Zum Film
"Vergesst uns nicht!" ist ein Porträt der ehemaligen Zwangsarbeiterin Maria Markowna Smurigyna (Mädchenname: Skabjolkina, Russisch: Скабёлкина), die in Simferopol in der Ukraine (Krim) lebte. Von 1943 bis 1945 musste sie bei der Firma Siemens Halske in München sowie bei einem deutschen Bauern Zwangsarbeit leisten. Während des Filmdrehs im September 2008 war Maria 82 Jahre alt. Bis zu Ihrem Tod im Juni 2009 lebte sie allein, ihr Mann, ihr Sohn und ihr Enkel waren bereits tot. Die junge Freiwillige Elena Zuborskova, die im Film zu Wort kommt, lebt ebenfalls in Simferopol und arbeitet im Heidelberghaus.
Der Regisseur
Waldemar Czauderna musste im Januar 1945 als 14 Tage alter Säugling mit seiner Mutter aus Oberschlesien (Anhalt, Kreis Pleß) nach Bayern flüchten. Gott habe ihn beschützt, mahnte ihn seine Mutter ein Leben lang; sie war es auch, die später sein Interesse an der deutschen Geschichte weckte. Durch viele Reisen gemeinsam mit seiner Frau, u.a. nach Russland und im Jahr 2008 auf die Krim, wollte Waldemar Czauderna die Menschen und die Geschichten hinter ihren Schicksalen besser verstehen. In Simferopol traf er zufällig auf die junge Ukrainerin Elena. Sie führte ihn zu Maria Smurigyna, die während des Zweiten Weltkriegs zur Zwangsarbeit in seine Heimatstadt München verschleppt wurde. Durch seinen Film über diese Begegnung möchte der Regisseur an ein bewegendes und schweres Leben erinnern und mithelfen, dass der bescheidene Wunsch von Maria - "Vergesst uns nicht!" - in Erfüllung geht.
Freundeskreis "Simferopol-Heidelberg"
Sozial-medizinische Hilfe für 300 ehemalige ZwangsarbeiterInnen im Heidelberg-Zentrum in Simferopol, Ukraine.
Medizinische Hauspflege, Essen auf Rädern, Physiotherapie, ärztliche und psychologische Konsultationen – diesen Service bietet der Freundeskreis Simferopol-Heidelberg ehemaligen NS-Opfern der ukrainischen Stadt Simferopol an. Neben häuslichen Diensten für rund 100 erkrankte und alleinstehende Personen haben 200 sozial schwache ehemalige ZwangsarbeiterInnen die Möglichkeit, kostenlos die Dienstleistungen des Heidelberg-Zentrums zu nutzen. Dieses wurde mit Unterstützung aus der Partnerstadt Heidelberg gebaut und ausgestattet. Das Angebot reicht von Massage, Frisör und Beratung bis hin zu Wannenbädern und einer Wäscherei mit Lieferservice. Schüler, Studenten und ehrenamtliche Mitglieder des Ukrainischen Verbands der Häftlinge und Opfer des Nationalsozialismus engagieren sich ebenfalls im Heidelberg-Zentrum, das ein von 2003 bis 2006 von der Stiftung EVZ gefördertes Projekt fortsetzt.