digital // memory

Wie haltbar ist unser erinnerungskultureller Konsens? Brauchen wir neue Ansätze des Erinnerns? Wie verändern die Neuen Medien unser Bild von der Vergangenheit? Die Stiftung EVZ geht diesen Fragen im Förderprogramm „digital // memory“ nach, mit dem sie die Entwicklung und Erprobung digitaler Formate in der historisch-politischen Bildung ermöglicht.

Wir möchten vielfältige Zugänge zur Geschichte des Nationalsozialismus fördern und dabei zur kritischen Auseinandersetzung mit aktuellen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und ihren Konsequenzen anregen. Wir unterstützen Projekte, die Lern- und Kommunikationswelten der modernen Informationsgesellschaft nutzen und dadurch die Demokratie stärken.

 

 

Geförderte Projekte

Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, Nürnberg (Deutschland)

Nürnberg 34: Entwicklung eines Serious-Game-Prototyps zu NS-Propaganda am Ort der Nürnberger Reichsparteitage
Gefördert wird die Entwicklung eines Prototyps für ein Serious Game, welches die Propaganda des NS-Systems am Ort der Nürnberger Reichsparteitage in den Fokus rückt. Eine Filmsequenz aus Leni Riefenstahls Propagandafilm „Triumph des Willens“ bildet den Ausgangspunkt für die animierte Darstellung, innerhalb derer mit einer 360-Grad-Ansicht navigiert werden kann. Die Zusammenführung etablierter Formate historisch-politischer Bildung und kreativ-technischem Innovationspotenzial soll dem stark medial geprägten jungen Publikum einen neuen Zugang zur Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte ermöglichen und zur eigenen gesellschaftspolitischen Positionierung beitragen.
 

Pädagogische Hochschule FHNW, Muttenz (Schweiz)

ODRA – Ordnen, Deuten, Richtigstellen, Annähern: Aufbau einer digitalen Fachredaktion gegen geschichtspolitische Fake News im deutsch-polnischen Verhältnis
Das Projektteam baut eine geschichtswissenschaftliche Fachredaktion auf, welche als tagesaktuelle Intervention auf geschichtspolitische Fake News im deutsch-polnischen Verhältnis über Social-Media-Kanäle reagiert. Basis dafür sind sowohl die Entwicklung eines Monitoring-Tools zur Diskursbeobachtung in beiden Ländern, als auch eigens produzierte Media-Inhalte in beiden Landessprachen. Entwickelt und erprobt wird ein geschichtspolitisches digitales Instrument. Mit diesem wird wissenschaftsbasiert, adressat*innengerecht und quellenfundiert via Social Media auf Fake News reagiert. Das Design wird zudem an Schulen in DE und PL getestet.

 

Stiftung Digitale Spielekultur, Berlin (Deutschland)

PitchJams. MemoryCulture with Games: Ein Veranstaltungsformat für die Entwicklung von digitalen Spielekonzepten in der historisch-politischen Bildung
Ziel des Projekts ist die Durchführung eines dreitägigen Formats namens „PitchJam: MemoryCulture with Games“, das sich an so genannte GameJams anlehnt. An Stelle von Spielprototypen sollen jedoch von verschiedenen, divers und interdisziplinär besetzten Gruppen in kurzer Zeit Konzepte erstellt und einer Expert*innen-Jury vorgestellt werden (Pitches). Die Gruppen haben die Aufgabe, Konzepte, Ideen, Lösungen und Prototypen für eine „Erinnerungskultur 4.0 mit Games“ zu entwickeln. Die Möglichkeiten sollen dabei breit gedacht werden. Vom Spielkonzept über algorithmenbasierte Lösungen bis hin zu Interaktionskunst ist alles möglich.

 

KARTA Center Foundation, Warschau (Polen)

Prototyp eines interaktiven Films über die polnisch-jüdischen Beziehungen in der Gemeinde Mordy 1918 bis 1945 und der Gegenwart
Es wird ein Prototyp eines interaktiven Films über polnisch-jüdische Beziehungen in der masowischen Gemeinde Mordy entwickelt. Anhand von Biographien realer Personen aus der Zeit von 1918 bis 1945 und der Gegenwart soll Interesse geweckt und Empathie für das polnisch-jüdische Verhältnis gestärkt werden. Der Content wird auf animierten und moderierten Plattformen präsentiert und mit der Öffentlichkeit geteilt. Die Zuschauenden können durch ihre Entscheidungen das Verhalten der dargestellten Personen bestimmen. Sie entscheiden interaktiv, wie Schicksale aufgedeckt und erfahrbar gemacht werden.

 

Foundation Center for Citizenship Education, Warschau (Polen)

Re-Memory. Interactive Local Stories: Erstellung von digitalen Multimedia-Stories an 50 polnischen Schulen zu NS-Geschichte, Antisemitismus und Xenophobie
Re-Memory. Interactive Local Stories engagiert sich an 50 polnischen Schulen für digitale Projekte. Es werden lokale Geschichte(n), die auf die Zeit des Nationalsozialismus, den gegenwärtigen Antisemitismus und sogenannte Fremdenfeindlichkeit Bezug nehmen, erforscht. Historische Zeugnisse werden zeitgenössischen Stereotypen und Bildern gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gegenübergestellt. Daraus sollen digitale, multimediale Geschichten entstehen. Lokalreporter der polnischen Zeitung „Gazeta Wyborcza“ unterstützen die Schüler*innen bei der Entwicklung ihrer interaktiven Reportagen.

 

Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt am Main (Deutschland)

The Game‘s Not Over – Ein Serious Game zur Radikalisierungsprävention im Bereich Antisemitismus und Verschwörungsideologien
In dem Projekt The Game‘s Not Over wird ein Serious Game entwickelt, welches die Befähigung von Jugendlichen und pädagogischen Fachkräften im Umgang mit Radikalisierung, Antisemitismus und Verschwörungsideologien in den sozialen Medien dienen soll. In einem Role Playing Game (RPG) sollen sich pädagogische Fachkräfte und Jugendliche intensiv mit Radikalisierungsprozessen auseinandersetzen und befähigt werden, solchen Prozessen in ihrem pädagogischen Handeln und in ihrer Peergroup entgegenzuwirken.

Online-Archiv: "Zwangsarbeit 1939-1945"

Das Interview-Archiv für Bildung und Wissenschaft "Zwangsarbeit 1939-1945" erinnert an über zwanzig Millionen Menschen, die für das nationalsozialistische Deutschland arbeiten mussten. Knapp 600 ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus 26 Ländern erzählen ihre Lebensgeschichte in ausführlichen Audio- und Video-Interviews.
Im Online-Archiv können nach einer Anmeldung die vollständigen Interviews durchsucht und angehört werden. Dazu gibt es Transkripte, Übersetzungen, Fotos und Kurzbiografien. Die Interviews auf 25 verschiedenen Sprachen sind auch auf Englisch, Russisch und Tschechisch zugänglich.

Online-Lernumgebung: Lernen mit Interviews

Die Online-Lernumgebung „Lernen mit Interviews: Zwangsarbeit 1939–1945“ wurde in deutscher und tschechischer Sprache 2016 vorgestellt. In Kooperation mit dem Center für Digitale Systeme der Freien Universität Berlin (CeDiS) und der NGO „Živá paměť“ in Prag wurde ein kompetenzorientiertes Unterrichtsangebot für Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren entwickelt.
Im Mittelpunkt stehen die Lebensgeschichten von sieben ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und
Zwangsarbeitern unterschiedlicher Opfergruppen. Sie berichten von ihrer Kindheit, ihren Familien, ihren Erfahrungen in Lagern und Fabriken und dem Verhalten der Deutschen sowie ihrem Leben nach 1945. In der tschechischen Sprachversion berichten sieben ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus Tschechien über den Zweiten Weltkrieg, die NS-Zwangsarbeit und die Nachkriegszeit.
Transkripte und Übersetzungen, Navigation und Aufgaben, Arbeitsfenster und Portfolio-Funktion
erlauben ein forschendes Lernen im Regelunterricht, bei Projekttagen und Präsentations- prüfungen. „Lernen mit Interviews“ läuft auf Smartphones, Tablets, Computern und Whiteboards. 

English Version 

 

Neue Ausschreibung voraussichtlich Anfang 2021- Stay tuned.

 

 

Kontakt:

Malte Switkes vel Wittels

Projektkoordination

digital.memory(at)stiftung-evz.de

Tel.: +49 (0)30 25 92 97-37
Fax: +49 (0)30 25 92 97-11

 

Leonore Martin

Projektkoordination

digital.memory(at)stiftung-evz.de

Tel.: +49 (0)30 25 92 97-45
Fax: +49 (0)30 25 92 97-11

 

Annemarie Hühne

Teamleitung

digital.memory(at)stiftung-evz.de

Tel.: +49 (0)30 25 92 97-16
Fax: +49 (0)30 25 92 97-11