
© Sarah Jabs
Das Projekt brachte die Frage, welche Relevanz die Auseinandersetzung mit dem NS-Unrecht für die Gegenwart hat, auf Marktplätze, in soziale Netzwerke und in die öffentliche Debatte Deutschlands. Mit einer repräsentativen Studie, einer bundesweiten Veranstaltungstour und einem digitalen Lernformat aktivierte das Projekt Menschen, sich mit der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen und Erinnerung selbst zu gestalten.
80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges brachte das Projekt die hochaktuelle Frage, welche Relevanz die Auseinandersetzung mit historischem NS-Unrecht für die Gegenwart hat, auf Marktplätze, in die sozialen Netzwerke und Debatten der Bundesrepublik.
Die Grundlage dafür bot ein empirischer Befund: Das Projekt erstellte mittels einer repräsentativen Umfrage eine Diagnose zum Stand des kritischen Geschichtsbewusstseins in Deutschland. Das zentrale Modul bildete eine deutschlandweite Veranstaltungstour; begleitet wurde das Projekt von einer Social-Media-Kampagne für eine aktive Erinnerungskultur. Um Wissen zu bündeln und nachhaltig zur Verfügung zu stellen, wurde ein E-Learning-Format entwickelt, das Interessierte in ihrem Engagement bestärkt.
Das Projekt aktivierte Menschen, sich mit Themen der deutschen Vergangenheit auseinanderzusetzen und Erinnerungsprojekte vor Ort selbst zu gestalten. Damit zeigte es – 80 Jahre nach Kriegsende – auf verschiedene Weise, wie die Zukunft der Erinnerung gelingen kann.
Die Polygone der Gedenkanstoß-Ausstellung können von Projektpartner:innen und Trägern für eigene Ausstellungen, drinnen und draußen, ausgeliehen werden: Die Stahlstrukturen, die mit Kunststoffplatten individuell bedruckt werden können, lagern in den Räumlichkeiten der Stiftung in Berlin. Interesse? Jetzt kontaktieren!
Das Projekt tourte durch sechs deutsche Städte. Vor Ort fanden jeweils eine mehrtägige Ausstellung im öffentlichen Raum und eine zentrale Veranstaltung mit verschiedenen Gesprächsrunden statt. Ziel war es, eine möglichst diverse Gruppe von Menschen zu erreichen und sie in ihrem zivilgesellschaftlichen Engagement zu stärken. Zugleich wurden auch neu Interessierte mit Impulsen und Ideen abgeholt und an das Thema herangeführt.
Mit flexiblen, interaktiven und künstlerischen Interventionen im öffentlichen Raum wurde in Städten und Orten, die sonst nicht im Zentrum historisch-politischer Projekte stehen, eine Öffentlichkeit für die erinnerungskulturelle Beschäftigung mit dem NS-Unrecht, die Schicksale der Verfolgten und aktuelle Fragen von Ausgrenzung, Diskriminierung und möglichen Lehren aus der Vergangenheit geschaffen. Die Tour machte auf belebten Plätzen der Städte jeweils einige Tage Station, stellte ausgewählte Projekte der Bildungsagenda NS-Unrecht vor und lud zum Mitmachen ein.
Den Abschluss bildete in jeder Stadt eine zentrale Veranstaltung, die sich mit lokalen Themen und Fragestellungen beschäftigte. In kurzen Gesprächsrunden sprachen verschiedene Expert:innen und Engagierte über die Relevanz von Erinnerungskultur und persönlichem Engagement – mit Schwerpunkten, die einen lokalen Bezug zur jeweiligen Stadt herstellten: Welche Rolle spielte Fußball in der Zeit des Nationalsozialismus? Wie funktioniert Erinnerung im ländlichen Raum? Wie verändert die Migrationsgesellschaft die Erinnerungskultur? Im Anschluss standen die Gesprächspartner:innen für den Austausch mit dem Publikum zur Verfügung.
Kooperationspartner: Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld
Förderland: Deutschland
Laufzeit: 01.04.2024 bis 31.12.2025
