Sinti*ze und Rom*nja: Engagement in Deutschland

STÄRKUNG DER BILDUNGSTEILHABE UND DER SELBSTORGANISATIONEN VON SINTI*ZE UND ROM*NJA IN DEUTSCHLAND - EINE GEMEINSAME INITIATIVE DER FREUDENBERG STIFTUNG UND DER STIFTUNG EVZ

Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) und die Freudenberg Stiftung stärken Rom*nja und Sinti*ze und setzen sich für ihre Rechte ein. Rom*nja und Sinti*ze waren Opfer von NS-Unrecht und nationalsozialistischer Verfolgung. Ausgrenzungen und Diskriminierungen wirken bis in die Gegenwart hinein.
Spezifische Angebote für eine gleichberechtigte Bildungsteilhabe sind in Zeiten der Corona-Pandemie umso dringlicher. Im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft hat die Europäische Kommission Ende 2020 einen neuen Europäischen Rahmen für Gleichbehandlung und Inklusion von Sinti*ze und Rom*nja vorgelegt. Die Projektförderung möchte dazu beitragen, im Rahmen dieses europäischen Vorgehens einen Beitrag für die gleichberechtigte Teilhabe von Rom*nja und Sinti*ze zu leisten.
Wir fördern Projekte von Sinti*ze- und Rom*nja-Organisationen in Deutschland für eine gleichberechtigte Bildungs- und damit für gesellschaftliche Teilhabe von Sinti*ze und Rom*nja.

Wir suchen Projektideen, die:

  • auf eine Verbesserung der Bildungssituation von Sinti*ze und Rom*nja zielen und
  • einen Beitrag zur Stärkung der Selbstorganisationen von Rom*nja und Sinti*ze leisten.

Wir begrüßen besonders Initiativen von Romnja* und Sintize* für Mädchen und Frauen.

 

Zwei Wege der Förderung:

  1. Laufzeit 2 Jahre > maximale Fördersumme 50.000 Euro
    Sie haben eine Idee für ein Projekt, das bis zu zwei Jahre laufen wird und maximal 50.000 Euro Förderung benötigt, dann nutzen Sie bitte dieses Formular.
  2. Laufzeit 6 Monate > maximale Förderung 6.000 Euro
    Ihre Organisation wurde bisher gar nicht oder nur im geringen Umfang gefördert und Sie haben eine Idee für ein kleineres Projekt, das bis zu sechs Monate laufen wird und maximal 6.000 Euro Förderung benötigt, dann nutzen Sie bitte dieses Formular.

Projekte können frühestens am 1. Juli 2021 beginnen.

Projektideen konnten bis zum 15. März 2021 eingereicht werden.
Wir melden uns mit den Förderentscheidungen im Mai 2021.

Foto: Caspar Schleicher / Hildegard Lagrenne Stiftung

Häufig gestellte Fragen

Worin unterscheiden sich die beiden Fördermöglichkeiten voneinander?

Projekte bis maximal 50.000 Euro können bis zu 24 Monate laufen und werden von der Stiftung EVZ finanziert. Im Mai erhalten Sie entweder eine Ablehnung oder werden dazu aufgefordert, einen Antrag einzureichen. Für diesen Antrag erhalten Sie dann ein neues Formular, mit dem Sie Ihr Vorhaben konkreter beschreiben als auch die Kosten detaillierter darstellen. Bei dieser Antragsstellung werden Sie durch die Stiftung EVZ beraten.
Projekte bis maximal 6.000 Euro können bis zu 6 Monate laufen und werden von der Freudenberg Stiftung finanziert. Diese Förderung richtet sich besonders an Organisationen, die bisher gar nicht oder nur im geringen Umfang gefördert worden sind. Im Mai erhalten Sie entweder eine Ablehnung oder eine Förderzusage.

 

Können mehrere Projektideen eingereicht und gefördert werden?

Eine Organisation kann mehrere Projektideen einreichen. Diese sollten sich deutlich voneinander unterscheiden. Da die Mittel des Förderprogramms begrenzt sind, ist in der Regel nur die Förderung eines Projektes pro Organisation möglich.

 

Welche Formalia müssen beachtet werden?

Senden Sie das vollständig ausgefüllte Formular per Mail an bildungsteilhabe(at)stiftung-evz.de. Eine Unterschrift ist nicht notwendig. Bitte senden Sie keine weiteren Anlagen. Die Vereinssatzung, ein Vereinsregisterauszug und eine Gemeinnützigkeitsbescheinigung müssen erst später eingereicht werden.

 

Wer kann gefördert werden?

Gemeinnützige Organisationen wie z.B. Vereine. Einzelpersonen können nicht gefördert werden. Es müssen entweder Selbstorganisationen der Rom*nja und Sinti*ze sein oder es muss nachgewiesen werden, dass Sinti*ze und / oder Rom*nja das Projekt maßgeblich prägen und steuern. Personalkosten im Projekt sollten möglichst an Rom*nja und / oder Sinti*ze fließen.

 

Wer bewertet die Projektideen?

Mitarbeiter*innen der Stiftung EVZ (bei Projekten bis 50.000 Euro) bzw. der Freudenberg Stiftung (bei Projekten bis 6.000 Euro) als auch externe Expert*innen, dabei sind sowohl Rom*nja als auch Sinti*ze vertreten.

 

Nach welchen Kriterien wird über die Förderung entschieden?

Wir beurteilen Ihre Ideen nach folgenden Kriterien:
•    Projektkonzept: Realistische Ziele werden konkret benannt, so dass sie später zur Bewertung des Projekterfolges herangezogen werden können.
•    Bedarf und Wirkung: der konkrete Bedarf wird begründet und es wird skizziert, welche Wirkungen erwartet werden.
•    Erfahrung: Vorerfahrungen im Bildungsbereich sind vorhanden.
•    Methodik: Methoden werden vor dem Projektbeginn sinnvoll gewählt und in der Projektidee nachvollziehbar beschrieben.
•    Nachhaltigkeit: Ergebnisse werden längerfristig genutzt oder können strukturelle Veränderungen bewirken. (Bei Projekten bis 50.000 Euro)
•    Planung: Ziele, Maßnahme, Zeitplan und Finanzierung sind aufeinander abgestimmt.

Müssen weitere Mittel eingebracht werden?

Wenn weder Eigen- noch Drittmittel eingebracht werden können, wird das Einbringen von Eigenleistungen erwartet. Dies sind unentgeltliche Leistungen z.B. durch ehrenamtliche Tätigkeiten oder das Bereitstellen von Räumen oder technischen Ausstattungen.

 

Wie können sich Selbstorganisationen stärken?

Projektgelder ermöglichen eine Stärkung, indem Gelder für Personal, Büroausstattung, die Durchführung von Veranstaltungen, Schulungen etc. vorhanden sind. Weitere Möglichkeiten sind die (Weiter-)Qualifizierung von Personal, die Kooperation mit neuen Organisationen, der Ausbau bestehender Kooperationen, eine verstärkte Einbindung von Ehrenamtlichen. Auch eine größere Sichtbarkeit z. B. durch eine Vereinswebseite, der Entwicklung eines Vereinslogos oder durch Presseberichte sind möglich. Weitere Beispiele für die Stärkung einer Selbstorganisation sind die Beteiligung an Netzwerken, die Erarbeitung eines Spendenkonzepts oder die Weiterentwicklung der Vereinsstrategie.


Ausgewählte Projekte

RomnoKher-Studie 2021. Ungleiche Teilhabe. Zur Lage der Sinti und Roma in Deutschland

Die Studie untersucht die Erfahrungen und Qualifikationen von Sinti*ze und Rom*nja im deutschen Bildungssystem. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Bildungssituation von Rom*nja und Sinti*ze im schulischen Bereich deutlich, aber im Ausbildungsbereich nur leicht verbessert hat. Die Unterschiede zur Gesamtbevölkerung bleiben signifikant. Die Befragungsergebnisse zeigen auch die Langzeitwirkungen der nationalsozialistischen Verfolgung auf. Die Broschüre ist hier kostenfrei zu bestellen.

BROSCHÜRE „BILDUNSAUFBRUCH GESTALTEN“

Die Broschüre „Bildungsaufbruch gestalten“ beinhaltet fächerübergreifendes Unterrichtsmaterial zum Thema Sinti und Roma. Neben Hintergrundinformationen zu Geschichte und der Sinti und Roma und einer "Begriffsklärung" werden Aufgabenblätter zu den Themen: Geschichte, Kunst, Kultur und Gesellschaftspolitik als Kopiervorlagen bereitgestellt. Die Aufgabenblätter sind bewusst so gestaltet, dass diese sowohl fächerübergreifend als auch in verschiedenen Altersstufen und Schulformen eingesetzt werden können. Die Broschüre ist hier kostenfrei zu bestellen.


Empfehlungen

Bundesweiter Arbeitskreis zur Verbesserung der Bildungsbeteiligung und des Bildungserfolgs von Sinti und Roma in Deutschland

Die Stiftung EVZ initiiert den „Bundesweiten Arbeitskreis zur Verbesserung der Bildungsbeteiligung und des Bildungserfolgs von Sinti und Roma in Deutschland“. Auf der Basis einer Bestandsaufnahme zur Bildungssituation und den Handlungsmöglichkeiten relevanter Akteure identifizieren die Mitglieder des Arbeitskreises Beispiele guter Praxis, rezipieren relevante wissenschaftliche Erkenntnisse und erarbeiten auf dieser Basis systematisch konkrete Empfehlungen.

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KONTAKT

Wanja Hargens

Projektkoordination

bildungsteilhabe(at)stiftung-evz.de