Förderprogramm

"Latscho Diwes"

Ein Förderprogramm für Überlebende des NS-Genozids an den Roma

Roma in Osteuropa, insbesondere die Überlebenden der NS-Verfolgung, leben in Armut und sind gesellschaftlich ausgegrenzt. Im Rahmen des Förderprogramms „Latscho Diwes“ fördert die Stiftung EVZ verstärkt humanitäre Hilfsprojekte für die vor 1945 geborenen Roma. In den Jahren 2016 bis 2018 wurden 31 Projekte aus Belarus, Mazedonien, Moldawien, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei, Tschechien und der Ukraine mit rund 1,4 Mio. Euro gefördert.

 

Die Stiftung EVZ engagiert sich weiter für die Überlebenden des Genozids an den Roma. Das Fördervolumen für 2019 beträgt 420.000 Euro. Die Mittel werden als Folgefinanzierung für ausgewählte Träger, die bereits gefördert wurden, eingesetzt.

Programmziele

  • Überlebende des Genozids an den Roma haben und nutzen den Zugang zu vorhanden medizinischen, sozialen und anderen Leistungen.
  • Sie und ihre Angehörigen leiden weniger materielle Not, ihre Gesundheit ist stabil.
  • Sie nehmen am sozialen Leben teil und fühlen sich wertgeschätzt.
  • Zivilgesellschaftliche Organisationen, insbesondere solche aus der Roma-Gemeinde, kennen die Bedarfe älterer Roma und setzen ihre Kompetenzen für die NS-Opfer ein.

Projekte in Russland, Ukraine, Belarus und Moldawien

Freiwilligenengagement und individuelle Hilfe für Opfer des Krieges in der Ostukraine

Die junge ukrainische NGO „Spilna dopomoha“ („Gemeinsame Hilfe“) unterstützt 65 betagte Roma, die unter den Kriegshandlungen im Osten der Ukraine gelitten haben und in den Regionen Donezk und Mariupol leben. Sie erhalten Medikamente, Kleidung und Hygienemittel, können sich eine Woche lang in einem Rehabilitationszentrum erholen, ihre Häuser werden repariert. Junge ukrainische und Roma-Freiwillige besuchen die Projektbegünstigten, helfen im Haushalt und nehmen ihre Erinnerungen auf. Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit Roma-Organisationen vor Ort umgesetzt.

Weitere Informationen zum Projekt

Inklusion und Zugang zu staatlichen Leistungen

Der regionale Verein „Smolensker Roma Diaspora“ aus Russland setzt auf die Förderung der sozialen Teilhabe der Roma, die den NS- Verfolgung überlebt haben, durch Nutzung von bereits vorhandenen Angeboten. In Kooperation mit staatlichen Einrichtungen organisiert der Träger für 80 Projektbegünstigte eine laufende medizinische und juristische Betreuung, kostenlose Zahnbehandlungen und Kuren. Mit der Unterstützung von jungen Freiwilligen wird zudem individuelle Hilfe (Auslieferung von Medikamenten, Kleidung und Bettutensilien, kleine Hausreparaturen) geleistet.

Projekte in Mittel- und Südosteuropa

RUMÄNIEN

Social Integration and Development Association Muntenia, Feteşti, Kreis Iolomiţa

In der rumänischen Gemeinde Feteşti im Kreis Ialomiţa betreut die Roma-Organisation "Social Integration and Development Association Muntenia" 30 Überlebende des Genozids an den Roma. Die Hochbetagten erhalten humanitäre Einzelfallhilfen, wie Kleidung und Lebensmittelgutscheine. Sie werden regelmäßig medizinisch betreut. Zehn Freiwillige engagieren sich in dem Projekt und unterstützen die Begünstigten im Alltag. Das Projekt möchte aber auch auf das Verfolgungsschicksal der alten Roma aufmerksam machen. Während Erzählcafés werden die Erzählungen der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aufgezeichnet.

SERBIEN

Association of Roma Intellectuals, Vladičin Han

Die Organisation "Roma Intellectuals Serbia" kümmert sich um 110 Überlebende des Genozids an den Roma in den zwei südserbischen Gemeinden Vladičin Han und Surdulica. Die Senioren und ihre Angehörigen erhalten soziale, medizinische und juristische Beratung und Unterstützung. Im Dorf Prekodolce bei Vladičin Han wird ein Sozialzentrum betrieben, das den alten Menschen vielfältige Angebote macht, ihre Zeit gemeinsam mit anderen zu verbringen. Immobile hochbetagte Menschen werden von der Organisation zu Hause besucht.

Kontakt

Dr. Valentina Valtchuk

Projektkoordination

valtchuk(at)stiftung-evz.de

Tel.:+49 (0)30 25 92 97-47

Fax: +49 (0)30 25 92 97-11

 

Anja Kräutler

Teamleitung

kraeutler(at)stiftung-evz.de

Tel.:+49 (0)30 25 92 97-54

Fax: +49 (0)30 25 92 97-11