Förderprogramm

Facing Antisemitism and Antigypsyism

In Europa gehen tiefgreifende politische, soziale und ökonomische Wandlungsprozesse einher mit schwindendem Vertrauen in die Demokratie. Nicht nur Rechtspopulisten und Rechtsextremisten schüren Stimmungen gegen Minderheiten und Fremde, sondern auch in der Mitte der Gesellschaften werden Vorurteile verbreitet. Sie knüpfen an in Europa tief verwurzelte Formen des Rassismus wie Antisemitismus und Antiziganismus. Hasskommentare in sozialen Medien und Hassverbrechen gegen Roma und Juden sowie die Bedrohung ihrer Organisationen und Einrichtungen sind in vielen Ländern Alltag.

 

Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) stärkt die Zivilgesellschaft in der Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Antiziganismus und fördert konkrete Praxisprojekte und eine Tagungsreihe.

 

 

Projekte

Seit 2016 werden länderspezifische Projekte in Litauen, Polen, Rumänien, Russland, der Tschechischen Republik, der Ukraine und Ungarn sowie eine transnationale Online-Toolbox gefördert. Dabei werden weitere Diskriminierungsformen in den Blick genommen. Schwerpunkte der Förderung sind Coalition Building, Qualifizierungen für wichtige Berufsgruppen und Gegenreden gegen Hasskommentare.

Online-Toolbox: Stories that move

Stories that Move ist eine Online-Toolbox gegen Diskriminierung. Bildungsexpertinnen und -experten aus sieben Ländern haben sie gemeinsam mit jungen Menschen entwickelt. Es gibt die Materialien in sieben Sprachen.
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Theater und Coalition Buildung in Ungarn

„Tartós eltáv“ – On the leave“

In einer Roma Community Nordungarns wird mit Theater- und thematischen Workshops sowie mit Trainings für Mentoren das Empowerment für Roma mit der Auseinandersetzung mit Antiziganismus verbunden. Dabei kooperieren die NGO Autonomia Foundation, das renommierte Katona József Theater Budapest, eine lokale Roma-Selbstorganisation und örtliche Behörden.
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„Jewish-Roma initiative for diversity education“

Hier wird eine erfolgreiche Partnerschaft zwischen den Selbstorganisationen Haver Informal Jewish Educational Foundation und Uccu Roma Informal Educational Foundation in Budapest verwirklicht. Junge Jüdinnen und Juden und Romnja und Roma führen ehrenamtlich für Jugendliche und Lehrende Trainings an Schulen durch, bei denen sie als „Living Library“ gegen Diskriminierung fungieren und damit ein Signal der Solidarität zwischen den Minderheiten setzen.
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Antidiskriminierungstrainings und Coalition Building in Polen

Das Auschwitz Jewish Center trainiert zusammen mit der Romaorganisation Dialog Pheniben Foundation in einer einjährigen Akademie Lehrkräfte für Projektarbeit in Schulen gegen Antisemitismus, Antiziganismus und Hasskommentare, dazu gehören Supervision und Coaching.
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Das Museum Polin führt zusammen mit der Romaorganisation Dialog Pheniben Foundation Trainings für Polizei, Verwaltungen, Lehrkräfte und Auszubildende durch.
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Social media watchdog in Tschechien und  Rumänien

Zwei Projekte in Rumänien und Tschechien gehen gegen Hasskommentare in sozialen Medien und im Internet vor.

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Peer Education in Russland

Peer Guides arbeiten mit der Wanderausstellung zur Geschichte von Anne Frank an Schulen in Moskau, Woronesh und St. Petersburg zu Antisemitismus, Toleranz und Menschenrechten.

Coalition Building und Reflections on Jewish and Roma Heritage in Litauen

Das litauische Zentrum für Menschenrechte hat zusammen mit der jüdischen Community, dem Roma Community Center Vilnius und der Organisation Die Falken in Vilnius, Kaunas, Panevezys, Siauliai und weiteren Orten mehr als 14 Stolpersteine verlegt, die an die Ermordung von Juden und Roma in der NS-Zeit erinnern. Neben öffentlichkeitswirksamen Zeremonien mit einem großen Medienecho gibt es Schulprojekte zu Biografien und Trainings für Lehrende, die gegenwärtige Formen von Antisemitismus und Antiziganismus integrieren. Das Projekt greift aktuelle Debatten über Täter und Opfer auf und trägt zu einer positiven Veränderung der Holocaust Education bei.
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Handlungsempfehlungen gegen Antisemitismus und Antiziganismus für Mittel-und Osteuropa

Forschungs- und NGO-Teams in Litauen, Polen, der Tschechischen Republik, der Ukraine und Ungarn haben vorhandene Daten und Projekte ausgewertet und Handlungsempfehlungen für Politik und Zivilgesellschaft entwickelt. Die Berichte liegen in Landessprachen und englischen Zusammenfassungen vor.


Berichte der Empfehlungen


Litauen (englische Zusammenfassung ab Seite 112)

Tschechien (tschechisch)
Tschechien (englische Zusammenfassung)


Ukraine
(englische Zusammenfassungen am Ende):

Teil 1 
Teil 2


Ungarn:

Englisch
Ungarisch


Polen
(folgt)

Studie Antisemitismus und Immigration im heutigen Westeuropa

Eine international besetzte Arbeitsgruppe hat auf der Grundlage vorhandener Daten den Zusammenhang zwischen Einwanderung, insbesondere aus dem Nahen und Mittleren Osten sowie aus Nordafrika, und antisemitischen und anderen fremdenfeindlichen und rassistisch motivierten Vorurteilen in Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden untersucht und Empfehlungen erarbeitet. Die Studie steht unter der Leitung des Pears Insitute for the study of Antisemitism an der Birkbeck University of London. Die Forschungsergebnisse liegen als Gesamtbericht in Englisch vor, die Länderberichte erschienen ebenfalls in Englisch und liegen als Zusammenfassungen in den jeweiligen Landessprachen vor.

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Tagungsreihe Blickwinkel

Die Tagungsreihe "Blickwinkel. Antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft" beleuchtet aktuelle Analysen, diskutiert innovative Bildungsansätze und setzt diskurskritische Akzente.

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