Förderprogramm

SOGIdarity. GEGEN DISKRIMINIERUNG AUFGRUND SEXUELLER ORIENTIERUNG UND GESCHLECHTSIDENTITÄT

Im Nationalsozialismus wurden Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität verfolgt und ermordet. Die Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen (LSBTI+) ist auch heute nicht überwunden. Seit 2015 hat die Stiftung EVZ ihre Aktivitäten zur Durchsetzung der Menschenrechte für LSBTI+ im Förderprogramm „Sogidarity. Gegen Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität“ gebündelt. Das Programm wurde als Kooperationsprojekt mit der Dreilinden gGmbH initiiert, die es die ersten drei Jahre ko-finanziert hat. Seit 2018 wurde das Programm ausschließlich aus Mitteln der Stiftung EVZ gefördert.

Mit dem Programm gelang es der Stiftung EVZ, die Zusammenarbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen in Deutschland und Ostereuropa, die sich für die Gleichbehandlung von LSBTI+ in ihren Ländern einsetzen, zu stärken. In drei Ausschreibungen wurden 23 Projekte in Deutschland, Litauen, der Ukraine und in Russland mit insgesamt 1,2 Mio. Euro gefördert. Ziel der Projekte war es, Allianzen von LSBTI+-Organisationen mit Akteuren aus der Zivilgesellschaft, der Kommunen und der Wirtschaft gegen die Diskriminierung von LSBTI+ zu bilden. Ein weiteres Ziel war, neue Zugänge für mehr Sichtbarkeit und Vernetzung zu schaffen. Die geförderten Partnerschaften wurden in Workshops der Stiftung länderübergreifend vernetzt und viele davon über einen längeren Zeitraum gefördert.

 

2019 wurde das Programm evaluiert. Der Förderansatz, Capacity Building mit Coalition Building zu verbinden, wurde dabei von den Befragten als innovativ und sehr erfolgreich bewertet. So z.B. im Bereich der Zusammenarbeit mit Berufsgruppen, die für die Zielgruppe relevant sind. Das Programm leistete damit einen entscheidenden Beitrag, LSBTI+-Organisationen sichtbar zu machen. So fand 2019 das erste ukraineweite Forum von Bündnissen zur Unterstützung der LSBTI+-Community statt. Der Förderansatz wurde auch in weiteren Programmen der Stiftung aufgegriffen. So werden Bündnisprojekte gegen Antisemitismus und für Sichtbarkeit jüdischen Lebens in Deutschland sowie gegen Antisemitismus und Antiziganismus in Litauen, Polen und der Tschechischen Republik unterstützt.

 

Seit 2019 zielt das Projekt Unit des Netzwerks n-ost darauf ab, eine produktive öffentliche Diskussion zum Thema LSBTI+ im post-sowjetischen Raum anzuregen. Das Projekt vernetzt Journalist*innen, Aktivist*innen, Partnerorganisationen und NGOs aus Belarus, Ukraine, der Republik Moldau und Russland durch gemeinsame Aktivitäten, um lokale Akteur*innen für das Thema zu sensibilisieren. 2020 haben ausgewählte Nachwuchs-Journalist*innen aus der LSBTI+-Gemeinschaft von Unit unterstützte Praktika bei Medienpartnern in einem anderen Projektland absolviert. Auf eine zweimonatige Online-Phase aufgrund der Covid-19-Pandemie folgte im Herbst 2020 eine Offline-Phase vor Ort.

 

Die Programmlaufzeit von Sogidarity endete im Februar 2021. Einige der geförderten Projekte werden noch bis 2022 ihre Arbeit fortsetzen. Die Stiftung EVZ entwickelt derzeit ihre Strategie weiter. Die Ergebnisse der Evaluation des Programms Sogidarity fließen in die Entwicklung der Zukunftsagenda ein. Die Stärkung von Selbstorganisationen der von Diskriminierung betroffenen Minderheiten wie LSBTI+ wird weiter ein Stützpfeiler der Arbeit der Stiftung sein. 

Kontakt

Stephanie Bock
Projektkoordination
bocks(at)stiftung-evz.de
Tel.:+49 (0)30 25 92 97-66

5. Monitoring-Studie zur Regenbogen-Philanthrophie

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie am 17. Mai veröffentlicht das Deutsche Institut für Menschenrechte gemeinsam mit der Dreilinden gGmbH die 5. Monitoring- Studie zur Regenbogen-Philanthropie. Die Studie erhebt und dokumentiert die Förderung aus Deutschland von LSBTIQA+ Menschenrechtsarbeit im Globalen Süden und Osten für die Jahre 2018 und 2019.

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