GRUNDSÄTZE DER ANLAGEPOLITIK UND NACHHALTIGKEIT

Anlagegrundsätze

Die Formulierung von Ertragszielen orientiert sich grundsätzlich an den Vorgaben, das für die Fördertätigkeit vorgesehene Stiftungskapital in seiner Substanz zu erhalten und durch adäquate Anlage zu vermehren. Dabei müssen neben dem vorgesehenen Fördervolumen auch die damit verbundenen Verwaltungskosten sowie der Inflationsausgleich berücksichtigt werden.

Hiervon ausgehend hat der Vermögensbeirat der Stiftung EVZ am 16. Juni 2009 auf seiner 4. Sitzung in Frankfurt a.M. die folgenden Anlagegrundsätze verabschiedet:

  • Oberstes Ziel der Vermögensbewirtschaftung ist die Sicherung des nominalen Grundstockvermögens in Höhe von 700 Mio. DM bzw. 358 Mio. Euro.
  • Das Grundstockvermögen soll so weiterentwickelt werden, dass auch ein realer Substanzerhalt im Sinne eines Inflationsausgleichs möglich ist.
  • Es ist sicherzustellen, dass angemessene Erträge zur Finanzierung von Fördermaßnahmen und zur Deckung der Verwaltungskosten ausgeschüttet werden können.
  • Die Liquidität zu einer jederzeitigen Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen ist zu gewährleisten.

 

Nachhaltigkeit: Ethisches Investment

Um dem Zweck und der Gründungshistorie der Stiftung EVZ gerecht zu werden, hat sich die Vermögensverwaltung auferlegt, alle Investments nach Möglichkeit darauf zu prüfen, ob sie in einem Widerspruch zum Vermächtnis der NS-Zwangsarbeiter stehen. Insbesondere meint dies die Vermeidung von Investments in Wertpapiere von Emittenten, die direkt oder indirekt von heutigen Formen der Zwangsarbeit oder sonstigen Verstößen gegen Menschenrechte speziell im Bereich der Arbeitswelt profitieren.

Der zugrundegelegte Ethikfilter folgt in seinen Standards den Grundsätzen der "International Labour Organisation" (ILO), einer Unterorganisation der Vereinten Nationen. Die vier Grundprinzipien der ILO lauten:

  • Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen
  • Beseitigung der Zwangsarbeit
  • Abschaffung der Kinderarbeit
  • Verbot der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf

 

Konkret richtet sich der Fokus der EVZ-Vermögensverwaltung in den Anlage­kategorien "Unternehmensanleihen und Aktien" auf Verstöße gegen das Arbeitsrecht in den Bereichen Vereinigungsfreiheit, Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Diskriminierung und auf sonstige Missstände, etwa hinsichtlich der Arbeitssicherheit oder des Gesundheitsschutzes. Soweit sinnvoll und durchführbar, wird hierbei auch die Zuliefererkette erfasst und ausgewertet. In der Anlagekategorie "Staatsanleihen" geht es um allgemeine Menschenrechtsverletzungen, Arbeitsrechtsverletzungen und Kinderarbeit.

Werden solche oder andere Verstöße ethischer Grundnormen festgestellt, wird die Stiftung EVZ keine Investments in dem betreffenden Bereich tätigen bzw. bestehende Investments umdisponieren.

 

Im Sommer 2012 wurden die Aktien- und Rentenbestände durch von der Stiftung definierte Ausschlusskriterien gescreent. Die Ergebnisse und Konsequenzen ihres Engagement-Prozesses wurden am 28. Mai 2013 vorgestellt: Die Stiftung EVZ veräußerte wegen Menschenrechtsverletzungen bei Royal Dutch Shell das Investment in Höhe von 340.000 Euro. Darüber hinaus werden Apple mit 1 Mio. Euro, Wal-Mart Stores mit 203.000 Euro und Barrick Gold mit 65.000 Euro deinvestiert. Alle drei Unternehmen haben im Engagement-Prozess nicht kooperiert.

 

Zur Pressemitteilung vom 28.05.2013