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Liebe Leser*innen,

den Gründungsmüttern und -vätern der Stiftung EVZ war vor zwanzig Jahren eine Situation wie heute, ein Jahr wie 2020 sicher nicht gewahr: Die Pandemie hat Verschwörung, Relativierung des Holocaust, Antisemitismus und Stigmatisierung von Minderheiten wie ein Brandbeschleuniger auf unseren Straßen und in Debatten im Netz angeheizt.

In diesen aufgewühlten Zeiten ist das Team der Stiftung EVZ in der Zukunftswerkstatt mit der Interpretation des „Morgen“ zugange: Dabei wollen wir neue digitale Räume aufmachen für ein interaktiveres, emotionaleres Auseinandersetzen mit Totalitarismus und menschenverachtenden Ideologien. Wir wollen partizipativer sein und Empowerment von Selbstorganisationen unterstützen. Und wir wollen Jugendliche in die Lage versetzen, kritisch und wach für jede Form von Diskriminierung zu sein – sei es über Besuche an historischen Stätten oder im Austausch mit Gleichaltrigen zu Erinnerungsnarrativen in Europa.

Mit unserer Zukunftsagenda werden wir weiter Akzente für zeitgemäßes Erinnern an und Lernen aus NS-Unrecht sowie für Menschlichkeit und Menschenrechte setzen. Credo dabei: aktivierend nicht alarmistisch. Fokussiert nicht festgefahren. Multi- nicht monoperspektivisch.

Es bleibt viel zu tun. Willkommen: 2021!

Ihre Dr. Andrea Despot

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Neues aus der Stiftung EVZ

EVZ Award for Jewish Muslim Solidarity – Gewinner*in ist…

EVZ Award for Jewish Muslim Solidarity – Gewinner*in ist…

Das Münchener Festival ausARTen überzeugte im bundesweiten Wettbewerb zu jüdisch-muslimischen Dialog-Projekten. Über Musik, Poesie oder Symposien werden jüdische und muslimische Menschen zu Verbündeten. „Wir sehen das Münchener Festival als ein leuchtendes Beispiel echter Solidarität und gelebter Zusammenarbeit. Hier wird ein sicherer Raum erschaffen, in dem jüdische und muslimische Menschen sich auf Augenhöhe begegnen und gemeinsam kreativ sein können“, hob die 8-köpfige Jury um Rabbiner Elias Dray und Iman Andrea Reimann hervor.

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Entscheidung im EVZ Foto- und Videowettbewerb

© Aleksandra Kossowska

Entscheidung im EVZ Foto- und Videowettbewerb

Was haben ein Alpaka, ein Engel und zwei Kletter*innen gemeinsam? Sie sind die Gewinner*innenmotive des Fotowettbewerbs der Stiftung EVZ! Gewonnen haben Aleksandra Kossowska, Mark Chikivchuk und Ofa Feldman/Lucia Bontjer. Den Videowettbewerb konnten Konstantin Buchholz/Yaroslav Bulavin, Marcus Welsch und Robert Schulzmann für sich entscheiden. Der Jury lagen rund 100 Video- und Foto-Einreichungen aus von der Stiftung EVZ geförderten Projekten vor.

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Stiftung EVZ begrüßt Strategie der EU-Kommission gegen Antiziganismus

© Paul Holdsworth

Stiftung EVZ begrüßt Strategie der EU-Kommission gegen Antiziganismus

Die Europäische Kommission hat Anfang Oktober den Europäischen Rahmen für Gleichbehandlung und Inklusion von Sinti und Roma bis 2030 veröffentlicht. „Dass die Strategie innerhalb der deutschen EU-Ratspräsidentschaft vorgelegt wird, betont die besondere Verantwortung Deutschlands für Menschen mit Romani-Hintergrund“, kommentierte Dr. Petra Follmar-Otto, Vorständin der Stiftung EVZ, in der Fachkonferenz zum europäischen Handlungsrahmen.

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Interview: Jugendliche simulieren Nürnberger Prozesse

© Michal Zak/MICC

Interview: Jugendliche simulieren Nürnberger Prozesse

Vor 75 Jahren begannen die Nürnberger Prozesse gegen NS-Verbrecher. Es war das erste Mal, dass führende Repräsentanten eines Staates für ihre Taten vor einem internationalen Gericht zur Verantwortung gezogen wurden. 5.500 Jugendliche aus 56 Ländern haben diese Prozesse und weitere als Strafverfolger, Verteidigerin oder Richterin selbst nachgestellt. Über die Simulationen des Model International Criminal Court (MICC) spricht Kerim Somun, Projektkoordinator, Kreisau-Initiative.

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Zeit für Zahlen, Daten und Fakten

Knapp 37.000 Überlebende aller Opfergruppen der nationalsozialistischen Verfolgung hat die Stiftung EVZ im letzten Jahr über ihre Projekte erreicht, die meisten davon in Israel. Zudem gehören ehemalige NS-Zwangsarbeiter*innen allein in Polen mit rund 7.000 erreichten Projektbegünstigten zu einer der wichtigsten Zielgruppen der Förderung. Schätzungen gehen von heute weltweit noch über 240.000 jüdischen Holocaust-Überlebenden aus.



Neues aus der Förderung

Dokumentarfilm über Begegnungsraum für Münchner Shoah-Überlebende

© DAS ZELIG

Dokumentarfilm über Begegnungsraum für Münchner Shoah-Überlebende

Im Münchner „Café Zelig“ treffen sich jede Woche Überlebende von NS-Verfolgung. Es wird gemeinsam gelacht, gesungen und gefeiert, aber auch gestritten und getrauert. Die Stiftung EVZ fördert den Treffpunkt der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern seit Gründung im Jahr 2016. Tanja Cummings, Filmschaffende, hat das Café und seine Besucher*innen über Monate filmisch begleitet. Der daraus entstandene Dokumentarfilm feierte jetzt Premiere bei den Hofer Filmtagen.

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Yad Vashem International Book Prize 2020 geht an von der Stiftung EVZ unterstütztes Buch

© Klartext Verlag

Yad Vashem International Book Prize 2020 geht an von der Stiftung EVZ unterstütztes Buch

Professor Johannes-Dieter Steinert wird für seine Studie „Holocaust und Zwangsarbeit. Erinnerungen jüdischer Kinder 1938-1945“ mit dem diesjährigen Yad Vashem International Book Prize geehrt. Laut Studie mussten rund 1 Million jüdische Kinder Zwangsarbeit leisten. Die Jury lobt insbesondere die sensible und facettenreiche Darstellung des Themas Kinderzwangsarbeit, das bisher kaum systematisch untersucht wurde.

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Barcamp und Diversity bei der Europeans for Peace Jugendkonferenz 2020

© 123comics

Barcamp und Diversity bei der Europeans for Peace Jugendkonferenz 2020

Die Black Lives Matter Bewegung, die Geschichte von LGBTIQ und Inklusion im Bildungsbereich und am Arbeitsplatz standen auf der Agenda von „Same? Different? Equal! - Celebrate Diversity!“. Unter diesem Titel fand die dritte EUROPEANS FOR PEACE Youth Conference in Kooperation mit der Stiftung wannseeFORUM im November online statt. Dr. Emilia Roig vom Center for Intersectional Justice hielt die Keynote zum Thema „Why intersectionality is not a luxury?“.

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MEET UP! goes DIGITAL

MEET UP! goes DIGITAL

2020 wurden im Förderprogramm „MEET UP! Deutsch-Ukrainische Jugendbegegnungen“ 36 Projekte unterstützt. Die Corona-Pandemie forderte digitale Lösungen heraus. Eine Übersicht zeigt auf, mit welch kreativen Ansätzen Grenzen zwischen Jugendlichen auch virtuell überwunden werden konnten. Dabei entstanden sind ein digitales Live-Konzert deutscher und ukrainischer Musiker*innen mit Stücken von Johann Sebastian Bach und die TV-Reihe Cherson und Magdeburg, in der Journalist*innen beider Länder Chancen ehemals industriell geprägter sozialistischer Städte beleuchten.

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59 Ideen für Wettbewerb „Inicjator PoMocy“ zur Unterstützung von NS-Überlebenden

© Fundacja Stocznia

59 Ideen für Wettbewerb „Inicjator PoMocy“ zur Unterstützung von NS-Überlebenden

In der ersten Etappe des Wettbewerbs erreichten die Stiftung EVZ 59 Ideen zur Unterstützung von Überlebenden der NS-Verfolgung in Polen. Darunter neue Formen des Engagements und lokaler Netzwerke sowie spielerische und kreative Ansätze für soziale Teilhabe. 15 Ansätze werden in einer zweiten Etappe konkretisiert und mit Unterstützung von Expert*innen weiterentwickelt. Dazu gehören eine Hilfsakademie, ein Spiel mit den Geschichten und ein mobiles Servicecenter.

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Termine

11. Dezember 2020: JUGEND erinnert startete mit virtuellem Kick-Off mit Staatsministerin Michelle Müntefering

11. Dezember 2020: JUGEND erinnert startete mit virtuellem Kick-Off mit Staatsministerin Michelle Müntefering

Am 11. Dezember startete das Förderprogramm JUGEND erinnert. Macher*innen der ersten elf geförderten Projekte der Förderlinie „Internationale Jugendbegegnungen zur NS-Geschichte“ tauschten sich in Workshops zu transnationaler Erinnerungskultur aus. Zum Auftakt führten junge Menschen aus Belarus virtuell durch die Gedenkstätte Malyj Trostenez bei Minsk und diskutierten über ihre Motivationen und Erlebnisse rund um Erinnern. JUGEND erinnert wird mit Mitteln des Auswärtigen Amts durchgeführt.

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22./23. März 2021: Symposium „Zwischenzeiten: Zur jüdischen Diaspora in Europa“

© Jüdisches Museum Frankfurt

22./23. März 2021: Symposium „Zwischenzeiten: Zur jüdischen Diaspora in Europa“

Das Jüdische Museum Frankfurt bietet mit der zweitägigen Veranstaltung eine Plattform für Visionen einer jüdischen Zukunft und die Pluralität jüdischer Positionen. Welche Rahmenbedingungen sind für ein selbstbestimmtes jüdisches Leben notwendig? Wie ist die aktuelle Situation der jüdischen Menschen in Europa? Fragen wie diese werden in der Veranstaltung im neuen Jüdischen Museums Frankfurt und im Livestream gestellt und beantwortet. Die Teilnahme ist kostenlos.

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Ausstellungen

Haus der Wannsee-Konferenz erinnert online an sowjetische Kriegsgefangene

© Haus der Wannsee-Konferenz

Haus der Wannsee-Konferenz erinnert online an sowjetische Kriegsgefangene

Sowjetische Kriegsgefangene gehören zu den vergessenen Opfergruppen des Zweiten Weltkrieges. Die Online-Ausstellung „An Unrecht erinnern“ des Hauses der Wannsee-Konferenz informiert anhand von Biografien und Orten über Menschen wie Olga Wassiljеwna Golowina, welche im KZ Ravensbrück interniert war. Beiträge der Besucher*innen ergänzen und erweitern die Ausstellung und machen sie zu einem interaktiven Erlebnis.

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Open-Air-Ausstellung zu Opfern deutscher Vernichtungspolitik im Nordkaukasus

© Deutsch-Russisches Museum

Open-Air-Ausstellung zu Opfern deutscher Vernichtungspolitik im Nordkaukasus

In der Region Nordkaukasus wurden 1942/1943 Patient*innen psychiatrischer Kliniken und Kinder mit Behinderungen vom NS-Regime ermordet. Auch jüdische Mediziner*innen der Region waren in dieser Zeit Opfer des Holocaust. Die Ausstellung »Vergesst uns nicht …«, welche ursprünglich als russischsprachige Wanderausstellung konzipiert war und derzeit in Moskau zu sehen ist, kommt nun erstmals nach Deutschland. Gezeigt wird sie vom Deutsch-Russischen Museum Karlshorst mit Unterstützung des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin sowie dem Verein Kontakte-Kontakty.

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Ausschreibungen

Bis 21. Dezember 2020: Recherche-Stipendium zu „Sinti*zze und Rom*nja in Deutschland“

Bis 21. Dezember 2020: Recherche-Stipendium zu „Sinti*zze und Rom*nja in Deutschland“

Seit Jahrhunderten werden Sinti*zze und Rom*nja europaweit diskriminiert und teilweise systematisch verfolgt. Diskriminierende öffentliche Images prägen den Umgang mit Betroffenen und führen zu alltäglichen Rassismuserfahrungen, nicht zuletzt in der Corona-Pandemie. Das Recherche-Stipendium soll Sensibilität bei Medienschaffenden für die Belange von Sinti*zze und Rom*nja herstellen. Das mit 1.500 Euro dotierte Stipendium wird vom Deutschen Institut für Menschenrechte in Kooperation mit RomaniPhen ausgeschrieben und durch die Stiftung EVZ gefördert.

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Bis 18. Januar 2021: Pilot-Ausschreibung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) für antisemitismus- und rassismuserfahrene Community-Organisationen

© Sophie Ziegler

Bis 18. Januar 2021: Pilot-Ausschreibung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) für antisemitismus- und rassismuserfahrene Community-Organisationen

Mit der ersten diversitätsorientierten Pilot-Ausschreibung unterstützt die Stiftung EVZ gezielt erinnerungskulturelle Aktivitäten von rassismus- und antisemitismuserfahrenen Community-Organisationen. Bevorzugt werden Aktivitäten, die kritisch mit bestehenden erinnerungskulturellen Praktiken umgehen, eigene Formate (weiter)entwickeln und auch mal etwas Ungewohntes wagen wollen. Dabei erprobt die Stiftung EVZ auch selbst ein neues Format für Ausschreibung und Auswahl: Sie lässt sich extern begleiten und hat in diesem Rahmen ein Beratungsgremium einberufen, welches auch diese Ausschreibung erarbeitet hat.

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Bis 1. Februar 2021: Local.history Deutschland sucht Projekte zur lokalen Erinnerungskultur

Bis 1. Februar 2021: Local.history Deutschland sucht Projekte zur lokalen Erinnerungskultur

Mit bis zu 15.000 Euro fördert die Stiftung EVZ im Programm local.history lokalhistorische Projekte zu Orten, Personen oder Ereignissen der NS-Geschichte. Im Fokus stehen dabei NS-Zwangsarbeit und verschiedene Gruppen von Verfolgten im Nationalsozialismus. Träger mit Sitz in Deutschland können sich bewerben. Ziel von local.history ist es, lokale und partizipative Debatten um Erinnerung und Demokratie anzustoßen und die Zivilgesellschaft in ihrem Engagement zu stärken.

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Bis 1. Februar 2021: Culture for changes 2021 sucht Kultur- und Kunstprojekte

Bis 1. Februar 2021: Culture for changes 2021 sucht Kultur- und Kunstprojekte

Das Förderprogramm „Culture for changes“ wird von der Ukrainischen Kulturstiftung und der Stiftung EVZ zum zweiten Mal aufgelegt. Ziel des Programms ist es, die deutsch-ukrainische Zusammenarbeit zu stärken und gemeinsam Antworten auf die Herausforderungen der modernen Welt zu suchen. Es werden deutsch-ukrainische digitale, analoge und hybride Kultur- und Kunstprojekte unterstützt.

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Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft
Katrin Kowark
Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Friedrichstraße 200
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