Sinti-Allianz Deutschland NRW e. V.

Deutz Tief – Gleis ins Vergessen‘ erinnert an die von Köln deportierten Sinti, Roma, Jenischen und Juden und macht Deutz zum Mahnmal für Erinnerung, Würde und Sichtbarkeit.
Sinti-Allianz Deutschland NRW e. V.
Projektträger

Deutz-Tief – Gleis ins Vergessen

„Deutz-Tief – Gleis ins Vergessen“ ist ein erinnerungskulturelles Projekt, das die weitgehend unbekannte Geschichte der Verfolgung und Deportation von Sinti und Roma, Jenischen und weiteren marginalisierten Gruppen am Kölner Deutzer Bahnhof sichtbar macht. Der Ort, heute ein alltäglicher Verkehrsknotenpunkt, war 1940 Schauplatz einer der frühesten Deportationen aus dem Rheinland. Viele der damals Verschleppten kehrten nie zurück, ihre Namen und Geschichten blieben lange unsichtbar – mit Folgen für ihre Familien bis in die Gegenwart.

PODCAST Deutz-Tief: Gleis ins Vergessen

Die Biografien

Deutz-Tief – Gleis ins Vergessen erzählt die Geschichte der Verfolgung und Deportation von Sinti, Roma und Jenischen im Nationalsozialismus – aus der Perspektive der Betroffenen und mit wissenschaftlicher Einordnung. Historiker, Expert und Nachkommen sprechen über Erinnerung, Antiziganismus, transgenerationale Traumata und die Bedeutung von Kultur, Identität und Menschenrechten.

Biografien

  • Ajka Sejdić

    Ajka Sejdić war eine junge Romni aus Vlasenica im heutigen Bosnien-Herzegowina. Ihre Familie lebte nicht auf der Reise, sondern auf einem weitläufigen eigenen Gut. Es gab eine Mühle, Wirtschaftsgebäude, Wälder und einen Fluss, der das Anwesen durchquerte. Über viele Jahre war das Gut ein wirtschaftlicher und sozialer Mittelpunkt der Region. Mensche

  • Gustav Wegerhoff

    Gustav Wegerhoff wurde 1928 in einem Wohnwagen als Sohn einer deutschen Reisenden-Familie geboren. Seine Familie lebte seit Generationen auf Reise und verdiente ihren Lebensunterhalt mit Hausieren, Korbflechten und Musik – sie bestand aus Sinti, Jenischen, Manischen und „Bauern“, die sich den Reisenden anschlossen.

  • Ilga Grünholz und die Rose-Kinder

    Ilga Grünholz wurde 1939 in Köln geboren. Sie stammte aus einer Sinti-Familie. Kurz nach ihrer Geburt wurde sie von ihrer Familie getrennt und in Heime gebracht, darunter das Heim „Nazareth“ und später das Kinderheim Köln-Sülz.

  • Maria Wernicke und Jan Peter

    Maria Wernicke, geborene Böttcher, wurde am 17. Oktober 1912 in Friedland (Mecklenburg) geboren. Mitte der 1930er Jahre lernte sie Josef Wernicke kennen. Gemeinsam bauten sie sich in Köln ein Leben auf. 1938 wurde ihre Tochter Christel geboren. Die Familie lebte von ihrer selbstständigen Arbeit und plante ihre gemeinsame Zukunft.

  • Philipp Reinhardt

    Philipp Reinhardt wurde 1928 geboren und wuchs in einer Kölner Sinti-Familie auf. Seine Familie lebte seit Generationen in Deutschland und verdiente ihren Lebensunterhalt als Händler, Handwerker und Musiker – alle arbeiteten mit: Männer, Frauen und Kinder.

Biografien (Kopie 1)

  • Therese Weiß und Oskar Weiß

    Therese Weiß, geborene Winter, wurde in Schorndorf bei Stuttgart geboren. Ihre Mutter Maria stammte aus der Sinti-Familie „von Krems“, deren Angehörige ursprünglich aus Bayern kamen. Der väterliche Teil der Familie lebte seit Generationen in Köln.

  • Katharina P. und Katharina B.

    Mutter und Tochter lebten vom Wanderhandel sowie vom Verkauf und der Reparatur von Korb- und Flechtwaren – so wie sie es in ihrer Familie gelernt hatten. Sie versorgten vor allem Menschen außerhalb der Städte mit Waren und Dienstleistungen, die dort nur schwer erhältlich waren.

Deutz Tief - Gleis ins Vergessen

Die Ausstellung: 

Die Ausstellung: Deutz Tief - Gleis ins Vergessen

Die Ausstellung: Deutz Tief - Gleis ins Vergessen

Wer sind wir?

Die 2000 gegründete Sinti Allianz Deutschland e.V. ist ein Zusammenschluss deutscher Sinti. Sie versteht sich als Interessenvertretung deutscher Sinti, die sich ihrer traditionellen Lebensweise mit ihren historisch gewachsenen Geboten und Verboten – kulturellen und sozialen Tabus – besonders verpflichtet fühlen und diese Ordnung erhalten wollen.

Seit 2018 hat sie ihren Sitz in Bergisch Gladbach. Die meisten der von der Sinti Allianz vertretenen Sinti verstehen sich nicht nur als Angehörige einer Minderheit, sondern zugleich auch als Sinti-Volksgruppe, die ein Teil der deutschen Gesamtgesellschaft ist und die neben ihrer deutschen Sprache und Kultur die der Sinti lebt und pflegt.

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