Dokumentation der NS-Zwangsarbeit

Die Stiftung EVZ will die Geschichte der NS-Zwangsarbeit in der deutschen und europäischen Erinnerungskultur verankern. Dabei kommen die Opfer zu Wort, die ihre Erfahrungen im Nationalsozialismus nachkommenden Generationen vermitteln.

Zielsetzung

Die Stiftung leistet einen Beitrag zur Entwicklung einer Erinnerungskultur auch für die deutsche Migrationsgesellschaft. Sie bringt die exemplarische Aufarbeitung von Gewalterfahrungen des 20. Jahrhunderts in den internationalen Erfahrungsaustausch ein. Die Stiftung EVZ will zudem das Bewusstsein für den jüdischen Anteil an der deutschen und europäischen Geschichte stärken.

Ausgewählte Projekte

Internationale Wanderausstellung

In Ausübung ihres Auftrags, die NS-Zwangsarbeit zu dokumentieren, die Lebenswege der Opfer zu würdigen und in der europäischen Erinnerung zu verankern, hat die Stiftung EVZ die internationale Wanderausstellung "Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg" initiiert und gefördert, die erstmals die gesamte Geschichte eines lange verdrängten Verbrechens erzählt. zum Projekt

Forschungsprojekte zur NS-Zwangsarbeit

Um Wissenslücken in der historischen Forschung zur Zwangsarbeit während des Nationalsozialismus sowie zur Situation ehemaliger Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter nach 1945 zu schließen, fördert die Stiftung EVZ einmalig 13 internationale Forschungsprojekte.

Forschungsprojekt zur Geschichte der Stiftung EVZ und ihrer Partnerorganisationen

Das Projekt konzentrierte sich auf drei Themen: Die Praxis der "Entschädigung" als interkulturelle Begegnungs- und Konfliktgeschichte, die materiellen und symbolischen Ergebnisse, die politischen und kulturellen Folgewirkungen in den Ländern.

"Auf die Nacht folgt der Tag"

Im Rahmen ihres Auftrags, die NS-Zwangsarbeit zu dokumentieren und in der europäischen Erinnerung zu verankern, hat die Stiftung EVZ die Produktion eines Dokumentarfilms gefördert, der sich dem Thema über einen biografischen Zugang nähert. Der Film verweist damit auf ein weiteres Anliegen der Stiftung: Erst indem die Lebens­erfahrung der ehemaligen Zwangsarbeiter vermittelt und gewürdigt wird, kann ein echtes Begreifen der historischen Ereignisse, zumal bei jüngeren Menschen, hergestellt werden.

Online-Archiv: "Zwangsarbeit 1939-1945"

Das Interview-Archiv für Bildung und Wissenschaft "Zwangsarbeit 1939-1945" erinnert an über zwanzig Millionen Menschen, die für das nationalsozialistische Deutschland arbeiten mussten. Knapp 600 ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus 26 Ländern erzählen ihre Lebensgeschichte in ausführlichen Audio- und Video-Interviews.

Im Online-Archiv können nach einer Anmeldung die vollständigen Interviews durchsucht und angehört werden. Dazu gibt es Transkripte, Übersetzungen, Fotos und Kurzbiografien. Die Interviews auf 25 verschiedenen Sprachen sind auch auf Englisch, Russisch und Tschechisch zugänglich.

 

 

Online-Lernumgebung: Lernen mit Interviews

Die Online-Lernumgebung „Lernen mit Interviews: Zwangsarbeit 1939–1945“ wurde in deutscher und tschechischer Sprache 2016 vorgestellt. In Kooperation mit dem Center für Digitale Systeme der Freien Universität Berlin (CeDiS) und der NGO „Živá paměť“ in Prag wurde ein kompetenzorientiertes Unterrichtsangebot für Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren entwickelt.

 

Im Mittelpunkt stehen die Lebensgeschichten von sieben ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern unterschiedlicher Opfergruppen. Sie berichten von ihrer Kindheit, ihren Familien, ihren Erfahrungen in Lagern und Fabriken und dem Verhalten der Deutschen sowie ihrem Leben nach 1945. In der tschechischen Sprachversion berichten sieben ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus Tschechien über den Zweiten Weltkrieg, die NS-Zwangsarbeit und die Nachkriegszeit.

 

Transkripte und Übersetzungen, Navigation und Aufgaben, Arbeitsfenster und Portfolio-Funktion erlauben ein forschendes Lernen im Regelunterricht, bei Projekttagen und Präsentations- prüfungen. „Lernen mit Interviews“ läuft auf Smartphones, Tablets, Computern und Whiteboards.