Jugend debattiert international ist ein Debattierwettbewerb für Jugendliche aus acht mittel- und osteuropäischen Ländern. Der Wettbewerb will zur Auseinandersetzung mit Menschenrechten und ihren geschichtlichen Hintergründen anregen und das Debattieren als Medium politischer Kultur und demokratischer Auseinandersetzung stärken. Um zugleich die Deutschkenntnisse in den beteiligten Ländern und damit auch bilaterale Kulturbeziehungen zu fördern, findet das Projekt in deutscher Sprache statt.
Der Wettbewerb
Jugend debattiert international wurde erstmals 2005 in Polen und Tschechien ausgerichtet. Seit 2006 nehmen auch Schulen in Estland, Lettland, Litauen, Russland und in der Ukraine teil, seit 2010 auch Schulen in Ungarn. Die Initiative für den Wettbewerb in Mittel- und Osteuropa geht auf die Stiftung EVZ zurück. In den Projektländern übernimmt das Goethe-Institut die Durchführung des Wettbewerbs, während die Gemeinnützige Hertie-Stiftung Regeln und Erfahrungen zur Verfügung stellt. Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen unterstützt das Projekt durch die Mitwirkung ihrer Lehrkräfte und Fachberater in den Projektländern.
Ablauf und Regeln
Das Projekt basiert auf einer Lehrerfortbildung, die den Lehrkräften ermöglicht, eine Unterrichtsreihe in deutscher Sprache in ihren Klassen anzubieten. Zunächst werden die Wettbewerbe an den Projektschulen und in der Region durchgeführt, dann folgt das Landesfinale. Als Höhepunkt jeden Projektjahres wird ein internationales Finale zwischen den Erst- und Zweitplatzierten aus jedem Land ausgetragen.
Die Regeln von Jugend debattiert international sehen vor, dass stets vier Teilnehmer miteinander diskutieren. Jeder hat zum Auftakt zwei Minuten ungestörte Redezeit. Anschließend folgen zwölf Minuten freie Aussprache. Für das Schlusswort steht jedem Schüler nochmals eine Minute zur Verfügung, in der er auch seine Meinung im Lichte der Debatte verändern darf. Von einer Jury werden Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft bewertet. Deutschkenntnisse werden nicht gesondert bewertet.