Internationale Fachtagung zu psychosoziale und medizinische Auswirkungen der Shoah auf die Generation der Child Survivors
Mit der geplanten Tagung knüpft die Zentrale Wohlfahrtstelle der Juden in Deutschland (ZWST) an ihre jährliche Veranstaltungsreihe zur Professionalisierung von Betreuungs- und Versorgungsstrukturen für Überlebende der Shoah an.
Schwerpunkt der für Januar 2011 geplanten Tagung sind psychosoziale und medizinische Dienste für Überlebende, die während der Shoah noch Kinder oder Jugendliche waren (Child Survivor). Mit zunehmendem Alter treten auch bei diesen psychosoziale Auffälligkeiten, medizinische Problemlagen und Behinderungen wie auch soziale Anpassungsschwierigkeiten auf, die auf das frühe Trauma zurückzuführen sind. Das Leben vieler Child Survivor ist geprägt von Erinnerungsverlust, partieller Amnesie, Entwicklung von Ersatzbiographien oder Identitätsverlust. Dabei unterscheiden sich ihre posttraumatischen Symptome und Retraumatisierungsmuster erheblich von denen der bisher im Vordergrund der Betreuungsmaßnahmen stehenden älteren KZ- und Ghettoüberlebenden. Dies stellt das Personal der betreffenden Hilfsstrukturen vor neue Herausforderungen.
Die Konferenz setzt sich deshalb zum Ziel, mit traumatisierten Child Survivor arbeitende Fachkräfte und Ehrenamtliche über historische, psychische, psychosomatische und soziale Aspekte der Lebensgeschichten dieser Gruppe aufzuklären. Zudem soll durch eine begleitende Presse- und Öffentlichkeitarbeit auch eine breitere Öffentlichkeit bezüglich abweichender Traumaerfahrungen unterschiedlicher Überlebendengruppen sensibilisiert werden.