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Im Rahmen ihres menschenrechtlichen Engagements setzt die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (EVZ) einen Schwerpunkt auf den Schutz der Opfer von Menschenrechtsverletzungen in der Gegenwart. Menschenhandel als zeitgenössische Form von Sklaverei und Zwangsarbeit ist nicht mit dem System der Sklaven- und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus vergleichbar. Ihre Bekämpfung und die Verbesserung des Loses der Opfer sind jedoch aktuelle und globale Herausforderungen ersten Ranges.
Das Kooperationsprojekt des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMR) und der Stiftung EVZ zielt auf "Empowerment" der heute von Zwangsarbeit Betroffenen zur Wahrnehmung ihrer Rechte auf Lohn und Entschädigung.
Eine Studie des DIMR hat gezeigt, dass trotz rechtlicher Möglichkeiten in Deutschland derzeit nur wenige Betroffene eine Entschädigung erhalten oder Lohnansprüche gerichtlich durchsetzen können. Im Rahmen des Projektes soll eine finanzielle Unterstützung ausgewählter Fälle bei der Durchsetzung von Entschädigungs- und Lohnansprüchen und bei der Klärung grundsätzlicher Rechtsfragen im Vorfeld der Geltendmachung erfolgen.
Flankierende Maßnahmen wie Tagungen und Fortbildungen zielen auf die Verbesserung der Kompetenzen von relevanten Akteuren des Unterstützungssystems ab, etwa Beratungsstellen, Anwältinnen und Anwälten sowie Kontrollbehörden. Zielgruppenspezifische Handreichungen für diese und andere professionelle Unterstützer sowie eine Fallsammlung sind weitere geplante Ergebnisse des zunächst auf drei Jahre angelegten Projektes.
Durch begleitende Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit soll auch die Wahrnehmung für das Thema Lohn und Entschädigung auf der politischen Ebene erhöht werden.
Menschenhandel ist in Deutschland ein Phänomen mit einem großen Dunkelfeld. Die genaue Anzahl der Opfer ist nicht bekannt, zahlreiche Opfer kommen aus dem Ausland und werden in verschiedenen Bereichen in ausbeuterische Arbeitsverhältnisse gezwungen. Menschenhandel ist eine Menschenrechtsverletzung, die nicht allein im Zuge der Kriminalitätsbekämpfung Interesse finden darf. Die Opfer brauchen Unterstützung bei der Wahrnehmung von Entschädigungsansprüchen oder der Auszahlung der ihnen zustehenden Löhne.
Die von der Stiftung EVZ geförderte Studie geht der Frage nach, wie Opfer von Menschenhandel ihre Rechte gegenüber den Tätern durchsetzen können. Zugleich ist diese Ausgangspunkt für ein gemeinsames Projekt der Stiftung EVZ und des Deutschen Instituts für Menschenrechte.

Heike Rabe
Dt. Institut für Menschenrechte e. V.
Zimmerstr. 26/27
10969 Berlin
Tel.: +49 (30) 259 359-127
Fax: +49 (30) 259 359-59