Sinti und Roma: Engagement in Deutschland

Projektideen zur Stärkung der Bildungsteilhabe und der Selbstorganisation von Sinti und Roma in Deutschland

Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) und die Freudenberg Stiftung stärken Roma und Sinti als Nachfahren einer Minderheit, die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung war. Sie fördern Projekte in Deutschland für eine gleichberechtigte Bildungsteilhabe von Sinti und Roma.

 

Wir suchen Projektideen, die:
• auf eine Verbesserung der Bildungssituation von Sinti und Roma zielen und
• einen Beitrag zur Stärkung der Selbstorganisation der Roma und Sinti leisten.

Wir begrüßen besonders Initiativen von Romnja und Sintizze für Mädchen und Frauen. Auch digitale Projekte sind möglich.

 

Es bestehen zwei Fördermöglichkeiten:

Projekte mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren und einer Förderung von maximal 50.000 Euro durch die Stiftung EVZ oder Projekte mit einer Laufzeit von bis zu sechs Monaten und einer Förderung von maximal 6.000 Euro durch die Freudenberg Stiftung.

Foto: Caspar Schleicher / Hildegard Lagrenne Stiftung

Häufig gestellte Fragen

Worin unterscheiden sich die beiden Fördermöglichkeiten voneinander?

Projekte bis maximal 50.000 Euro können bis zu 24 Monate laufen und werden von der Stiftung EVZ finanziert. Im Juli erhalten Sie entweder eine Ablehnung oder werden dazu aufgefordert, einen Antrag einzureichen. Für diesen Antrag erhalten Sie dann ein neues Formular, mit dem Sie Ihr Vorhaben konkreter beschreiben als auch die Kosten detaillierter darstellen. Bei dieser Antragsstellung werden Sie durch die Stiftung EVZ beraten.
Projekte bis maximal 6.000 Euro können bis zu 6 Monate laufen und werden von der Freudenberg Stiftung finanziert. Im Juli erhalten Sie entweder eine Ablehnung oder eine Förderzusage.

 

Können mehrere Projektideen eingereicht und gefördert werden?

Eine Organisation kann mehrere Projektideen einreichen. Diese sollten sich deutlich voneinander unterscheiden. Da die Mittel des Förderprogrammes begrenzt sind, ist in der Regel nur die Förderung eines Projektes pro Organisation möglich.

 

Welche Formalia müssen beachtet werden?

Senden Sie das vollständig ausgefüllte Formular per Mail an roma.sinti(at)stiftung-evz.de. Eine Unterschrift ist nicht notwendig. Bitte senden Sie keine weiteren Anlagen. Die Vereinssatzung, ein Vereinsregisterauszug und eine Gemeinnützigkeitsbescheinigung müssen erst später eingereicht werden.

 

Wer kann gefördert werden?

Gemeinnützige Organisationen wie z.B. Vereine. Einzelpersonen können nicht gefördert werden. Es müssen entweder Selbstorganisationen der Roma und Sinti sein oder es muss nachgewiesen werden, dass Sinti und / oder Roma das Projekt maßgeblich prägen und steuern. Personalkosten im Projekt sollten möglichst an Roma und / oder Sinti fließen.

 

Wer bewertet die Projektideen?

Mitarbeiter*innen der Stiftung EVZ (bei Projekten bis 50.000 Euro) bzw. der Freudenberg Stiftung (bei Projekten bis 6.000 Euro) als auch externe Expert*Innen, dabei sind sowohl Roma als auch Sinti vertreten.

 

Nach welchen Kriterien wird über die Förderung entschieden?

Wir beurteilen Ihre Ideen nach folgenden Kriterien:
•    Projektkonzept: Realistische Ziele werden konkret benannt, so dass sie später zur Bewertung des Projekterfolges herangezogen werden können.
•    Bedarf und Wirkung: der konkrete Bedarf wird begründet und es wird skizziert, welche Wirkungen erwartet werden.
•    Erfahrung: Vorerfahrungen im Bildungsbereich sind vorhanden.
•    Methodik: Methoden werden vor dem Projektbeginn sinnvoll gewählt und in der Projektidee nachvollziehbar beschrieben.
•    Nachhaltigkeit: Ergebnisse werden längerfristig genutzt oder können strukturelle Veränderungen bewirken. (Bei Projekten bis 50.000 Euro)
•    Planung: Ziele, Maßnahme, Zeitplan und Finanzierung sind aufeinander abgestimmt.

Müssen weitere Mittel eingebracht werden?

Wenn weder Eigen- noch Drittmittel eingebracht werden können, wird das Einbringen von Eigenleistungen erwartet. Dies sind unentgeltliche Leistungen z.B. durch ehrenamtliche Tätigkeiten oder das Bereitstellen von Räumen oder technischen Ausstattungen.

 

Was ist eine Stärkung der Selbstorganisation?

Projektgelder ermöglichen eine Stärkung, indem Geld für Personal, Büroausstattung, die Durchführung von Veranstaltungen, Schulungen, etc. vorhanden ist. Weiter Möglichkeiten sind die (Weiter-)Qualifizierung von Personal, die Kooperation mit neuen Organisationen, der Ausbau bestehender Kooperationen, eine verstärkte Einbindung von Ehrenamtlichen, eine größere Sichtbarkeit z.B. durch eine Vereinswebsite oder der Entwicklung eines Vereinslogos oder durch Presseberichte. Auch die Beteiligung an Netzwerken, die Erarbeitung eines Spendenkonzepts oder die Weiterentwicklung der Vereinsstrategie stärken Selbstorganisationen.


Ausgewählte Projekte

BROSCHÜRE „BILDUNSAUFBRUCH GESTALTEN“

Die Broschüre „Bildungsaufbruch gestalten“ beinhaltet fächerübergreifendes Unterrichtsmaterial zum Thema Sinti und Roma. Neben Hintergrundinformationen zu Geschichte und der Sinti und Roma und einer "Begriffsklärung" werden Aufgabenblätter zu den Themen: Geschichte, Kunst, Kultur und Gesellschaftspolitik als Kopiervorlagen bereitgestellt. Die Aufgabenblätter sind bewusst so gestaltet, dass diese sowohl fächerübergreifend als auch in verschiedenen Altersstufen und Schulformen eingesetzt werden können. Die Broschüre ist hier kostenfrei zu bestellen.


Foto: RomaniPhen e.V.

Film „Ein Tag in Romani Chajs Leben“

Mädchen im Alter von 12-18 Jahren arbeiteten gemeinsam an dem Filmprojekt. Die Mädchengrupppe Romani Chaji ist Teil des feministischen Archivs RomaniPhen. Im Film spricht die Hauptfigur Romani Chaji über ihre Auseinandersetzungen mit Diskriminierungen gegen Rom*nja. Der Film feiert 2019 seine Premiere im Kino.

zum Film

Grundlagen und Empfehlungen für Projekte

Bundesweiter Arbeitskreis zur Verbesserung der Bildungsbeteiligung und des Bildungserfolgs von Sinti und Roma in Deutschland

Die Stiftung EVZ initiiert den „Bundesweiten Arbeitskreis zur Verbesserung der Bildungsbeteiligung und des Bildungserfolgs von Sinti und Roma in Deutschland“. Auf der Basis einer Bestandsaufnahme zur Bildungssituation und den Handlungsmöglichkeiten relevanter Akteure identifizieren die Mitglieder des Arbeitskreises Beispiele guter Praxis, rezipieren relevante wissenschaftliche Erkenntnisse und erarbeiten auf dieser Basis systematisch konkrete Empfehlungen.

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STUDIE ZUR AKTUELLEN BILDUNGSSITUATION DEUTSCHER SINTI UND ROMA

In Deutschland leben heute ca. 80.000 bis 120.000 Sinti und Roma mit deutscher Staatsangehörigkeit. Seit dem 15. Jahrhundert sind sie im deutschsprachigen Raum präsent, 1997 wurden sie als nationale Minderheit anerkannt. Gleichwohl gibt es keine aktuellen Untersuchungen zu ihren Lebenswirklichkeiten.

KONTAKT

Wanja Hargens

Projektkoordination

roma.sinti(at)stiftung-evz.de