Förderprogramm zur gesellschaftlichen Anerkennung von NS-Opfern in Osteuropa

Das Programm TREFFPUNKT DIALOG richtet sich an belarussische, russische und ukrainische Organisationen, die sich für die Verbesserung der Lebenssituation älterer Menschen in ihren Ländern engagieren. Die Stiftung EVZ will die Überlebenden der NS-Verfolgung nicht allein als hilfsbedürftige Menschen ansprechen. Ziel der Förderung ist es vielmehr, zur Würdigung der Lebensleistung und gesellschaftlichen Anerkennung von NS-Opfern beizutragen. Das jährlich mit 1,2 Millionen Euro unterstützte Programm soll auch dazu anregen, die Potenziale einheimischer Sozialsysteme zu nutzen und nachhaltige Strukturen für NS-Opfer vor Ort aufzubauen.

Zielgruppe

Die Zielgruppe sind ehemalige NS-Zwangsarbeiter, KZ- und Ghettohäftlinge, Kriegsgefangene und andere NS-Opfer in Belarus, der Ukraine und der Russischen Föderation. Das Programm richtet sich an Organisationen und Einrichtungen, die diesen Menschen, aber auch Opfern des Stalinismus derselben Altersgruppe gesellschaftliche Teilhabe und den Dialog mit anderen Generationen ermöglichen wollen. Daher können auch engagierte Schüler, Studenten und Fachkräfte sowie Mitglieder von Nichtregierungsorganisationen und Mitarbeiter staatlicher und kommunaler Einrichtungen in die Projekte eingebunden werden.

Koordination durch Institutionen vor Ort

Die Stiftung EVZ setzt auf ein Modell von „Verantwortung in Partnerschaft“. Sie hat das Management der Förderprogramme an nationale Organisationen in Belarus, der Russischen Föderation und der Ukraine übertragen. Diese Partnerorganisationen sind verantwortlich für die Bekanntmachung und Administration des Programms sowie für die Begleitung und Vernetzung der geförderten Projekte. Antragsteller, die sich für das Programm bewerben möchten, wenden sich bitte an die Programmträger in den jeweiligen Ländern (s. rechte Spalte). Auf deren Webseiten finden Sie alle Informationen zur Ausschreibung, zu den Auswahlkriterien und den jeweiligen Länderjurys. In der vierten Ausschreibungsrunde in Belarus und der Ukraine gingen insgesamt 176 Anträge ein, über die im April entschieden wird.

TREFFPUNKT DIALOG ab sofort auch wieder in Russland

Seit Februar 2012 koordiniert die Moskauer Filiale der „Charities Aid Foundation“ (CAF Russia) das Förderprogramm in der Russischen Föderation. CAF-Russia ist eine Non-Profit-Organisation, die sich für die Förderung der Philantrophie in Russland einsetzt und langjährige Erfahrungen in der Umsetzung von sozialen Programmen hat. Die Ausschreibung im Programm „Treffpunkt Dialog“ wird im März 2012 in St. Petersburg, Nowgorod und Pskow sowie den dazugehörigen Gebieten veröffentlicht. Für die Förderung von Projekten, die im Sommer 2012 beginnen sollen, stellt die Stiftung EVZ 300.000 Euro bereit. Nähere Informationen in russischer Sprache finden Sie hier.
Ursprünglich setzte die russische Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“, die im Februar 2011 ihre Arbeit einstellen musste, das Förderprogramm gemeinsam mit der Menschenrechtsorganisation "Memorial" um. In den Jahren 2009 und 2010 wurden in Russland im Programm „Treffpunkt Dialog“ 26 Projekte bewilligt, die Ende 2010 leider vorzeitig beendet werden mussten. Nun kann die Stiftung EVZ ihr Engagement für Opfer des Nationalsozialismus in Russland wieder verstärken.

Auch im Rahmen der beiden anderen humanitären Förderprogramme „Partnerschaften für Opfer des Nationalsozialismus“ und „Hilfsprojekte für NS-Opfer“ fördert die Stiftung EVZ das Engagement zivilgesellschaftlicher Träger für die Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung.


Förderung seit 2009

Nach drei Ausschreibungen hat der Vorstand der Stiftung EVZ insgesamt 142 Projekte mit insgesamt 2,8 Mio Euro bewilligt, darunter 26 Projekte in Russland, 47 in Belarus und 69 in der Ukraine. Die Aktivitäten der geförderten Projekte umfassen beispielsweise Gesprächskreise, Hobbygruppen, Generationentheater, gemeinsame Ausflüge und andere Angebote zur Unterstützung oder Aktivierung der älteren Menschen. Die Stiftung EVZ finanziert in der Regel Personal- und Sachkosten für Laufzeiten von ein bis zwei Jahren.


Aktivitäten der Programmbegleitung

Neben der Förderung modellhafter Einzelprojekte investiert die Stiftung EVZ auch in umfangreiche begleitende Aktivitäten, um das Programm in den Ländern zu verankern und die Zielgruppe nachhaltiger zu unterstützen. Ein wissenschaftliches Begleitprojekt geht der Frage nach, inwiefern die Teilnahme an generationenübergreifenden Projekten sich positiv auf die psychische und physische Gesundheit der hochbetagten Projektteilnehmer auswirkt. Die Ergebnisse dieser Studie wurden ab Oktober 2011 auf Fachkonferenzen in Moskau, Minsk und Kiew einer breiteren Fachöffentlichkeit präsentiert. Eine weitere Konferenz ist für Herbst 2012 in Heidelberg geplant. Die Programmkoordinatoren werden bei der Umsetzung des Programms und der Vernetzung der Projekte durch ein internationales Beraterteam unterstützt. Experten der nationalen Jurys beraten den Vorstand bei der Auswahl der Projekte. Ehrenamtliche Programmbeiräte machen Vorschläge, auf welche Weise die Programmziele stärker in der Sozialpolitik der einzelnen Gesellschaften verankert werden können. Die mehrsprachige Internetseite www.mestovstrechi.info informiert länderübergreifend über Projekte und begleitende Aktivitäten.


 

Ausschreibung und Bewerbung

  • Informationen zur Ausschreibung auf der neuen Homepage www.mestovstrechi.info sowie den Seiten der Partner vor Ort (s.u.)

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