Sinti und Roma: Engagement in Deutschland

 

Gleichberechtigte Bildungsteilhabe von Sinti und Roma in Deutschland stärken und die Selbstorganisationen der Minderheit ausbauen

 

Die Stiftung EVZ stärkt Roma und Sinti als Nachfahren einer Minderheit, die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung war und unterstützt aus diesem Grund in Deutschland den Bildungsaufbruch von Sinti und Roma.
Im Jahr 2017 werden Projekte gefördert, die entweder einen Beitrag zur Verbesserung der heutigen Bildungssituation von Roma und Sinti leisten oder auf eine Stärkung der Selbstorganisationen abzielen.

Der von der Stiftung EVZ organisierte bundesweite Arbeitskreis veröffentlichte im Herbst 2015 die Empfehlungen „Gemeinsam für eine bessere Bildung. Empfehlungen zur gleichberechtigten Bildungsteilhabe von Sinti und Roma in Deutschland“, aufgrund der großen Nachfrage ist bereits ein Jahr später die zweite, erweiterte Auflage der Broschüre erschienen. Auf den Bildungsaufbruch ausgerichtete Projekte, nehmen diese Empfehlungen als Grundlage ihrer Arbeit.

 

Aktuell in dem Programm geförderte Projekte sind hier zu finden.

Was wird gefördert?

Projektideen, die 

  • auf eine Verbesserung der Bildungssituation von Sinti und Roma zielen;
  • einen Beitrag zur Stärkung der Selbstorganisationen leisten.

 

Ausgewählt wurden die Projekte nach folgenden Kriterien:

  • Projektkonzept: Ziele werden konkret benannt, sind messbar und werden angemessen umgesetzt.
  • Bedarf und Wirkung: der konkrete Bedarf wird begründet und es wird skizziert, welche Wirkungen erwartet werden.
  • Erfahrung: (ggfs. ehrenamtliche) fachliche Vorerfahrungen im Bildungsbereich sind vorhanden.
  • Methodik: Pädagogische Methoden werden sinnvoll gewählt.
  • Nachhaltigkeit: Ergebnisse werden längerfristig genutzt oder können strukturelle Veränderungen bewirken.
  • Planung: Ziele, Maßnahme, Zeitplan und Finanzierung sind aufeinander abgestimmt.

 

Wir fördern exemplarische Vorhaben die überregionale oder bundesweite Bedeutung entfalten, lokale Vorhaben werden nur gefördert, wenn sie bundesweit Vorbildcharakter entwickeln.

Weitere Projekte

 

Stipendien für in Deutschland lebende Sinti und Roma

Die Hildegard Lagrenne Stiftung (HLS) vergibt Stipendien an Roma und Sinti, die auf dem ersten oder zweiten Bildungsweg an einer pädagogischen Berufsausbildung oder einer pädagogischen Qualifikation teilnehmen möchten. Gefördert werden z.B. pädagogische Berufe in den Bereichen Erziehung, Sozialassistenz oder Kinderpflege sowie Qualifikationen z.B. zur Tagesmutter/-vater. Das Stipendium umfasst eine monatliche finanzielle Unterstützung und die Teilnahme an Fortbildungen. Weiter wird eine persönliche Mentorenschaft und eine sozialpädagogische Begleitung angeboten. Es können sich Sinti oder Roma bewerben, die in Berlin oder Brandenburg leben, einen pädagogischen Beruf ergreifen oder an einer Qualifikation in diesem Bereich teilnehmen möchten. Bewerbungen sind auch möglich, wenn eine Ausbildung noch nicht begonnen worden ist, diese jedoch in Aussicht steht. Es besteht auch die Möglichkeit, für maximal sechs Wochen in das Stipendienprogramm aufgenommen zu werden, um Unterstützung bei der Suche nach einer Ausbildung oder einem Qualifikationskurs zu erhalten.

 

BEWERBUNG UND KONTAKT

Hildegard Lagrenne Stiftung
Prinzenstraße 85, ( Aufbauhaus) 
10969 Berlin 
Tel.: 030/894 056 60
Kontakt(at)lagrenne-stiftung.de
www.lagrenne-stiftung.de/index.php/stipendien/online-bewerbung

 

Bundesweiter Arbeitskreis zur Verbesserung der Bildungsbeteiligung und des Bildungserfolgs von Sinti und Roma in Deutschland

Die Stiftung EVZ initiiert den „Bundesweiten Arbeitskreis zur Verbesserung der Bildungsbeteiligung und des Bildungserfolgs von Sinti und Roma in Deutschland“. Auf der Basis einer Bestandsaufnahme zur Bildungssituation und den Handlungsmöglichkeiten relevanter Akteure identifizieren die Mitglieder des Arbeitskreises Beispiele guter Praxis, rezipieren relevante wissenschaftliche Erkenntnisse und erarbeiten auf dieser Basis systematisch konkrete Empfehlungen.

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STUDIE ZUR AKTUELLEN BILDUNGSSITUATION DEUTSCHER SINTI UND ROMA

In Deutschland leben heute ca. 80.000 bis 120.000 Sinti und Roma mit deutscher Staatsangehörigkeit. Seit dem 15. Jahrhundert sind sie im deutschsprachigen Raum präsent, 1997 wurden sie als nationale Minderheit anerkannt. Gleichwohl gibt es keine aktuellen Untersuchungen zu ihren Lebenswirklichkeiten.

ANSPRECHPARTNER

Wanja Hargens

Projektkoordination

hargens(at)stiftung-evz.de

Tel.:+49 (0)30 25 92 97-64

Fax: +49 (0)30 25 92 97-11