Dokumentarfilmpreis "Erinnerung und Zukunft" beim Filmfestival goEast

Die Stiftung EVZ und das Deutsche Filminstitut schreiben im Rahmen des Filmfestivals goEast den mit 10.000 € dotierten Dokumentarfilmpreis „Erinnerung und Zukunft“ aus. Unter dem Motto ‚Zukunft kann gestalten, wer die Vergangenheit nicht ausblendet‘ sollen mit dem Preis Regisseure gewürdigt werden, die sich kritisch mit den gesellschaftlichen Entwicklungen sowie deren Ursachen in ihren Ländern auseinander setzen und dabei grenzüberschreitende Perspektiven aufzeigen.

Im Filmfestival goEast findet die Stiftung eine lebendige Plattform für die Verständigung zwischen den Völkern. Beide Partner sehen den Dokumentarfilm als ein Medium an, das große Leistungen in der Analyse gesellschaftlicher Verhältnisse vollbringen und zugleich Motor für Entwicklungen sein kann.

Verleihung 2012

REVISION von PHILIP SCHEFFNER (Deutschland 2012) hat den Dokumentarfilmpreis "Erinnerung und Zukunft" im Rahmen des zwölften goEast-Wettbewerbes des mittel- und osteuropäischen Films in Wiesbaden gewonnen. Darin begibt sich der Regisseur fast 20 Jahre nach dem Tod zweier rumänischer Staatsbürger auf eine Spurensuche. Was ist damals auf einem Feld in Mecklenburg-Vorpommern, nahe der deutsch-polnischen Grenze geschehen? War es wirklich ein Jagdunfall, wie die deutschen Behörden schnell konstatierten? Scheffner unterzieht die Geschehnisse und die Ermittlungen einer filmischen Revision. Er rekonstruiert die rätselhaften Umstände des Falls akribisch genau, befragt Zeugen, Ermittler sowie Sachverständige und vor allem die Familien der beiden Opfer, für die sich bislang niemand interessiert hat. Das Ergebnis ist ein dichtes Netz aus Perspektiven – und ein beunruhigendes, erschreckend aktuelles Bild deutscher Wirklichkeit.

Verleihung 2011

Den diesjährigen Preis für den besten Dokumentarfilm aus Mittel- und Osteuropa, "Erinnerung und Zukunft" erhielt KONIEC LATA / DAS ENDE DES SOMMERS von Piotr Stasik (Polen 2010). Die Jury begründet ihre Wahl damit, dass der Dokumentarfilm Fragen der Identität, des Patriotismus, der Vergangenheit und Zukunft artikuliert. Themen, mit denen sich die junge Generation in einer post-kommunistischen Welt auseinandersetzen muss.
Zwei weitere Filme aus dem diesjährigen Wettbewerb um den Preis "Erinnerung und Zukunft" wurden ebenfalls geehrt: GORELOVKA (Georgien 2010) von Alexander Kviria ist der Gewinner des Preises des Auswärtigen Amts „für künstlerische Originalität, die kulturelle Vielfalt schafft“ (2.000 Euro). Lobende Erwähnung der Jury fand zudem der Dokumentarfilm KATKA (Tschechische Republik 2010) von Helena Třeštíková.

Verleihung 2010

Am 27. April 2010 wurde der Dokumentarfilmpreis zum dritten Mal verliehen. Gewinner ist der Film OJ MAMA / OY MAMA (Israel 2009) von den Regisseurinnen Noa Maiman und Orna Ben Dor, die die Geschichte einer polnischen Jüdin erzählen. Fira überlebte den Holocaust und lebt heute nach verschiedenen Stationen in Israel. Als Zeichen der Dankbarkeit für ihre eigene Rettung adoptiert sie ein kleines Mädchen, welches den Alltag im Altenheim auf den Kopf stellt. Die internationale Festivaljury lobte das zärtliche Porträt einer Überlebenden, die das Andenken an die Person, die sie vor dem Holocaust rettete, den nachkommenden Generationen übergibt.

Eine lobende Erwähnung der Jury erhielt der russische Dokumentarfilm GLUBINKA 35 x 45 von Evgeniy Solomin für seine künstlerische Beitrag über die russische Provinz, voll von farbenfreudigen Charakteren und humorvollen Details.

Verleihung 2009

Gewinner des Dokumentarfilmpreises "Erinnerung und Zukunft" 2009 ist der Film KOCHAM POLSKE / ICH LIEBE POLEN (Polen 2008) der beiden Regisseurinnen Maria Zmarz-Koczanowicz und Joanna Sławińska, die in ihrem Film nach Ansicht der Jury auf außergewöhnliche Weise die schmerzhaften sozialen Zustände in ihrem Land analysieren. Während des goEast Filmfestivals präsentierten die Regisseure ihre Filme persönlich im Kino, und es bestand bei abendlichen Filmgesprächen Gelegenheit zur ausführlichen Diskussion mit dem Publikum.

Verleihung 2008

Aus allen eingereichten Filmen wurden sechs Dokumentarfilme ausgewählt, die vom 9. bis 15. April 2008 während des Filmfestivals goEast in Wiesbaden gezeigt wurden. Den rumänischen Regisseur Thomas Ciulei wählte die Jury zum Gewinner des Filmpreises. Er erhielt 10.000 Euro für seinen Film "Die Blumenbrücke", eine nach Ansicht der Jury bewegende Dokumentation über eine Familie, die trotz schwieriger Umstände voller Liebe und Hoffnung ist. Der Film wurde außerdem im November 2008 mit dem arte-Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet.


 

Presse 2011

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