Das Kuratorium der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ hat die Auszahlungen an ehemalige Zwangsarbeiter und andere NS-Opfer auf seiner Sitzung am 11. Juni 2007 formal für beendet erklärt.
Insgesamt konnte die Stiftung seit ihrer Gründung im August 2000 4,37 Mrd. Euro an 1,66 Mio. ehemalige Zwangsarbeiter und deren Rechtsnachfolger in fast 100 Ländern auszahlen. Die Leistungen für ehemalige Zwangsarbeiter wurden über die sieben Partnerorganisationen der Stiftung (in Belarus, Polen, Russland, Tschechien und der Ukraine sowie von IOM und JCC) ausgezahlt. Das Vermögen der Stiftung in Höhe von 10,1 Milliarden DM wurde je zur Hälfte aus Mitteln der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft und des Bundes zur Verfügung gestellt.
Der bis Ende Juni amtierende Vorstandsvorsitzende, Dr. Michael Jansen, bewertete die Arbeit der Stiftung als Erfolg: Die späten Zahlungen an frühere Zwangsarbeiter stellen keine umfassende „Wiedergutmachung“ für das persönlich erlittene Schicksal dar, sie bedeuteten aber in vielen Fällen doch eine wirksame materielle Hilfe. Die Aufgabe, die uns das Stiftungsgesetz gestellt hat, ist gemeinsam mit unseren Partnerstiftungen erfolgreich bewältigt worden. Wenn wir es heute wagen, auch von einem politischen Erfolg dieses Projekts zu sprechen, so tun wir dies nur, weil uns viele Überlebende in Ost und West immer wieder persönlich gesagt haben, wie viel ihnen unser Projekt bedeutet.
Der Abschlussbericht zu den Auszahlungen wurde am 12. Juni Bundespräsident Horst Köhler (Rede) im Beisein der Bundeskanzlerin Angela Merkel (Rede)übergeben. Er kann ab sofort im Buchhandel bestellt werden: Gemeinsame Verantwortung und moralische Pflicht. Abschlussbericht zu den Auszahlungsprogrammen der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft. Preis: 16 Euro, erschienen im Wallstein-Verlag.
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