Förderprogramm

Zwangsarbeit und vergessene Opfer - Erinnern an nationalsozialistisches Unrecht

Der Stand der Aufarbeitung der NS-Zwangsarbeit ist in Europa nach wie vor sehr unterschiedlich. Es gibt zudem in Deutschland und den vom NS-Regime besetzten Ländern bzw. deren Nachfolgestaaten weitere Opfergruppen von NS-Unrecht, die noch keinen angemessenen Platz in den Erinnerungskulturen haben. Diese werden in Deutschland häufig mit dem Begriff „vergessene“ NS-Opfer bezeichnet. Wir unterstützen mit diesem Programm Projekte, die einen multiperspektivischen Ansatz verfolgen und dadurch zur Entwicklung eines gemeinsamen Geschichtsverständnisses in Europa beitragen.

Evaluation des Förderprogramms

Mainlevel Consulting AG evaluierte im Auftrag der Stiftung EVZ 2018 den Erfolg und die Wirkungen des Förderprogramms „Zwangsarbeit und ‚vergessene‘ Opfer“ und der darin geförderten Projekte. Die Evaluation zeigt, dass die Projekte, die zwischen 2014 und 2019 durchgeführt wurden, die Ziele des Programms mit unterschiedlichen Formaten realisierten. Darunter sind (Online-) Ausstellungen und Filme, Kunstinstallationen und Graphic Novels, Webseiten, Austauschprogramme und Begegnungsprojekte sowie Workshops und thematische Stadtführungen. Die Projekte wurden in Deutschland, Polen, Ukraine, Weißrussland, Tschechien, Russland, Slowakei, Serbien, Ungarn, Rumänien, Moldawien, Mazedonien, Kroatien, Frankreich, Norwegen und Finnland umgesetzt.

Zur Zusammenfassung der Evaluation.

Geförderte Projekte

Recherche-Theater-Projekt „Blodveger. NS-Zwangsarbeit in Nord-Norwegen“

Das Vajswerk Recherche Theater Berlin recherchierte im Rahmen einer multi-perspektivischen Theater Inszenierung die Geschichte der rund 130.000 Zwangsarbeiter*innen, die ins deutsch-besetzte Norwegen verschleppt wurden. BLODVEGER (Blutweg) erzählt durch die Mitarbeit von Historiker*innen aus Deutschland, Norwegen, Schweden, Russland und Serbien von Lebensgeschichten und dem Alltag der dieser Menschen. Sie wurden gezwungen im Norden Norwegens Straßen und Zuggleise zu bauen. Die Inszenierung wurde in Berlin und Narvik aufgeführt, zudem in Teilen auch in in Skinnskatteberg, Belgrad, und Archangelsk. 

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Zum Online-Archive des Recherche-Theater-Projekts

 

 

Wanderausstellung „Erinnere dich an uns…: Jüdische Ärzte*innen und Behinderte unter nationalsozialistischer Besatzung des Nordkaukasus und in der (post-) sowjetischen Erinnerungskultur“ 

Eine Wanderausstellung des Vereins der Freunde und Förderer des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA) über die Verfolgung und Ermordung körperlich und geistig behinderter Menschen, insbesondere Kinder, Frauen und jüdischer Ärzt*innen im Nordkaukasus. In Kooperation mit dem „Felitzyn“, dem staatlichen archäologisch-historischem Museum in Krasnodar, Russland, konnten Materialien aus Archiven zum ersten Mal öffentlich gezeigt werden. In vier Teilen wird die Geschichte geschildert: von der Rassentheorie bis hin zu einer Art Denkmal für die Opfer.

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Wanderausstellung „Das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg als Ort von NS-Zwangsarbeit“

Eine Wanderausstellung der Museen der Stadt Nürnberg erzählt zum ersten Mal in der Öffentlichkeit die Geschichte der Zwangsarbeiten von sowjetischen Kriegsgefangenen, italienischen Militär-internierten und polnischen Zwangsarbeitenden auf dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Nach dem letzten Reichsparteitag in 1938 wurde das Gelände umgestaltet, es entstanden große Lager in denen Gefangene interniert wurden und dann zur Zwangsarbeit getrieben wurden. Die Ausstellung macht klar das Verschleppte in großen Unternehmen in und um Nürnberg arbeiten mussten, und dies vor den Augen der dortigen Bürger*innen.

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Digitale Datenbank und Wanderausstellung „Konzentrationslager in Kampor und Slana“

In diesem Projekt des „Documenta – Center for Dealing with the Past“ in Zagreb, wird die Geschichte der italienischen Konzentrationslager in Kampor und Slana in eine digitale Datenbank aufgenommen. Die zugehörige Wanderausstellung wird in drei Städten vorgestellt. Es wird auch eine App für Smartphones über das Konzentrationslager in Kampor entwickelt, die digitale Bildungsarbeit über diesen Ort digital ermöglicht. Im Rahmen des Projekts werden auch Bildungsreisen durch Italien, Slowenien und Kroatien organisiert, sowie ein Sommerlager auf den Inseln Rab, Pag, und Goli otok.

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Vergessene Kosmopoliten: Die unterschiedlichen Schicksale europäischer Zirkusleute nach dem Zweiten Weltkrieg

Das Centre for Nordic Studies an der Universität Helsinki möchte in diesem Projekt in Zusammenarbeit mit Mitgliedern der Zirkusgemeinschaft neue Erkenntnisse über die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf das Schicksal der europäischen Zirkusleute gewinnen. Geplant sind Recherchen, eine Webseite, Seminare und eine Ausstellung. 

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Status

Das Förderprogramm wird 2019 beendet. Eine Nachfolge-Förderung ist geplant und wird derzeit entwickelt.

Übersicht der Projekte

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Ansprechpartner

Corinna Jentzsch

Projektkoordination

jentzsch(at)stiftung-evz.de

Tel.: +49 (0)30 25 92 97-26

Fax: +49 (0)30 25 92 97-11

 


Agnieszka Pustola

Projektkoordination

pustola(at)stiftung-evz.de

Tel.: +49 (0)30 25 92 97-13

Fax: +49 (0)30 25 92 97-11

 

 

Annemarie Hühne

Teamleitung

huehne(at)stiftung-evz.de

Tel.:+49 (0)30 25 92 97-16

Fax: +49 (0)30 25 92 97-11