Förderprogramm local.history international

Mit dem Förderprogramm local.history unterstützt die Stiftung EVZ lokal und regional aktive Geschichtsinitiativen aus Mittel- und Osteuropa bei Projekten zur Aufarbeitung und Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges. Die geförderten Projekte setzen sich thematisch mit Orten, Personen und Ereignissen der NS-Geschichte auseinander. Eine besondere Bedeutung soll dabei die NS-Zwangsarbeit und Verfolgung verschiedener Menschen und Menschengruppen während des Nationalsozialismus haben. Die partizipative Einbeziehung von lokalen Akteur:innen und verschiedenen Zielgruppen sowie eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit schafft eine zeitgemäße und inklusive Erinnerungskultur. Der Stiftung EVZ ist es wichtig, dabei die Verbindungen zu aktuellen Debatten in der Gesellschaft aufzugreifen und Fragen an die Geschichte aus heutiger Perspektive zu stellen.

Die Stiftung EVZ möchte die kritische Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte auf der regionaler Ebene ermöglichen. Die thematischen Bezüge sind von den Ländern und Regionen abhängig. Anträge können aus allen Ländern Europas, insbesondere Mittel- und Osteuropas gestellt werden. Es ist keine Antragstellung von Organisationen aus Deutschland möglich. Diese können aber als Kooperationspartner Teil des Projektes sein. Weitere Informationen finden Sie in der Ausschreibung.

© Andrè Wagner/Alexander Haus e.V.

Geförderte Projekte

Elie Wiesel National Institute for Studying the Holocaust in Romania, Rumänien

Der Holocaust und die Geschichten der Jüdinnen:Juden und Rom:nja aus Rumänien

Im Projekt wird eine Ausstellung entwickelt, die die Geschichten der Jüdinnen:Juden und Rom:nja aus sechs Regionen Rumäniens erzählt. Die Orte wurden ausgewählt, um die vielfältigen Facetten des Holocausts in Rumänien aufzuzeigen, wobei vor allem die Gebiete im Fokus stehen, an denen es wenige oder keine lokalen Erinnerungen an den Holocaust gibt. Im Projekt wird partizipativ mit Schüler:innen gearbeitet, die Ergebnisse werden digital frei zugänglich gemacht.

Projektdauer: Januar 2021 - Januar 2023

 

BURNING CONSCIENCE Exhibition Support Foundation "Breaking the Silence", Lettland

"Breaking the Silence": Eine audiovisuelle Performance über 200 ermordete Jüdinnen:Juden aus der Stadt Cēsis und das jüdische Erbe in der Region

Ziel des Projekts ist es, das Bewusstsein der Gesellschaft für das traumatische Erbe der totalitären Vergangenheit, insbesondere des Holocausts, mit Fokus auf die lokale Geschichte zu schärfen. Umgesetzt wird dies mithilfe zeitgenössischer audiovisueller Kunstperformances und Kunstobjekte im öffentlichen Raum der Stadt Cēsis und Podcasts von Künstler:innen. Höhepunkt des Projekts wird die Kunstperformance "SILENCE FALLS" im August 2022 in einem Wald bei Cēsis sein.
Projektdauer: Januar 2021 - Oktober 2022

 

Chłopaki Znad Morza, Polen

Lokale Ereignissen der NS-Geschichte und Erinnerungskultur in Ustronie Morskie

In dem Projekt steht der Ort Ustronie Morskie (ehem. Henkenhagen) im Fokus, insbesondere das ehemalige Zwangsarbeitslager. Es werden Spurensuche- und Kunst-Workshops, öffentliche Diskussionen und eine Ausstellung geplant sowie eine Publikation erstellt. Zielgruppe ist die lokale Bevölkerung, aber auch Schüler:innen sowie Studierende aus der Region.

Projektdauer: Januar 2021 - Januar 2023

 

Fundacja na rzecz Wielkich Historii, Polen

Jüdisches Leben in Otwock und Falenica: Erstellung einer Webseite mit AR-Elementen

Das Projekt konzentriert sich auf die Darstellung des jüdischen Lebens in zwei für das polnische Judentum wichtigen Warschauer Vorstadtgemeinden: Otwock und Falenica. Die Informationen über die jüdischen Gemeinden der Gegenwart werden von jungen Menschen und Historiker:innen in den örtlichen Schulen gesammelt. Es soll eine polnische, englische und hebräische Version des interaktiven Guides und der Karte geben, die lokale jüdische Lebensorte präsentiert. Zusätzlich wird eine Website mit AR-Technik entwickelt.

Projektdauer: Januar 2021 – November 2022

 

Fundacja Nomina Rosae Ogrod Kultury Dawnej, Polen

Leben in Nowy Sącz unter der deutschen Besatzung: Erstellung einer virtuellen Karte mit Bildungsmaterialien

Ziel des Projekts ist es, eine virtuelle Karte zu erstellen, die die Veränderungen in der Stadt Nowy Sącz und im Leben der Bürger:innen, die durch die deutsche Besetzung und Politik verursacht wurden, darstellt. Die Karte wird in Englisch und Polnisch erstellt. Als Teil des Projekts werden Lehrer:innen und Schulen aller Stufen, einschließlich Senior:innen, angesprochen.

Projektdauer: Januar 2021 – April 2022

 

NGO Center for Studies of Memory Policy and Public History "Mnemonics“, Ukraine

Unbekannte Geschichten der Rettung von Verfolgten der NS-Diktatur und der interethnische Konflikt in Wolhynien: Graphic Novels, Podcasts und Summer Schools
Es werden der Öffentlichkeit unbekannte Beispiele der Rettung von Verfolgten des Nationalsozialismus (Jüdinnen:Juden, Rom:nja, Kriegsgefangene, „Ostarbeiter:innen“) und der interethnische Konflikt in Wolhynien zwischen Polen und Ukrainern während des Zweiten Weltkriegs vorgestellt. Der Fokus liegt auf Austausch und Dialog. Das Projekt richtet sich an Schulen und non-formale Bildungsträger.

Projektdauer: Februar 2021 – November 2022    

 

Historical Museum of Bosnia and Herzegovina, Bosnien und Herzegowina

Ausstellung über die deutsche Okkupation, die Ustascha und die Situation der Jugend in Bosnien und Herzegowina zwischen 1941 und 1945

Im Projekt werden junge Menschen an bisher nicht erschlossenem Archivmaterial über die Situation der Jugend in Bosnien und Herzegowina zwischen 1941 und 1945 forschen. Ziel ist es, in Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum eine Ausstellung zu diesem Thema zu erarbeiten und in verschiedenen Städten zu zeigen.    

Projektdauer: Februar 2021 – Dezember 2022

 

Nansen Dialogue Centre, Kroatien

Kritische Auseinandersetzung mit Verfolgung von Minderheiten im Unabhängigen Staat Kroatien und heutigen Rassismen
Im Rahmen verschiedener Bildungsangebote, wie etwa Workshops, Seminare, Weiterbildungen sowie einer Ausstellung wird die Verfolgung von Minderheiten (Jüdinnen:Juden, Rom:nja und Serb:innen) im Unabhängigen Staat Kroatien, der von 1941 bis 1945 bestand, thematisiert und Kontinuitäten zu gegenwärtigen Phänomenen wie Hassrede, Diskriminierung und Rassismus herausgearbeitet.         
Projektdauer: Mai 2021 – September 2022

DMO Albania, Albanien

Geschichte der Überlebenden des KZ Mauthausen aus Albanien: Dokumentation, Wanderausstellung und Bildungsangebote

Ziel des Projekts ist es, die Geschichte der albanischen Überlebenden des KZ Mauthausens zu dokumentieren und öffentlich bekannter zu machen. Im Fokus steht das Schaffen eines Bildungsangebots für jüngere Generationen, dabei wird mit ausgewählten Biografien und Familiengeschichten gearbeitet. Das Projekt wird als „lebendiger Archivraum“ im Nationalen Historischen Museum Albaniens in Tirana eingerichtet. Zusätzlich wird das Erarbeitete in einem Film dokumentiert und auf einer Webseite veröffentlicht.

Projektdauer: März 2021 – Dezember 2022

 

Central Museum of Textiles in Łódź, Polen

Multimediale Ausstellung und digitale Bildungsmaterialien über Helena Bohle-Szacka
Im Mittelpunkt des Projektes mit lokalem Fokus auf die Stadt Łódź steht die Biografie von Helena Bohle-Szacka: Künstlerin, Mode- und Grafik-Designerin, aber auch KZ-Überlebende. Der interdisziplinäre Zugang über Textilien ermöglicht neue Zielgruppen für die Themen Verfolgung und NS-Zwangsarbeit zu erschließen. Es entsteht eine künstlerische Ausstellung, die wie auch das Bildungsmaterial online zu sehen sein wird.

Projektdauer: Februar 2021 – August 2022

 

Roma Culture and Media Center "BARIKANIPE'' – Skopje, Nordmazedonien

Rom:nja aus Nordmazedonien im Zweiten Weltkrieg: Zeitzeugnisse, Seminare für junge Menschen und eine digitale Ausstellung mit Kunstarbeiten

Im Projekt werden junge Rom:nja mit dem Thema Zweiter Weltkrieg vertraut gemacht mit dem Fokus auf Ereignisse, an denen Rom:nja beteiligt waren. Das Projekt besteht aus mehreren Komponenten: Dem Sammeln und Veröffentlichen von Zeugnissen älteren Rom:nja, die vom Leben während des Krieges in Mazedonien erzählen, wie auch die Erstellung einer Online-Ausstellung, in der die künstlerischen Arbeiten der Teilnehmenden der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Projektdauer: Februar 2021 – August 2022

 

Republican Union of Tourism Industry, Belarus

Virtuelles Museum des Kriegsgefangenenlagers Stalag 352 in Minsk, Belarus
Das Projekt erinnert an die Kriegsgefangenen in dem ehemaligen Gefangenenlager Stalag 352 am Stadtrand von Minsk, heute Masyukovshchyna. Ziel ist, die Geschichte des Stalag 352 der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und zu visualisieren. Neben einer multimedialen, digitalen Anwendung, der auch als virtueller Guide für die Besucher:innen des Lagergeländes genutzt werden kann, finden Veranstaltungen auf dem Gelände statt, um den bisher vernachlässigten Ort für die Nachbarschaft nutzbar zu machen.
Projektdauer: Februar 2021 - April 2022

 

Agentur für Menschenrechte in den Karpaten, KAPLVESTED, in Uschgorod, Ukraine

Die virtuelle Darstellung des Völkermords an den Rom:nja in der Region Transkarpatien
Im Fokus steht der Völkermord an den Rom:nja aus der Region Transkarpatien und die bis heute fortwährende Diskriminierung. Geplant sind: die Einrichtung eines virtuellen Museums mit vier thematischen Schwerpunkten und Videoguides sowie die Erstellung einer virtuellen interaktiven Karte mit fünf Schlüsselstandorten der Rom:nja-Verfolgung und passenden Audioguides. Als Grundlage dienen Interviews mit Rom:njas aus der Region. Ergänzt wird das Vorhaben mit einer Summer School, die sich mit der Geschichte der Rom:nja und des Porajmos auseinandersetzt.
Projektdauer: Februar 2021 – August 2022

Zachor Foundation for Social Remembrance in Budapest, Ungarn

Erarbeitung von vier lokalen und interaktiven IWalk-App Geschichtsspaziergängen in Ungarn, Tschechien, Deutschland und Niederlande
Schüler:innen und Lehrer:innen entwickeln mit der Unterstützung von Expert:innen digitale Geschichtsspaziergänge (sogenannte IWalks). Dabei soll der Holocaust als Gesamtheit, aber auch die lokalen Verwicklungen betrachtet werden. Ziel ist, sich mit der lokalen Geschichte und dem lokalen Gedächtnis im Rahmen eines breiteren europäischen Kontextes auseinanderzusetzen, um Interdependenzen, Ähnlichkeiten und lokale Besonderheiten zu verstehen. Es handelt sich um eine internationale Zusammenarbeit der Regionen: Ungarn - Baja (Südwestungarn); Tschechische Republik - Ceský Tešín (Mährisch-Schlesische Region); Deutschland - Cottbus; Niederlande - Amsterdam (Jodenbuurt - Hollandsche Schouwburg). Grundlage für die Erarbeitung der Rundgänge bilden die Videozeugnisse aus dem Visual History Archive der USC Shoah Foundation.
Zeitraum: Februar 2021 – Juli 2022

 

Jüdisches Kulturzentrum in Mogilev, Belarus

Erinnern. Niemals vergessen: Jüdisches Leben auf dem Land in Ostbelarus. Rezeption vor Ort, in den Regionalmuseen und Geschichtsbüchern
Im Projekt wird die jüdische Geschichte als Teil der allgemeinen Ortsgeschichte erforscht und in die Bildungsangebote der Regionalmuseen integriert. Dabei werden aktuelle gesellschaftliche Probleme wie Rassismus und Antisemitismus in den Blick genommen. Alle Aktivitäten zum Thema "Jüdisches Leben" werden in kleinen Städten in der Region Mogilev umgesetzt. Geplant sind biographische Arbeiten, Zeitzeugnisse, Workshops, verschiedene Kunstformate und Medien. Ergänzt wird das Projekt durch einen Geschichtswettbewerb an Schulen.
Projektdauer: März 2021 – März 2022

 

NGO Kyiv Bildungszentrum "Tolerspace", Ukraine

Digitale Rundgänge zur Geschichte des Holocaust und des Zweiten Weltkriegs in vier ukrainischen Städten
In vier ukrainischen Städten werden in Kooperation mit dem Ukrainian Center for Holocaust Studies digitale Geschichtsspaziergänge entwickelt. Grundlage für die Rundgänge bilden die Zeugnisse aus dem Visual History Archive der USC Shoah Foundation. Die Geschichtsspaziergänge werden auf diversen Geräten zugänglich sein: in Form einer Website mit Videointerviews und zusätzlichen pädagogischen Materialien. Zudem werden Peer-Guides ausgebildet, welche die Schulklassen bei den Rundgängen begleiten sollen.
Projektdauer: März 2021 – August 2022

 

Education for Equality and Ecology – EDEQEC in Bratislava, Slowakei

Online-Kampagne und Entwicklung eines Histo-Hikes zur Erinnerung an Frauen und Angehörige verschiedener Minderheiten, die am slowakischen Nationalaufstand beteiligt waren
Im Projekt wird eine Kampagne erarbeitet, die die Beteiligung von Frauen, Rom:nja sowie Ruthen:innen, eine ostslawische Bevölkerungsgruppe, und anderer Minderheiten am slowakischen Nationalaufstand anhand von individuellen Schicksalen dokumentieren und aufbereiten. Die Ergebnisse der entsprechenden Recherche werden in einer Online-Kampagne verbreitet, die insbesondere junge Menschen für das Thema interessieren soll. Es wird aus den Ergebnissen ein Lehrpfad angelegt, auf dem die Ereignisse an den authentischen Orten dokumentiert werden.
Projektdauer: März 2021 – Dezember 2021

 

Stowarzyszenie Panorama Kultur in Wojslawice, Polen

Erstellung eines örtlichen Sozialarchivs und einer Ausstellung: vielfältige Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg und seine Folgen in der Gemeinde Wojslawice, Polen
Im Rahmen des Projektes werden ein örtliches Sozialarchiv und eine Ausstellung geschaffen, welche die vielstimmigen Erinnerungen ehemaliger und gegenwärtiger Bewohner:innen der Gemeinde Wojslawice sammelt, darunter auch Erinnerungen an NS-Opfer aus verschiedenen ethnischen und sozialen Gruppen. Zusätzlich entsteht pädagogisches Material und es werden lokale Guides ausgebildet.
Projektdauer: April 2021 – April 2023

 

Association Free Zone Film Festival in Belgrad, Serbien

Multimediale App mit einem Rundgang auf dem Gelände des ehemaligen KZ Staro Sajmište (Belgrad)
Das Projekt will kritisches Bewusstsein für die lokale Geschichte des Holocaust in Belgrad stärken. Gemeinsam mit Historiker:innen und Künstler:innen aus Serbien und Deutschland werden Schüler:innen eine App mit einem multimedialen Spaziergang auf dem Gelände des ehemaligen KZ Staro Sajmište erstellen. Die App wird in einer Serie von interdisziplinaren und multimedialen Workshops entwickelt.
Projektdauer: April 2021 – Januar 2022

 

NPO - Assoziation für Erhaltung und Wiederaufbau von Kulturschätzen "Skrischal" in Novgorod, Russland

Theateraufführung: Vergessene Opfer der Krankenmorde in Russland und Belarus
Im Projekt wird mit Hilfe des Theaters den vergessenen Opfern des Nationalsozialismus – den Patient:innen psychiatrischer Kliniken in Russland, Belarus und Deutschland – eine Stimme gegeben. Menschen mit geistigen Behinderungen werden als Publikum und als Schauspieler:innen aktiv. Das Theaterstück soll in russischen, deutschen und belarussischen Städten gezeigt werden. Zur Erweiterung des Zuschauerkreises werden eine Videoversion und eine mehrsprachige Informationswebsite erstellt.
Projektdauer: April 2021 – März 2023

English Version

Status

Die Frist zur Einreichung von Projektskizzen für die Ausschreibung local.history international 2020 ist am 15. Juli 2020 abgelaufen. Eine nächste Ausschreibung ist für das Jahr 2021 geplant. Weitere Informationen dazu werden hier veröffentlicht.

Kontakt:

Agnieszka Pustola
Projektkoordination
local.history(at)stiftung-evz.de
Tel.: +49 (0)30 25 92 97-13
Fax: +49 (0)30 25 92 97-11

 

Corinna Jentzsch
Projektkoordination
local.history(at)stiftung-evz.de
Tel.: +49 (0)30 25 92 97-26
Fax: +49 (0)30 25 92 97-11