Partnerschaften für Opfer des Nationalsozialismus

Das Programm wird nicht mehr ausgeschrieben. 2021 unterstützt die Stiftung sechs Projekte in Israel und elf Projekte in Deutschland, die den Überlebenden von NS-Verfolgung ein Leben in Würde ermöglichen. Auf die spezifischen Bedürfnisse der NS-Opfer abgestimmt, werden mit den Projekten neue Formen der Altenhilfe bekannt gemacht und zivilgesellschaftliche Akteure in diesem Feld gestärkt.

Oft haben die Projekte Modellcharakter und geben als solche wichtige Impulse für eine bessere Versorgung alter Menschen in Deutschland und Israel. Durch das Programm konnte ein internationales Netzwerk professioneller und ehrenamtlicher Akteur*innen zur Arbeit mit traumatisierten NS-Opfern aufgebaut werden. Seit dem Jahr 2002 hat die Stiftung EVZ im diesem Programm über 1.000 Projekte unterstützt. Die Stiftung EVZ setzt auch 2021 in verschiedenen länderspezifischen Programmen ihre Arbeit zur Unterstützung der Überlebenden in Belarus, Deutschland, Israel, Polen, Russland, Tschechien und der Ukraine fort.

Ausgewählte Projekte

Jerusalem u.a.: Generationendialog Holocaustüberlebender mit jungen Menschen

Amcha - Israelisches Zentrum für psychosoziale Unterstützung von Holocaust-Überlebenden und der zweiten Generation, Jerusalem

AMCHA organisiert Begegnungen von rund 1.000 Jugendlichen und 500 Holocaust-Überlebenden, sei es als Hausbesuch, kulturelle Veranstaltung (Konzerte, Lesungen, Theater etc.), ein Fest zu Feier- und Geburtstagen, Computer- und anderen gemeinschaftlichen Kursen oder ein Erzählcafé. Über den Kontakt mit jungen Menschen werden alleinstehende Überlebende aus ihrer Isolation geholt. Sozialarbeiter sprechen die jungen Ehrenamtlichen über Schulen und Jugendorganisationen an. Sie bauen Kontakte zu den Überlebenden auf und organisieren die gemeinsamen Veranstaltungen. Die Aktivitäten an den verschiedenen Standorten werden durch regelmäßige Treffen der Projektmitarbeiter vernetzt, um einen kontinuierlichen Erfahrungstransfer zu garantieren. Ein besonderer Schwerpunkt der Aktivitäten wird auf die Stadt Ashkelon und den Süden von Israel gelegt, wo viele Holocaust-Überlebende wegen des Raketenbeschusses aus Gaza unter massivem psychischen Stress stehen und oft Re-Traumatisierungen erleiden.

Hamburg: Ehrenamtlicher Besuchsdienst für NS-Verfolgte

Verein psychosoziale Arbeit mit Verfolgten e.V., Hamburg

Um die Lebenssituation von rund 40 ehemaligen NS-Verfolgten in Hamburg nachhaltig zu verbessern, entsteht im Rahmen des Projekts ein ehrenamtlicher Hausbesuchs- und Begleitdienst. Vor allem hochbetagte und weniger mobile NS-Verfolgte haben dadurch wieder mehr am gesellschaftlichen Leben teil. Dies gewährleisten Ehrenamtliche im Alter von 16 bis 75 Jahren. Ihre Unterstützung besteht aus Besuchen zu Hause, Gesprächen, gemeinsamen Mahlzeiten, Vorlesen, Einkäufen, Unterstützung im Haushalt, Begleitung zu Arztterminen, zu Veranstaltungen, Spaziergängen. Der Verein Psychosoziale Arbeit mit Verfolgten e. V. bietet Verfolgten und ihrem Umfeld Beratung und psychosoziale Hilfen an. Ziel ist die Schaffung, Vermittlung und Begleitung angemessener Hilfen im Alltag, die die lebensgeschichtlichen Besonderheiten von Überlebenden der NS-Verfolgung und Vernichtungspolitik im Land der NS-Täter berücksichtigen und einen respektvollen Umgang mit ihren Erfahrungen und besonderen Ängsten zu pflegen.