Förderprogramm

Migration und Erinnerungskultur

Die Gesellschaft in Deutschland steht vor vielfältigen Herausforderungen in einer Welt, die durch ein neues Ausmaß von Globalisierung und Migration geprägt ist. Ein- und Auswanderungsprozesse führen verstärkt zu wissenschaftlichen und pädagogischen Diskussionen über einen zeitgemäßen Umgang mit Geschichte.

Aus vielfältigen Zugehörigkeiten ergeben sich neue Perspektiven auf die Geschichte des Nationalsozialismus. Migrationsgeschichtliche, verflechtungshistorische und transnationale Zugänge gewinnen an Bedeutung. Es entstehen neue Bildungsangebote mit und für Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrungen, die transnationale Fragestellungen und vielfältige Geschichtsnarrative aufgreifen und damit die Erinnerungskultur in Deutschland erweitern. Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ unterstützt diese Prozesse durch die Förderung der Entwicklung von Bildungsmaterialien sowie die Aus- und Weiterbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zur Entwicklung innovativer, zielgruppenorientierter Angebote von Trägern der historisch-politischen Bildung.

 

 

Ausschreibung: Projekte zur Ausbildung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der historischen Bildung

Die Stiftung EVZ möchte Träger der historisch-politischen Bildung darin stärken, Zielgruppen, die bisher wenig Zugang zur Erinnerungskultur in Deutschland haben, im Sinne von Inklusion aktiv einzubeziehen und ihnen Teilhabe zu ermöglichen. Menschen mit Migrations- bzw. Fluchterfahrungen sollen gestärkt werden, sich gemeinsam mit Menschen, die hier geboren sind, im Bereich der historisch-politischen Bildung zu engagieren und ihre Perspektiven in die Erinnerungskultur insbesondere auf die Geschichte des Nationalsozialismus einzubringen. Dafür werden sie als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren inhaltlich und didaktisch qualifiziert, selbständig neue Workshop-Angebote zu entwickeln und mit Besuchsgruppen zu arbeiten.

 

Die Frist endete am 30.01.2017

Förderung Bildungsmaterialien

Bildungsmaterialien zur Verflechtungsgeschichte

Mit Erkenntnissen aus der Globalgeschichte und zur Verflechtungs- und Beziehungsgeschichte werden Bezüge zu unserer weltweit vernetzten Gegenwart sichtbar. Die Stiftung EVZ fördert die Erstellung von Bildungsmaterialien zur Verflechtung der Geschichte des Nationalsozialismus mit der Geschichte anderer Unrechts- und Gewalterfahrungen, die in der deutschen Erinnerungskultur bisher marginalisiert werden.

Ausgewählte Projekte

"Rassismen in Kolonialismus und Nationalsozialismus. Formen – Funktionen – Folgen. Verflechtungsgeschichtliches Bildungsmaterial, webbasiert."

Im März 2016 begann die Entwicklung eines praxisorientierten Materials in einer Kooperation der Universität Hamburg mit der Gedenkstätte Neuengamme und der Universität Augsburg. Das geplante Online-Bildungsportal befasst sich aus verflechtungsgeschichtlicher Perspektive mit Rassismen in Kolonialismus und Nationalsozialismus. Dabei verfolgt das Projekt zwei verschiedene Themenstränge. Zum einen fragt es exemplarisch nach Strukturen und Funktionen kolonialer Machtausübung sowie kolonialen Elementen der NS-Besatzungspolitik in Osteuropa. Zum anderen werden anhand von Biografien Verbindungen und Lebenswege von Akteuren aus ehemaligen Kolonien und ihren Nachkommen nachgezeichnet. Zudem befasst sich das Material auch mit Frage  der Aufarbeitung des deutschen Kolonialismus nach 1945, insbesondere inwiefern rassistisches Denken bis in die Gegenwart unsere Gesellschaft prägt. Ziele des Projektes sind die Formen, Funktionen und Folgen rassistischen Denkens und Handelns aufzuzeigen, gängige Narrative kritisch zu reflektieren, diverse Exklusionen niedrigschwellig zu veranschaulichen und handlungsrelevante Erkenntnisse für die historische Bildungsarbeit zu schaffen.

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„Bewegte Familiengeschichten – Die Suche nach einem neuen Zuhause in einer sich verändernden Welt" – ein Online-Bildungsmaterial

Anhand von Familienbiografien, die durch Flucht- und Migrationserfahrungen geprägt sind, wird in diesem Projekt die Verflechtung der deutschen und österreichischen Geschichte mit der Geschichte des arabisch-jüdischen Nahen Ostens in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Online-Bildungsmaterial erschlossen. Der Verein erinnern.at - Nationalsozialismus und Holocaust: Gedächtnis und Gegenwart setzt seit April 2016 das Projekt in Kooperation mit dem Anne Frank Zentrum (Berlin), PROSA - Projekt Schule für Alle (Wien) und dem Center for Humanistic Education (Lohamei HaGeta'ot in Israel) um. Das Material richtet sich an Jugendliche in der schulischen und außerschulischen Bildung und wird zum Jahresende 2018 online zur Verfügung stehen.

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Ansprechpartnerin

Annemarie Hühne

Team Lead / Teamleitung

huehne(at)stiftung-evz.de

Tel.: +49 (0)30 25 92 97-16

Fax: +49 (0)30 25 92 97-11

 

Agnieszka Pustola

Projektkoordination

pustola(at)stiftung-evz.de

Tel.: +49 (0)30 25 92 97-13

Fax: +49 (0)30 25 92 97-11

 

 

 

Übersicht der Projekte

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