokalen Bahngesellschaften. Formate wie Führungen, Kreativ-Workshops, Vorträge und Diskussionen binden die Öffentlichkeit ein. Ziel ist es, politische Bildung niedrigschwellig zu vermitteln, lokale Geschichte zugänglich zu machen und die Nachgeschichte sowie den Umgang mit Erinnerungsorten kritisch zu beleuchten als auch die Reflexion anzustoßen.
Mehr Informationen auf der Projektwebsite:
Eine zentrale Rolle bei der Suche nach Spuren der Menschen, die über den Meppener Bahnhof deportiert wurden, spielen die 15 sog. Emsland-Lager, die die Nationalsozialisten und ihre Handlanger im Emsland und in der Grafschaft Bentheim einrichteten. Mehr als 250.000 Menschen wurden in den Lagern gefangen gehalten, darunter zahlreiche "politische Gefangene", die den Nationalsozialisten bei der Durchsetzung ihrer Herrschaft im Wege waren. Annähernd 20.000 Menschen fanden zwischen 1933 und 1945 den Tod.
Erfahren Sie mehr darüber in unserer Rubrik "Recherche".
Das Projekt „Spuren der Nachbarn sichtbar machen“ wird in der Hauptsache von der VHS Meppen durchgeführt - finanziert und gefördert durch den BKM und die Stiftung EVZ. Darüber hinaus sind an der Mitwirkung aber weitere Institutionen beteiligt, die wir hier vorstellen.
Unser Kooperationsverbund bietet dabei vielfältige Möglichkeiten zur Recherche.
Das Kreisarchiv Emsland sammelt Dokumente, Fotos und Medien zur Geschichte des Landkreises ab 1945 und enthält auch Kopien der Synagogenbücher der jüdischen Gemeinden.
Das Archiv der Gedenkstätte Esterwegen bewahrt Schriftgut und Sammlungen zu den 15 Konzentrations- und Strafgefangenenlagern im Emsland.
Der Stolperstein-Initiativkreis Meppen bringt biographische Geschichten deportierter jüdischer Bürger ein.
Das Stadtmuseum Meppen stellt Quellen zur Lokalgeschichte zur Verfügung und unterstützt themenbezogene Forschung.
Die Volkshochschule ist eine gemeinnützige GmbH mit 480 festen Mitarbeitenden & rund 450 Honorarlehrkräften. Sie betreut über 100.000 Einwohner & bietet jährlich ca. 70.000 Unterrichtsstunden für mehr als 15.000 Teilnehmende an. Seit ihrer Gründung 1988 hat sich die VHS zu einem der größten Weiterbildungszentren mit 6 Standorten im Altkreis Meppen entwickelt. Das Bildungsangebot richtet sich an alle Menschen & Altersgruppen für gesellschaftliche, kulturelle & berufliche Teilhabe. Die VHS ist nicht nur ein Lernort, sondern auch ein sozialer & kultureller Treffpunkt. Mit Kursen in Voll- & Teilzeit, Seminaren, Workshops in Präsenz, online oder hybrid unterstützt sie das lebenslange Lernen. Wir setzen (trans)nationale Projekte zu Häftlingen & Kriegsgefangenen in den Emslandlagern, zur Antisemitismusprävention & Demokratiebildung für sozial schwache & benachteiligte Teilnehmende mit/ohne Fluchthintergrund um.


