Opferunterstützung und Monitoring in Polen, Tschechien, der Ukraine und Russland

Die Stiftung EVZ engagiert sich international für Menschen, die früher und gegenwärtig aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihrer Hautfarbe, ihrer Religion, ihres Einsatzes für die Menschenrechte, ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität so genannten Hate Crime zum Opfer fallen.

Ziele des Programms

Mit dem Programm STOP HATE CRIME! fördert die Stiftung EVZ exemplarisch zivilgesellschaftliche Initiativen in Polen, Tschechien, Russland und der Ukraine, die Betroffene unterstützen oder Monitoring betreiben, also Hate Crime Fälle sowie die staatliche Umgangsweisen mit ihnen erfassen, auswerten und publizieren. Auf diesem Weg befähigt das Programm von Hate Crime Betroffene, aktiv die eigenen Rechte wahrzunehmen. Die Gesellschaft soll für ihre Belange sensibilisiert und die internationale Vernetzung der Projekte gestärkt werden. Langfristig soll das Programm dazu beitragen, dass die Zahl dieser Straftaten in den Programmländern sinkt und die Menschenrechte gefährdeter Minderheiten verwirklicht werden.

2. Internationale Hate Crime-Konferenz 2011

Gemeinsam mit ihren Partnern richtete die Stiftung EVZ vom 23. bis 24. November 2011 die zweite internationale Konferenz zum Thema Hate Crime aus, bei der ein Erfahrungsaustausch - auch mit Partnerprojekten in Deutschland und Ländern Westeuropas - sowie die Professionalisierung aller Förderprojekte im Vordergrund stand.

Der Konferenzbericht steht Ihnen hier zum Donload bereit (in englischer Sprache).

Parallel zur Fachtagung fand am 24. November 2011 eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Hate Crime – Ein Konzept gegen rassistische, homophobe und anti-semitische Gewalt in Europa?“ statt. Das Podium diskutierte die Potentiale und Grenzen des „Hate Crime“- Konzepts in Deutschland und Europa und stellte die von der Stiftung EVZ geförderten „STOP HATE CRIME!“-Projekte vor.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Im Rahmen eines Vernetzungsprojekts möchte die Stiftung EVZ grenzüberschreitende Kooperationen zwischen ost- und westeuropäischen Akteuren, etwa im Bereich des Hate Crime Monitoring, initiieren. Ein erster Schritt in diese Richtung wurde bereits mit der vergleichenden Länderstudie zu Hate Crime in Deutschland und Polen der Vereine „Nigdy Wiecej“ und „Opferperspektive Brandenburg“ unternommen, der ersten umfangreichen deutsch-polnischen Zusammenarbeit im Bereich Hate Crime.

Hintergrund

Weltweit stellen Übergriffe gegen gesellschaftlich marginalisierte Gruppen gravierende Probleme dar. So dokumentiert die Studie „Vergessene Opfer“, dass in Tschechien vor allem Roma und Obdachlose eingeschüchtert, bedroht und angegriffen werden. In der Ukraine sind antisemitische Einstellungen nicht nur im medialen Diskurs präsent. Im Bericht „Hate Crime in der Ukraine“ veröffentlichte Monitoring-Befunde deuten darauf hin, dass es mindestens einmal im Monat zu Schändungen jüdischer Einrichtungen kommt.

Demgegenüber mangelt es in diesen und anderen Ländern an einer gesamtgesellschaftlichen Auseinandersetzung mit rassistisch, antiziganistisch, antisemitisch, homo- oder transphob motivierten Straftaten. Von solchen Verbrechen betroffene Menschen erfahren kaum gesellschaftliche, politische und rechtliche Anerkennung. Strukturen zu ihrer Unterstützung sind schwach oder fehlen ganz.  An diesen Schutzlücken setzt das Programm STOP HATE CRIME! an, das die Stiftung EVZ seit 2008 entwickelt hat.

Recherche, Förderung und Kooperationen

Um geeignete Organisationen in den Projektländern zu identifizieren, hat die Stiftung EVZ in den Jahren 2008-2009 Rechercheprojekte gefördert. Deren Ergebnisse wurden im Rahmen von internationalen Konferenzen diskutiert und als Länderstudien publiziert. Heute fördert die Stiftung EVZ mehr als 10 Initiativen, die Roma, LGBT, Migrant/innen und andere Zielgruppen rechtlich und psychosozial beraten oder Daten über Hate Crime erfassen, auswerten und publizieren. Dabei kooperiert die Stiftung unter anderem mit dem Büro für Demokratische Institutionen und Menschenrechte der OSZE (ODIHR), der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) und dem Open Society Fund.

Die Stiftung EVZ unterstützt ihre geförderten Projekte bei der Suche nach zusätzlichen finanziellen Mitteln. Projektpartner und weitere Akteure, die Interesse an einer Antragstellung für Projekte im Rahmen einer Förderung durch die Europäische Union haben, können sich hier über aktuelle Möglichkeiten informieren.


Aktuelle Publikationen

Report zur
2. Internationalen
Hate Crime Konferenz.

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Länderberichte: 
Hate Crime und Unterstützungs-
angebote für Betroffene in
Deutschland, Polen, Tschechien, Russland und Ukraine.

Ansprechpartner

  • Marta Bociek
    Programmleiterin

    Stop Hate Crime!  Zwangsarbeit heute

    Tel.:+49 (0)30 25 92 97-25
    Fax: +49 (0)30 25 92 97-11