Jugend erinnert

Die Aufarbeitung der NS-Gewaltherrschaft und die Bekämpfung von Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus und Homophobie sind wichtige Grundlagen unserer Demokratie und freiheitlichen Gesellschaft. Mit dem Bundesprogramm „Jugend erinnert“ sollen Gedenkeinrichtungen und die Erinnerung an das NS-Unrecht stärker gefördert und mehr jungen Menschen die Auseinandersetzung mit Geschichte ermöglicht werden. Die Stiftung EVZ führt international ausgerichtete Teile des Bundesprogramms „Jugend erinnert“ mit Mitteln des Auswärtigen Amtes durch.

Wichtiger Hinweis:

Die Frist für die erste Ausschreibung im Förderprogramm „Jugend erinnert“, „Förderlinie: Bi- und multilaterale Jugendbegegnungen an historischen Orten der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung“ wird bis zum 20. April 2020 verlängert.

Der Projektebeginn muss nicht mehr der 1. Juni 2020 sein. Bitte reichen Sie einen in sich stimmigen Zeitplan ein, der weiterhin mit einer Projektdauer von 18 Monaten plant und spätestens am 1.Juni 2022 endet. Das Anfangsdatum können Sie im Rahmen Ihrer Planungen entsprechend passend festlegen.

Der Stiftung EVZ ist bewusst, dass aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie und der noch nicht absehbaren Lage eventuell einige Jugendbegegnungen nicht wie im Antragszeitplan erarbeitet, stattfinden können. Wir gehen aber derzeit davon aus, dass 2021 wieder Reisen und Begegnungen durchgeführt werden können.

Wenn dies nicht möglich sein wird, werden wir mit den ausgewählten Projektträger*innen nach der jetzt geplanten Jury im Mai individuelle Lösungen finden.

Wir würden uns freuen, wenn Sie in Ihrem Antrag praktische Ideen entwickeln, wie Aktivitäten in Ihrem Projekt auch virtuell und digital durchgeführt werden können. Jugendliche könnten z.B. virtuelle Rundgänge an den historischen Orten durchführen oder an der Entwicklung und Durchführung von Webinaren, virtuellen Konferenzen, Youtube-Kanälen, Social-Media-Kampagnen u.ä. beteiligt werden.

 

 

Das Förderprogramm „Jugend erinnert“ besteht aus drei Förderlinien:

 

1. Bi- und multilaterale Jugendbegegnungen an historischen Orten der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung

 

Mit der Förderung internationaler Begegnungen von jungen Menschen zielt das Programm auf die Stärkung faktischen Wissens um Ursachen, Entwicklungen und Dimensionen nationalsozialistischer Verbrechen. Dabei werden insbesondere der Entwicklungen von Abwertung, Ausgrenzung bis hin zur Entmenschlichung bestimmter Gruppen Bedeutung beigemessen. Die Relevanz von Geschichte und Geschichtsbewusstsein und der Bezug zur Lebenswelt junger Menschen soll in den Projekten eine zentrale Rolle einnehmen. Durch persönliche Begegnungen an historischen Orten und die Auseinandersetzung mit historischen Ereignissen und Erfahrungen möchte die Stiftung EVZ auch dazu beitragen, den europäischen Gedanken zu stärken. Es wird Wert darauf gelegt, dass in der Projektarbeit das breite Spektrum von historischen Orten der NS-Verfolgung und -Vernichtung in Mittel- und Osteuropa einbezogen wird (z.B. ehemalige Ghettos, Zwangsarbeiter*innen-Lager, Konzentrationslager, Stätten von Massenerschießungen). Die Entwicklung und Erprobung von neuen Methoden und Formaten für Begegnungen von jungen Menschen steht im Mittelpunkt dieser Ausschreibung.

 

2. Internationaler Fachaustausch

 

Begegnungen von bi- und multilateralen Gruppen an authentischen Orten nationalsozialistischer Verfolgung ermöglichen in spezifischer und nachhaltiger Weise historisches, interkulturelles und gegenwartsbezogenes Lernen. Sie sind geprägt von unterschiedlichen Perspektiven und Zugängen, die ihre besondere Qualität ausmachen. Sie stellen aber auch eine besondere Herausforderung für die beteiligten jungen Menschen und die sie begleitenden Lehrkräfte aus dem formalen und non-formalen Bildungsbereich dar. Die Ausschreibung für den internationalen Fachaustausch zielt zum einen auf einen Austausch zu den bestehenden Angeboten der Gedenkstätten und historischen Lernorte für internationale Jugendgruppen. Zum anderen sollen Konzeptionen für mehrtägige internationale Workshops entwickelt werden, in denen Angebote vermittelt und weitere Konzepte für internationale Jugendbegegnung in Gedenkstätten und an historischen Orten erarbeitet werden. Wir möchten Bildner*innen und Multiplikator*innen aus der non-formalen Bildung sowie Lehrer*innen und Referendar*innen ermutigen, im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeiten die internationale Begegnung an Orten historischer Erfahrung verstärkt zu nutzen und sie dafür mit Fortbildungen unterstützen. Gefördert werden können u.a. die Erstellung einer Konzeption und/oder die Durchführung mehrtägiger bi- und multilaterale Workshops zur Vermittlung von Angeboten und Erarbeitung von Konzepten der internationalen Jugendbegegnung in Gedenkstätten oder an Orten historischer Erfahrung je zielgruppenspezifisch für Studierende, deren Studium auf eine Tätigkeit im Lehramt oder in den Bereichen Erziehung oder soziale Arbeit ausgerichtet ist, für Referendarinnen und Referendare im Schuldienst oder für Lehrerinnen und Lehrer, die ihr Referendariat maximal vor acht Jahren abgeschlossen haben. Die Laufzeit beträgt max. 15 Monate. Die Veröffentlichung der Ausschreibung ist derzeit für Anfang Mai geplant. Das genaue Datum, die Höhe der möglichen Fördersummen sowie Antragskriterien und -formulare werden wir sobald wie möglich über unsere Homepage mitteilen.

 

3. Digitale Formate der Vermittlung

 

Wissens- und Informationsvermittlung und die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus findet heute zunehmend über digitale Formate und Kanäle statt. Dort gewinnen Geschichtsrevisionismus und auf die Gegenwart bezogene Formen von Antisemitismus, Antiziganismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit zunehmend an Einfluss (z.B. Online Hate Speech, neue Formen des Antisemitismus, Holocaust-Leugnung und -Verfälschung). Dieser Programmteil fördert daher die Entwicklung von Anwendungen, die digitale Methoden mit der Authentizität von Orten und historischen Erfahrungen verbinden. Die Stiftung EVZ stärkt Lösungsansätze zu Bildungsherausforderungen im digitalen Zeitalter und ermöglicht die Implementierung, Erprobung, Evaluation und die Weiterentwicklung digitaler Formate einer Kultur der Erinnerung in einem europäischen Maßstab. Daher werden auch internationale Kooperationen von Bildungsorganisationen und Akteuren aus der digitalen Gesellschaft im Civic Tech Bereich unterstützt. Gefördert werden u.a. Projekte, die Prototypen digitaler Tools erarbeiten, weiterentwickeln und/oder erproben und/oder die eine besondere Wirkung in digitalen Räumen entfalten. Sie können aus dem Bereich interaktiver Biographien oder Anwendungen der Virtual Reality, der Augmented Reality, Apps, Serious Games oder Medienstationen stammen. Ebenso gefördert werden Projekte, die diese Tools bereits in Bildungs- und Kommunikationsprozesse implementieren und begleitend auswerten oder die ihre Wirkung im digitalen Raum entfalten (z.B. Social-Media-Kampagnen, Bots, Algorithmisierung, interaktive Webseiten). Die Laufzeit beträgt max. 12 Monate. Die Veröffentlichung der Ausschreibung ist derzeit für Ende Juni geplant. Das genaue Datum, die Höhe der möglichen Fördersummen sowie Antragskriterien und -formulare werden wir sobald wie möglich über unsere Homepage mitteilen.

Fristverlängerung: Ausschreibung bis zum 20. April 2020

Ausschreibung

Antragsformular 

Kosten- und Finanzierungsplan

 

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Kontakt:

Dr. Sonja Begalke

Teamleitung

jugenderinnert(at)stiftung-evz.de