Den Zahlungen der Stiftung EVZ und ihrer Partner an ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter ging ein Antragsverfahren voran. Rund 2,2 Millionen Menschen haben einen Antrag auf symbolische Entschädigung gestellt. Die Stiftung EVZ war im Einvernehmen mit ihren Partnern um ein unbürokratisches Verfahren bemüht. Anträge konnten bis zum 31. Dezember 2001 eingereicht werden.
Im Laufe des Verfahrens haben die Antragsteller ihre Schicksale mit unzähligen Dokumenten und Beschreibungen belegt. Die Antragsunterlagen wurden von den Partnerorganisationen zum Teil an nationale Archive übergeben und sind beschränkt zugänglich. Hier finden Sie eine Liste der Archive und der Bedingungen, unter denen die Dokumente einsehbar sind.
Deutschland
Die bei der International Organisation for Migration (IOM) entstandenen Akten über Entschädigungen von Zwangsarbeitern (Forced Labour) und über den Ausgleich von Vermögensschäden (Property Loss) werden im Bundesarchiv verwahrt. Die Benutzung richtet sich nach den Vorschriften des Gesetzes über die Sicherung und Nutzung von Archivgut des Bundes (Bundesarchivgesetz) vom 6. Januar 1988 (BGBl. I S. 62), zuletzt geändert durch § 13 Abs. 2 des Informationsfreiheitsgesetzes vom 5. September 2005 (BGBl. I S. 2722). Benutzungsanträge mit Angaben zum Thema und Zweck der Benutzung können an das Bundesarchiv gerichtet werden.
Bundesarchiv
Potsdamer Str. 1
56075 Koblenz
www.bundesarchiv.de
Russische Föderation
Die Unterlagen wurden dem Staatsarchiv übergeben und werden erst nach Abschluss der Bearbeitung durch das Staatsarchiv zugänglich sein.
Staatsarchiv der Russischen Föderation
ul. Bolschaja Pirogovskaja 17
119817 Moskau
Russland
www.garf.narod.ru
Belarus
Die Unterlagen werden in der Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ der Belarussischen Republik aufbewahrt.
Belarussische Republikanische Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“
vul.Ja. Kolasa 39a
220013 Minsk
Belarus
www.brfvp.com/de
Tschechien
Die Antragsunterlagen sind für Forschungszwecke beschränkt zugänglich. Sie werden im Tschechischen Nationalarchiv aufbewahrt. Interessierte Wissenschaftler benötigen eine Genehmigung des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.
Tschechisches Nationalarchiv
Archivní 4/2257
CZ 149 00 Praha 4 – Chodovec
Tschechien
www.mvcr.cz/archivy
Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds
Na Kazance 634/7
171 000 Praha 7 – Troja
www.fondbudoucnosti.cz
Ukraine
Auskunft über die Unterlagen erteilt das Zentrale Staatsarchiv. Institutionell eingebundene Wissenschaftler haben die Möglichkeit, die Unterlagen nach Anfrage einzusehen. Für die Recherche ist eine schriftliche Anfrage der Organisation notwendig, in deren Auftrag die Recherchen geschehen.
Zentrales Staatsarchiv der Ukraine
ul. Solomenskaja 24
03110 Kiew
Ukraine
www.archives.gov.ua/Archives/index.php?ca03
Polen
Die Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“ wurde mit der Erstellung einer Internetdatenbank beauftragt, die Informationen über Personenverluste und Opfer der nationalsozialistischen Repressionen enthält. Die Realisierung des Projektes erfolgt zwischen 2009 und 2011.
Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung
ul. Krucza 36
00-921 Warszawa
Polen
www.fpnp.pl/index_de.php