Förderprogramm

Begegnungen mit Zeitzeugen

Förderprogramm für Begegnungen mit ehemaligen Zwangsarbeiter*innen und anderen Opfern des Nationalsozialismus.

Erzählungen von Zeitzeug*innen machen Geschichte lebendig. Die persönlichen Begegnungen ermöglichen jungen Menschen, sich mit den Lebensgeschichten von NS-Überlebenden auseinanderzusetzen. Dadurch werden die Erinnerungen der Opfer an nachfolgende Generationen weitergegeben und bewahrt.

Die Stiftung unterstützt seit 2002 Einladungen ehemaliger Zwangsarbeiter*innen sowie anderer Opfer des Nationalsozialismus nach Deutschland. Besonders junge Menschen werden so ermutigt, sich mit den Lebensgeschichten der Zeitzeug*innen auseinanderzusetzen. Zudem werden begleitende Projektarbeiten dieser Jugendlichen, zum Beispiel Theaterprojekte und Ausstellungen finanziell unterstützt. In Einzelfällen fördern wir auch: Jugend- und intergenerative Projekte mit Reisen aus Deutschland zu Zeitzeug*innen in Mittel- und Osteuropa, Israel oder den USA. Weitere Informationen finden Sie in der aktuellen Ausschreibung.

Anlässlich des 80. Jahrestags der Novemberpogrome veröffentlichte die Stiftung EVZ den Kurzfilm WEITER ERZÄHLEN.

Eine Dokumentation des Förderprogramms "Begegnungen mit ehemaligen Zwangsarbeiter*innen und anderen Opfern des Nationalsozialismus".

Ein Film von Johannes Wißmann im Auftrag der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft".

 

 

Ausgewählte Projekte

Kinder von Bullenhuser Damm 

Am 18. und 20. April 2019 fand in Hamburg eine Begegnung von Jugendlichen und Zeitzeug*innen aus den USA, Israel und Belgien statt. Die Gedenktage erinnerten an die 20 jüdischen Kinder und 28 Erwachsenen, die am 20. April 1945 im Keller des Gebäudes am Bullenhuser Damm 92-94 ermordet wurden. Zuvor erlitten sie durch medizinische Experimente in Neuengamme Qualen. Tatiana und Andra Bucci, zwei der eingeladenen Zeitzeug*innen, sind eng mit dieser Geschichte verbunden. Sie waren vier und sechs Jahre alt, als sie mit ihrem Cousin Sergio verhaftet und nach Auschwitz deportiert wurden. Ihr Cousin Sergio wurde mit 19 anderen Kinder von Auschwitz nach Hamburg zum Bullenhuser Damm gebracht. Bei den Begegnungen im April 2019 berichteten die Zeitzeug*innen von ihren Erfahrungen, und machten einen Rundgang um den Roman-Zeller-Platz (benannt nach einem weiteren Opfer) mit den 4. Klassen der Grundschulen Anna-Susanna-Stieg und Rönnkamp. Zudem versammelten sich Schüler*innen der Max-Schmeling-Schule, der Stadtteilschule Hamburg-Kirchwerder und der Oberschule Findorff aus Bremen in der Turnhalle der Schule Bullenhuser Damm. Dort sprachen sie gemeinsam mit Zeitzeug*innen über diese Geschichte.

Zur Geschichte der Kinder.

 


Verlorene Kinder - Überlebende in Israel erinnern sich

Die Europaschule Rövershagen hat in der Vergangenheit schon verschiedene Begegnungen mit Zeitzeug*innen organisiert. Da die Zeitzeug*innen immer schwerer reisen können, erhielten die engagierten Schüler*innen die Möglichkeit nach Israel zu reisen. Dort trafen sie im Rahmen des Shoah-Gedenktags 2018 Überlebende aus der Bukowina, eine Region, die heute in Rumänien und der Ukraine liegt. Die Schüler*innen nahmen an den Gedenkfeierlichkeiten aktiv teil, führten Interviews mit den Zeitzeug*innen, schrieben kurze Biografien und konnten im Rahmen ihres Aufenthalts Geschichten und Fotos der Überlebenden sammeln. Zum Abschluss wurde eine gelungene Fotoausstellung zusammengestellt.  

Zur Webseite der Schule.

 


Rap verbindet Aktualität und Zeitgeschichte

Am 7. Februar 2018 fand eine Begegnung von Schüler*innen des Gymnasiums Lemwerder bei Bremen mit der Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano und Kutlu Yurtseven, einen Betroffenen der NSU-Anschläge, statt. Nach einem Rap- und Filmworkshops am Vormittag gestalteten die Schüler*innen eine Abendveranstaltung zusammen mit der Rap-Band Microphone Mafia, deren Mitglieder die 93-jährige Bejarano und Yurtseven sind. Zudem las Bejarano aus dem Buch „Vom Mädchenorchester in Auschwitz zur Rap-Band gegen Rechts“, Yurtseven berichtete von der Täter-Opfer-Umkehr und dem strukturellen Rassismus im Kontext der NSU-Anschläge. Organisiert wurde der Projekttag vom Lehrerkollegium des Gymnasiums Lemwerder, der Veranstaltungsstätte BEGU Lemwerder und der Projektgruppe CINS (Circus im Nationalsozialismus).

Zum Film

 

 

Archivworkshops des Jüdischen Museums Berlin

„Ein Zeitzeugengespräch kann nicht mit kraftvollsten Maßnahmen ersetzt werden.“ - Seit über zehn Jahren werden im Jüdischen Museum Berlin Archivworkshops mit Holocaust-Überlebenden durchgeführt, die von der Stiftung EVZ unterstützt werden. Die Workshops richten sich an Schüler*innen der Klassen 9 bis 13 sowie an Studierende. Während der Workshops wird mit Dokumenten gearbeitet, die dem Museum von den aus der ganzen Welt eingeladenen Stifter*innen geschenkt werden. Im Anschluss an die Gruppenarbeit mit Originalen folgen eine Präsentation, Diskussion und ein Austausch mit anwesenden Zeitzeug*innen. 2015 wurden  insgesamt 31 Workshops mit 15 Stifter*innen gefördert, die aus den USA, Frankreich, Israel, Großbritannien, Schweden und der Schweiz nach Berlin kamen.

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Status

Bewerbung fortlaufend möglich
Antragstellung mind. 3 Monate vor Projektbeginn

 

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Kontakt

Evelyn Geier

Projektkoordination

geier(at)stiftung-evz.de

Tel.:+49 (0)30 25 92 97-20

Fax: +49 (0)30 25 92 97-11

erreichbar dienstags und mittwochs

 

Annemarie Hühne

Teamleitung

huehne(at)stiftung-evz.de

Tel.:+49 (0)30 25 92 97-16

Fax: +49 (0)30 25 92 97-11