Sinti und Roma: Engagement in Deutschland

Projektideen zur Stärkung der Bildungsteilhabe und der Selbstorganisationen von Sinti und Roma in Deutschland

Die Stiftung EVZ stärkt Roma und Sinti als Nachfahren einer Minderheit, die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung war. Sie unterstützt in Deutschland den Bildungsaufbruch von Sinti und Roma.


Wir rufen Selbstorganisationen der Roma und Sinti in Deutschland – gerne in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern – dazu auf, Projektideen einzureichen.

 

Wir suchen Projektideen, die:
• auf eine Verbesserung der Bildungssituation von Sinti und Roma zielen und
• die Empfehlungen der Publikation „Gemeinsam für eine bessere Bildung“ aufgreifen als auch
• einen Beitrag zur Stärkung der Selbstorganisationen der Roma und Sinti leisten.

 

Wir fördern Projekte mit maximal 50.000 Euro. Die Projekte können eine Laufzeit von bis zu zwei Jahren haben und frühestens am 1. Juni 2018 beginnen. Bewerbungssschluss war der 6. März 2018.

 

Ausgewählte Projektideen können bei einem Beratungsseminar (voraussichtlich Anfang Mai 2018) zu einem Förderantrag weiter entwickelt werden.

Wie wird bewertet?

Wir beurteilen Ihre Ideen nach folgenden Kriterien:
• Projektkonzept: Ziele werden konkret benannt und sind messbar.
• Bedarf und Wirkung: der konkrete Bedarf wird begründet und es wird skizziert, welche Wirkungen erwartet werden.
• Erfahrung: Vorerfahrungen im Bildungsbereich sind vorhanden.
• Methodik: Pädagogische Methoden werden sinnvoll gewählt.
• Nachhaltigkeit: Ergebnisse werden längerfristig genutzt oder können strukturelle Veränderungen bewirken.
• Planung: Ziele, Maßnahme, Zeitplan und Finanzierung sind aufeinander abgestimmt.

Ausgewählte Projekte

BILDUNGSZENTRUM MER KETNE IN MINDEN

Der Verein Deutscher Sinti e.V. Minden wird bei seinem regionalen Bildungszentrums Mer Ketne ("Wir zusammen") gefördert. Das Zentrum konnte 2016 feierlich eröffnet werden und bietet Führungen durch die Ausstellungen an. Weiter wird mit einem Bildungsfokus Kinder- und Jugendarbeit als auch Familienberatung und Mentoring geleistet. Es findet auch  Netzwerkarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteuren statt und zahlreiche öffentliche Veranstaltungen.

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Ausbildung von Sinti als zertifizierte Bildungsbegleiter

Der 1. Sinti-Verein Ostfriesland bildet zusammen mit der Volkshochschule Leer Sinti zu Bildungsbegleitern aus. 17 Sinti absolvierten erfolgreich diese Ausbildung und erhielten ein Zertifikat, das im allgemeinen Schulbetrieb in Niedersachsen anerkannt ist. Mit dieser Qualifikation kann in Kindergärten oder an allgemeinbildenden Schulen der Sekundarstufe I als pädagogische Fachkräfte gearbeitet werden.

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Qualifizierungszentrum für Selbstorganisationen

Die Hildegard Lagrenne Stiftung bietet in Berlin ein Qualifizierungszentrum für NGOs, Vereine, Institutionen und Träger mit Romno-Hintergrund (Sinti und Roma). Es soll ein aktiver Ort innerhalb der Community geschaffen werden, der Vereine und Institutionen der Sinti und Roma unterstützt und hilft minderheiten-eigene Projekte erfolgreich umzusetzen und an Förderangeboten stärker zu partizipieren. Das Zentrum bietet eine Vielzahl an Workshops, Seminaren, Vorträgen sowie eine zertifizierte Fortbildung für NGOs der Sinti und Roma.

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Ausgewählte abgeschlossene Projekte

Bundesweiter Arbeitskreis zur Verbesserung der Bildungsbeteiligung und des Bildungserfolgs von Sinti und Roma in Deutschland

Die Stiftung EVZ initiiert den „Bundesweiten Arbeitskreis zur Verbesserung der Bildungsbeteiligung und des Bildungserfolgs von Sinti und Roma in Deutschland“. Auf der Basis einer Bestandsaufnahme zur Bildungssituation und den Handlungsmöglichkeiten relevanter Akteure identifizieren die Mitglieder des Arbeitskreises Beispiele guter Praxis, rezipieren relevante wissenschaftliche Erkenntnisse und erarbeiten auf dieser Basis systematisch konkrete Empfehlungen.

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STUDIE ZUR AKTUELLEN BILDUNGSSITUATION DEUTSCHER SINTI UND ROMA

In Deutschland leben heute ca. 80.000 bis 120.000 Sinti und Roma mit deutscher Staatsangehörigkeit. Seit dem 15. Jahrhundert sind sie im deutschsprachigen Raum präsent, 1997 wurden sie als nationale Minderheit anerkannt. Gleichwohl gibt es keine aktuellen Untersuchungen zu ihren Lebenswirklichkeiten.

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