Eine Zeitung gegen das Vergessen

Für die Jugendinitiative step21 recherchieren Nachwuchsjournalisten aus verschiedenen europäischen Ländern die historische Wahrheit hinter den Lücken und Falschmeldungen ihrer Lokalzeitungen aus der Zeit des Nationalsozialismus bzw. der deutschen Besatzung. Die deutschen Verbrechen der Jahre 1933 bis 1945 wurden in der gelenkten Presse verschwiegen oder manipuliert: Von Rendsburg bis Brno (Brünn), von Klagenfurt und Poznań (Posen) war die Presselandschaft voller "weißer Flecken" und hetzerischer Propaganda.

Die Jungredakteure aus Deutschland, Polen, der Tschechischen Republik und Österreich nehmen an Redaktionsworkshops teil, durchforsten Archive und spüren die letzen noch lebenden Zeitzeugen in ihrer Heimatregion auf, um eine Zeitung gegen das Vergessen zu erstellen. Unterstützt werden sie dabei von professionellen Journalisten und Historikern. Es entstehen persönliche Geschichten von Opfern des Nationalsozialismus, Geschichten, die bisher wenig Beachtung gefunden haben, da sie sich jenseits der großen Städte abgespielt haben.

Bereits drei Ausgaben von [WEISSE FLECKEN] haben die jungen Europäer mit Erinnerungen der letzten lebenden Zeitzeugen füllen können. In hoher Auflage gedruckt, können sie mit einem Lehrerbegleitheft auch in Klassensatzstärke bei step 21 angefordert werden (auch in polnischer und tschechischer Sprache). In einem gemeinsamen Leitartikel zur dritten Ausgabe der Zeitung mahnen die Nachwuchsredakteure: "Wir dürfen uns nicht damit zufrieden geben, dass die Menschenrechte auf dem Papier existieren, wir müssen für sie eintreten! Was uns heute selbstverständlich erscheint, ist hart erstritten worden. Kaum vorstellbar aber noch vor 20 Jahren wäre es nicht möglich gewesen, unsere vier Länder zu einem solchen Projekt zusammen zu bringen."

Die Stiftung EVZ unterstützt das Projekt seit dem Jahr 2005.

Feierliche Präsentation der 3. Zeitungsausgabe im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das europäische Zeitungsprojekt [WEISSE FLECKEN] im Gedenkjahr 2009 als Vorbild gewürdigt: "Mit spannenden Projekten regt step21 junge Menschen an, gegen Unrecht, Diskriminierung und Gewalt aufzustehen und für Wahrheit einzustehen."


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