in Zusammenarbeit mit dem Fritz Bauer Institut, Frankfurt am Main
Freitag, 20. und Samstag, 21. November 2009
KA EINS im Ökohaus
Kasselerstr. 1a
60486 Frankfurt am Main
Bildzeugnisse und Musik
Zeichnungen und Musik gehörten zum Alltag der NS-Verfolgten bei der Zwangsarbeit, in den Konzentrationslagern, den Ghettos und selbst in den Vernichtungslagern. Beide künstlerischen Ausdrucksformen stehen, unabhängig davon, ob es sich um Berufskünstler oder Amateure handelte für die Erhaltung kultureller Identität als elementare Ressource des Überlebens. Andererseits wurden Musik und Malerei und die künstlerischen Fähigkeiten der Opfer durch verordnete Auftragskunst, Geldfälscherei ebenso wie durch die von der SS installierten Lagerorchester, die beispielsweise den Ein- und Ausmarsch der Arbeitskommandos musikalisch begleiten mussten, für das Aufrechterhalten des totalitären Unterdrückungsapparates funktionalisiert.
Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung und Erforschung dieser künstlerisch-kulturellen Aspekte nationalsozialistischer Verfolgung und Unterdrückung insbesondere als Bestandteil der Konzentrationslager begann vereinzelt in den 80er Jahren und wird gegenwärtig zunehmend von interdisziplinären Forschungsprojekten in den Blick genommen. Darüber hinaus widmen sich mittlerweile eine Vielzahl von Projekten und Institutionen der Wiederentdeckung und Veröffentlichung von musikalischen Werken bzw. von Zeichnungen und Gemälden ermordeter Künstlerinnen und Künstler, wodurch ein umfangreicher Bestandteil der Kunst des 20. Jahrhunderts jahrzehnte später, dem Versuch der Auslöschung und Vernichtung entzogen wird.
Für die historische Bildung ergeben sich durch den Zugang über die Bildzeugnisse und die Musik auf grund der jüngsten Forschungsergebnisse neue Aspekte der Vermittlung über das Innenleben der Lager, die darauf verweisen, wie die Häftlinge und Verfolgten den Opferstatus durch individuelle und kollektive Selbstbehauptung zu durchbrechen suchten. Ebenso verdeutlichen sie die Mechanismen des totalitären nationalsozialistischen Unterdrückungsapparates und die Motivation der Täter.
Auch die Erschließung der künstlerischen Zeugnisse basiert in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit auf einer quellenkritischen Annäherung und Auseinandersetzung, wobei ein Zusammenwirken der didaktisch-methodischen Ansätze aus den Bereichen Geschichte, Kunst und Musik erforderlich ist. Mit dem 3. Seminar der Reihe bietet die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ ein Programm, das diesen interdisziplinären Austausch anregt und befördert und neu entwickelte Methoden zur Arbeit mit den Bildzeugnissen (Zeichnungen und Fotos) und der Musik der Verfolgten und Opfer des nationalsozialistischen Regimes vorstellt.
Veranstaltungsort
KA EINS im Ökohaus
Kasselerstr. 1a
60486 Frankfurt am Main
Anreise
Vom Hauptbahnhof mit den S-Bahn Linien S3 ( Bad Soden), S4 (Kornberg), S5 (Bad Homburg) und S6 (Friedberg) bis zum Westbahnhof (dritte Station nach dem Hauptbahnhof); die Kasselerstr. führt direkt am Bahnhof entlang, das Ökohaus liegt linker Hand.
Hotel für die auswärtigen Teilnehmer/innen
Hotel Falk
Falkstr. 38a
60487 Frankfurt am Main
Anmeldeschluss: 10. November 2009