Der Zweite Weltkrieg

Die Erinnerung lebendig halten

60 Millionen Tote

Der Zweite Weltkrieg, in den alle Großmächte des 20. Jahrhunderts und unzählige andere Staaten direkt oder indirekt verwickelt wurden, forderte etwa 60 Millionen Menschenleben. Sechs Millionen Juden und vier Millionen Angehörige anderer systematisch ausgegrenzter Gruppen fielen dem Holocaust zum Opfer. Der nationalsozialistische Eroberungs- und Vernichtungskrieg führte zudem zur Versklavung von schätzungsweise  zwanzig Millionen zivilen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern, einem der größten Verbrechen der nationalsozialistischen Diktatur.

Erinnerung und Würdigung

Die Stiftung EVZ entwickelt und fördert Projekte, die sich mit den Ursachen und Folgen des Zweiten Weltkrieges auseinandersetzen, um die Geschichte der Opfer des Nationalsozialismus dauerhaft in der europäischen Erinnerung zu verankern und ihre Erfahrungen zu vermitteln. Im Zentrum steht die Würdigung der Lebenswege der Opfer. Gleichzeitig bedeutet die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit aber auch, sich in der Gegenwart Menschenrechtsverletzungen entgegenzustellen.

Auf der ganzen Welt, das mittlerweile friedlich geeinte Europa nicht ausgenommen, kommt es nach wie vor zu Menschenrechtsverletzungen. Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierungen sind in vielen Gesellschaften verbreitet. Die Erinnerungen dürfen nicht zu leeren Riten erstarren, sondern sollten Quelle des Wissens für die Gestaltung der Gegenwart sein. "Menschen sollen erkennen, wenn der andere zu Unrecht unter Wert behandelt wird", mahnt  Dr. Manfred Gentz, einer der Mitgründer und ehemaliger stellvertretender Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung.

Projekte der Stiftung EVZ

Mit dem Programm  EUROPEANS FOR PEACE fördert die Stiftung EVZ den Austausch von jungen Menschen aus Deutschland, den Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas sowie Israel. In der aktuellen Ausschreibung für 2011 liegt der Fokus auf gemeinsamen Projekten, die sich mit Menschenrechtsfragen in Vergangenheit und Gegenwart beschäftigen.

Das Begegnungsprogramm unterstützt Begegnungen junger Menschen mit ehemaligen Zwangsarbeitern und anderen Opfern des Nationalsozialismus. Seit 2002 sind mehr als 4.500 Zeitzeugen im Rahmen des Programms nach Deutschland gereist und haben über ihre Erinnerungen und Erfahrungen gesprochen.

Das Förderprogramm Treffpunkt Dialog, das im November 2008 ins Leben gerufen wurde, will die gesellschaftliche Teilhabe von Überlebenden stärken und ihnen den Dialog mit anderen Generationen ermöglichen. Es richtet sich insbesondere an Organisationen in Belarus  und der Ukraine, die Treffpunkte für ältere Menschen, insbesondere für Opfer des Nationalsozialismus und ehemalige Gulag-Häftlinge, einrichten wollen. In Russland wird die Kooperation mit der russischen Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ in diesem Gedenkjahr beendet werden müssen, da die russische Regierung trotz monatelanger Proteste die weitere Finanzierung des Moskauer Büros verwehrt. Sämtliche Projekte im Förderprogramm Treffpunkt Dialog in Russland werden in Folge dessen eingestellt (s. dazu auch die Pressemitteilung der Stiftung EVZ vom Januar 2011).


 

EVZ-Fotowettbewerb 2008; Foto: Eike Korfhage

Ein ehemaliger Häftling auf dem Gelände des KZ Westerbork.

Projekte der Stiftung EVZ

Fotowettbewerb Preiträger 2008

Zum Thema hat die Stiftung EVZ eine Reihe von Projekten initiiert und unterstützt. Eine Übersicht finden Sie hier.