Förderprogramm

Migration und Erinnerungskultur

Die Gesellschaft in Deutschland steht vor vielfältigen Herausforderungen in einer Welt, die durch Globalisierung und Migration geprägt ist. Ein- und Auswanderungsprozesse führen verstärkt zu wissenschaftlichen und pädagogischen Diskussionen über einen zeitgemäßen Umgang mit Geschichte.

Aus vielfältigen Zugehörigkeiten ergeben sich neue Perspektiven auf die Geschichte des Nationalsozialismus. Migrationsgeschichtliche, verflechtungshistorische und transnationale Zugänge gewinnen an Bedeutung.  Die Stiftung EVZ möchte ihren Beitrag zur Weiterentwicklung der Erinnerungskulturen in Deutschland mit diesem Förderprogramm leisten.

 

Ausbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren

Die ausgewählten Projekte sollen Zielgruppen, die bisher wenig Zugang zur Erinnerungskultur in Deutschland haben, im Sinne von Inklusion aktiv in die historische Bildung einbeziehen und ihnen Teilhabe ermöglichen. Menschen mit Migrations- bzw. Fluchterfahrungen sollen gestärkt werden, sich gemeinsam mit Menschen, die in Deutschland geboren sind, im Bereich der historisch-politischen Bildung zu engagieren und ihre Perspektiven in die Erinnerungskultur insbesondere auf die Geschichte des Nationalsozialismus einzubringen. Dafür werden sie als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren inhaltlich und didaktisch qualifiziert, selbständig neue Workshop-Angebote zu entwickeln und mit Besuchsgruppen zu arbeiten.
Alle Projekte werden in Zusammenarbeit mit der Kooperative Berlin intensiv begleitet.  

Romane Krla - Die Roma Stimmen

Das Projekt von Amaro Drom e.V. hat das Ziel, bundesweit junge Rom*nja als Multiplikator*innen für die Geschichte und Erinnerungskultur von Rom*nja, Jüd*innen (und anderen Minderheiten) auszubilden. Mit Hilfe des historischen Lernens und der Menschenrechtsbildung werden didaktische Konzepte aneignet, die in lokalen Aktivitäten umgesetzt werden um das Bewusstsein zu Themen wie Rassismus, Antiziganismus, Antisemitismus oder Erinnerung zu wecken. Außerdem werden die Teilnehmenden anschließen Teil des Trainer*innen-Pools von Amaro Drom, um Workshops zu den oben genannten Themen durchzuführen.

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'Not about us without us' - Perspektivenwechsel bei der Aufarbeitung von Völkermorden

Das August Bebel Institut in Berlin fokussiert sich in ihrem Ausbildungsprogramm auf das Thema Völkermorde des 20. Jahrhunderts. Geschichte soll dabei nicht nur aus deutscher Perspektive Geschichte erzählt werden, sondern die dokumentierten Erzählungen und Sichtweisen der Nachfahren mit einschließen. Die Ausbildung umfasst inhaltliche und methodische Workshops, die Organisation von einer Tagung, Aktionen zum Internationalen Genozidtag und die Erstellung einer Ausstellung gemeinsam mit dem Mitte Museum Berlin.

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Diversität, Erinnerung, Geschichte - Ausbildung von Multiplikator*innen für eine heterogene Gesellschaft

In dem Kurs des Max Mannheimer Hauses in Dachau, der aus Menschen mit und ohne Migrationsbiografie besteht, werden gemeinsam Konzepte für Rundgänge und Studienprogramme entwickelt, die den spezifischen Herausforderungen historisch-politischer Bildung in der Einwanderungsgesellschaft gerecht werden.

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Lokale Geschichte in Oldenburg entdecken

Im Projekt von Werkstattfilm e.V. entstehen Stadtrundgänge zu den Themen Jüdisches Leben, Sinti und Roma sowie Geschichte der Zwangsarbeit in Oldenburg zur Zeit des Nationalsozialismus sowie eine mobile Ausstellung zu diesen Themen. Die Teilnehmenden verbinden ihre eigenen Erfahrungen mit Flucht und Migration mit den in historischen Quellen und Zeitzeug*innenberichten festgehaltenen und erweitern dadurch den Erinnerungsdiskurs über den Nationalsozialismus. Die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit werden mehrsprachig angeboten.

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Mach dich zum Profi! Qualifizierungsprogramm in der historisch-politischen Bildung

Die Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt/ Main entwickelt in einem partizipativen Prozess interaktive und innovative Workshops für die Arbeit mit Jugendlichen mit Flucht- und/oder Migrationserfahrungen in der neuen Anne Frank Ausstellung und in der neuen Ausstellung des Jüdischen Museums Frankfurt/ Main. Zugleich bietet das Projekt jungen Erwachsenen mit und ohne Fluchterfahrung eine Berufsperspektive in der museumspädagogischen und außerschulischen historisch-politischen Bildung.

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ERINNERUNGSWERKSTATT: Suchen, finden, verstehen und erzählen

Das Multikulturelle Zentrum Dessau e.V. bildet in diesem Projekt junge Menschen aus. Einerseits soll das Projekt als Plattform dienen, um Kenntnisse zum Thema Nationalsozialismus in Dessau sowie andere geschichtliche Themen kollektiver Gewalt des 20. Jahrhundert zu vertiefen. Andererseits vor allem auch, um Konzepte in Workshops für die historisch-politische Bildung von Gruppen unterschiedlichen Alters, Geschlechts, Nationalität und Religion zu entwickeln. Zugleich sollen neu Zugewanderte in die Erinnerungskultur einbezogen werden.

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Be the Change! - Erinnerungskultur gemeinsam gestalten am Internationalen Platz Vogelsang IP

In einem Fortbildungsprozess werden Menschen mit und ohne Migrations- oder Fluchthintergrund gemeinsam in Dreierteams zu Multiplikator*innen der historisch-politischen Bildung in der Akademie Vogelsang IP qualifiziert. Am Erinnerungsort Vogelsang - einem sogenannten "Täterort" - steht besonders die Teilhabe an einer differenzierten und kritischen Erinnerungskultur im Fokus. Die Teilnehmer*innen lernen inklusive Ansätze der Geschichtsdidaktik, Menschenrechtsbildung und Demokratiepädagogik sowie partizipative Ansätze der Vermittlungsarbeit kennen und erarbeiten auf dieser Grundlage u.a. neue innovative Formate der historisch-politischen Bildung in einer inklusiven Erinnerungskultur.

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Bildungsmaterialien Verflechtungsgeschichte

Mit Erkenntnissen aus der Globalgeschichte und zur Verflechtungs- und Beziehungsgeschichte werden Bezüge zu unserer weltweit vernetzten Gegenwart sichtbar. Die Stiftung EVZ fördert die Erstellung von Bildungsmaterialien zur Verflechtung der Geschichte des Nationalsozialismus mit der Geschichte anderer Unrechts- und Gewalterfahrungen, die in der deutschen Erinnerungskultur bisher marginalisiert werden.

 

 

"Rassismen in Kolonialismus und Nationalsozialismus. Formen – Funktionen – Folgen. Verflechtungsgeschichtliches Bildungsmaterial, webbasiert."

Im März 2016 begann die Entwicklung eines praxisorientierten Materials in einer Kooperation der Universität Hamburg mit der Gedenkstätte Neuengamme und der Universität Augsburg. Das geplante Online-Bildungsportal befasst sich aus verflechtungsgeschichtlicher Perspektive mit Rassismen in Kolonialismus und Nationalsozialismus. Dabei verfolgt das Projekt zwei verschiedene Themenstränge. Zum einen fragt es exemplarisch nach Strukturen und Funktionen kolonialer Machtausübung sowie kolonialen Elementen der NS-Besatzungspolitik in Osteuropa. Zum anderen werden anhand von Biografien Verbindungen und Lebenswege von Akteuren aus ehemaligen Kolonien und ihren Nachkommen nachgezeichnet. Zudem befasst sich das Material auch mit Frage  der Aufarbeitung des deutschen Kolonialismus nach 1945, insbesondere inwiefern rassistisches Denken bis in die Gegenwart unsere Gesellschaft prägt. Ziele des Projektes sind die Formen, Funktionen und Folgen rassistischen Denkens und Handelns aufzuzeigen, gängige Narrative kritisch zu reflektieren, diverse Exklusionen niedrigschwellig zu veranschaulichen und handlungsrelevante Erkenntnisse für die historische Bildungsarbeit zu schaffen.

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„Bewegte Familiengeschichten – Die Suche nach einem neuen Zuhause in einer sich verändernden Welt" – ein Online-Bildungsmaterial

Anhand von Familienbiografien, die durch Flucht- und Migrationserfahrungen geprägt sind, wird in diesem Projekt die Verflechtung der deutschen und österreichischen Geschichte mit der Geschichte des arabisch-jüdischen Nahen Ostens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Online-Bildungsmaterial erschlossen. Der Verein erinnern.at - Nationalsozialismus und Holocaust: Gedächtnis und Gegenwart setzt seit April 2016 das Projekt in Kooperation mit dem Anne Frank Zentrum (Berlin), PROSA - Projekt Schule für Alle (Wien) und dem Center for Humanistic Education (Lohamei HaGeta'ot in Israel) um. Das Material richtet sich an Jugendliche in der schulischen und außerschulischen Bildung und wird zum Jahresende 2018 online zur Verfügung stehen.

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"Reise in die Moderne" - Deutsch- türkisch- osmanische Begegnungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Das Projekt erschließt, ausgehend von den Themen „Reisen“ und „Begegnungen“, die deutsch-osmanisch-türkische Geschichte. Der Ansatz der Verflechtungsgeschichte dient dazu, einen multiperspektivischen Blick auf die politischen, sozialen und kulturellen Lebenswelten während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu richten und damit nationalgeschichtliche Narrative aufzubrechen. Dargestellt werden die Inhalte durch eine interaktive Karte von Deutschland und dem Gebiet des Osmanischen Reiches, auf welcher man unterschiedliche Orte auswählen kann – enthalten sind Information über die Personen und Orte, außerdem werden Reise- und Lebenswege nachgezeichnet.

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Pilotprojekte

Gemeinschafts-Dialoge in Groß Glienicke

Der Fokus dieses Bildungsangebots des Alexander Haus e.V. liegt auf der Entwicklung von Dialogprojekten mit Geflüchteten und länger Ansässigen). In Workshops werden Gespräche über die Geschichten der Menschen und der Geschichte der Heimatländer aller Beteiligten angeregt. Dabei entsteht ein neues Dialogformat im Sinne des Community Dialogue. Für die Dokumentation der Prozesse und als Vernetzungsplattform für ähnliche Projekte entsteht eine Webseite.

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Geschichten in Bewegung: Erinnerungspraktiken, Geschichtskulturen und historisches Lernen in der deutschen Migrationsgesellschaft

Durch das Projekt wird der geschichtskulturelle Wandel in der deutschen Migrationsgesellschaft empirisch untersucht. Es wird der Frage nachgegangen, was kollektiv wichtige Vergangenheit angesichts der Diversität in der deutschen Migrationsgesellschaft bedeutet und wie Institutionen auf die Pluralisierung historischer Sinnbildung reagieren. In vier Teilprojekten werden Orte, Formen, Inhalte und die Perspektiven von Akteur*innen historischer Bildung untersucht. In einem Auftaktsymposium, drei Werkstätten und einer Abschlusstagung wird der nötige Diskursraum zur Untersuchung der oben geschilderten Frage geschafft. Zudem wird ein Handbuch zum Historischen Lernen in der Migrationsgesellschaft konzipiert und herausgegeben.

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Ausschreibung 2018

Ausschreibung für Projekte zur Ausbildung von Multiplikator*innen in der historischen Bildung mit Bewerbungsfrist am 10.01.2019

Übersicht der Projekte

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Kontakt

Agnieszka Pustola

Projektkoordination

pustola(at)stiftung-evz.de

Tel.: +49 (0)30 25 92 97-13

Fax: +49 (0)30 25 92 97-11

 

Annemarie Hühne

Teamleitung

huehne(at)stiftung-evz.de

Tel.: +49 (0)30 25 92 97-16

Fax: +49 (0)30 25 92 97-11