Tagungsreihe

"Blickwinkel. Antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft"

Antisemitismus, Rassismus, Islamfeindlichkeit – Migrationsgesellschaft, Konkurrenzen, Bildungsstrategien: Diese Stichworte prägen zunehmend die gesellschaftliche, wissenschaftliche und pädagogische Auseinandersetzung mit Vorurteilen und mit ausgrenzenden Denk- und Deutungsmustern. Vielfach schwankt die Diskussion zwischen Eifer und Orientierungslosigkeit, zwischen eindeutigen Positionen und Differenziertheit.

 

Die Tagungsreihe „Blickwinkel. Antisemitismuskritisches Forum für Bildung und Wissenschaft“ beleuchtet zeitgemäße Analysen und Reflexionen, diskutiert innovative Bildungsansätze und setzt diskurskritische Akzente. Und bietet Raum zu Austausch und Vernetzung.


Von 2011-2016 tauschten an den bisherigen sieben Tagungen in Berlin, Frankfurt/Main, Köln, Nürnberg, Jena und Kassel jeweils etwa 130 PädagogInnen und WissenschaftlerInnen ihre Erkenntnisse und Erfahrungen aus. Alle Tagungsberichte und mehr stehen hier zur Verfügung.

 

2017 ist vom 19. – 20. Juni in Frankfurt/ Main die achte Blickwinkel Tagung mit dem Schwerpunkt „Populismus“ in Vorbereitung.

7. Tagung - Kassel 2016: "Kommunikation: Latenzen - Projektionen - Handlungsfelder"

 

Die Ablehnung des Antisemitismus ist Staatsraison der Bundesrepublik Deutschland. Auch deshalb werden antisemitische Ressentiments und Vorurteile selten offen geäußert. Das heißt allerdings nicht, dass der Antisemitismus überwunden ist – weder in medialen, politischen und pädagogischen noch in privaten Diskursen. Vielmehr artikuliert sich Antisemitismus heute häufig in einer Form, die in der Forschung mit dem Konzept der „Kommunikationslatenz“ beschrieben wird. „Gerüchte über Juden“ erscheinen als vorhandene, aber sozial unerwünschte Einstellungen und Meinungen, die in der Gesellschaft kommuniziert werden.

 

Dabei wird die Kommunikation im Netz, in Internetforen und im Social Web immer wichtiger. Im Jahr 2014 war laut jugendschutz.net vor dem Hintergrund der gewaltsamen Auseinandersetzungen im Nahen Osten eine Zunahme antisemitischer Posts in Sozialen Netzwerken festzustellen. Die Neuen Medien fordern von der Bildungsarbeit gegen Antisemitismus Strategien: Die Kommunikation erfolgt schneller und häufig anonym, der Ton ist oft besonders aggressiv, verletzend und manchmal sogar bedrohlich.

 

Vor diesem Hintergrund wurden im Austausch von Wissenschaft und Praxis verschiedene Fragen diskutiert: Wie äußert sich Antisemitismus in der Alltagskommunikation, in der Gesellschaft und in der Bildung? Wie können Wissenschaftler*innen und Pädagog*innen mit Kommunikationslatenz umgehen? Wie hat sich die Artikulation antisemitischer Stereotype und Weltbilder im digitalen Zeitalter verändert – und was kann man dagegen tun?

 

Die siebte Blickwinkel-Tagung widmete sich der Frage, wie Antisemitismus heute kommuniziert wird und setzte sich dabei auch mit dem Potential der „alten“ und „neuen“ Medien in der antisemitismuskritischen Bildungsarbeit auseinander.

 

Das Programm

Tagunsgbericht

6. Tagung – Kassel 2015: „Religion: Diskurse – Reflexionen – Bildungsansätze“

 

In jüngsten Debatten zu Antisemitismus wird immer wieder die besondere „Anfälligkeit“ von jungen Muslim_innen diskutiert. Und die Pädagogik wird aufgefordert, aktiv zu werden, oder die Wissenschaft, Erklärungen zu geben. Hat Antisemitismus etwas mit Religion bzw. mit Religionszugehörigkeit zu tun?
Die lange Tradition des Antijudaismus sowie der Antisemitismus im Christentum und die aktuellen Formen eines islamistischen Antisemitismus in Europa werfen Fragen nach diesem Zusammenhang auf. Zugleich werden populistische und ausgrenzende Positionen gegenüber Muslim_ innen verstärkt mit angeblichen religiösen Prägungen verknüpft, wenn etwa über ein vermeintlich „christlich-jüdisches Abendland“ gesprochen wird.
Vor diesem Hintergrund luden wir am 8. und 9. Juni 2015 zu einem Austausch von Wissenschaft und Praxis ein: Welche Vorstellungen über Religion und Zugehörigkeit sind mit solchen Positionen verbunden? Welche Zuschreibungen, Projektionen und Differenzkategorien werden dabei transportiert?


Einladung und Programm

Tagungsbericht

Pressemitteilung zur 6. "Blickwinkel"-Tagung

 

Informationen

Frau Ricarda Wawra
Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt/M.
Rwawra(at)bs-anne-frank.de
Tel.: 069 / 5 60 00-235

5. Tagung - Jena 2014: „Antisemitismus und Rassismus: Verflechtungen?“

 

Das Verhältnis von Antisemitismus und Rassismus wird in Wissenschaft, Bildung und Gesellschaft kontrovers diskutiert: Ist Antisemitismus eine Form von Rassismus? Kann Rassismus als Abwertung von „denen da unten“ betrachtet werden und Antisemitismus als Aufruhr gegen diejenigen, die vermeintlich „da oben“ stehen? Sind Antisemitismus und Rassismus verschiedene Phänomene oder miteinander verflochten?


Download des Programm-Flyers  

Eröffnung von Dr. Ralf Possekel, Programmbereichsleiter der Stiftung EVZ

Tagungsbericht von Christa Kaletsch

Pressemitteilung zur 5. "Blickwinkel"-Tagung

 

Informationen:

Frau Ricarda Wawra
Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt/M.
RWawra(at)bs-anne-frank.de
Tel.: 069 / 5 60 00-235

4. Tagung - Nürnberg 2013: "Kontext Nahostkonflikt"

 

Inhalt

Kaum ein Konflikt wird in Deutschland so häufig, intensiv und emotional diskutiert wie der Nahostkonflikt. Es mischen sich vielfältige Motive und Perspektiven: Anerkennungskämpfe, konkurrierende Narrationen, postkoloniale Diskurse, Fragen nach Identitäten, Beziehungen von Mehr- und Minderheiten, ebenso wie Schuldabwehr, Zuschreibungen und Projektionen.
 

"Kontext Nahostkonflikt" - 9.-10. September 2013

Die vierte Tagung der Reihe „Blickwinkel. Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft“ befragt das Verhältnis von Antisemitismus und Nahostkonflikt in Deutschland im Spiegel von Wissenschaft und Bildungspraxis. Sie will Anstöße geben für einen qualifizierten Umgang mit Inhalten und mit Mustern von Kommunikation.

 

Veranstaltungsort: Caritas Pirckheimer Haus, Königstr. 64, 90402 Nürnberg

 

Veranstalter: Fritz Bauer Institut für Geschichte und Wirkung des Holocaust (Frankfurt/M.), Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus e.V. (KIgA e.V., Berlin), Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (Berlin) und Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin


Download des Programm-Flyers „Kontext Nahostkonflikt“ als PDF
Eröffnung von Dr. Martin Salm, Vorstandsvorsitzender der Stiftung EVZ (PDF)
Tagungsbericht (PDF) von Hanne Thoma

3. Tagung - Köln 2012: „Bildungszugang Gender“

 

Inhalt

Der Ruf nach Gendersensibilität ist heute überall zu hören. Gleichzeitig aber wird der Zusammenhang von ausgrenzenden Denk- und Deutungsmustern und Genderbezügen bislang kaum systematisch erforscht und reflektiert – so auch die Beziehung zwischen Antisemitismus und Geschlecht(erverhältnis).

 

"Bildungszugang Gender" - 29.-30. Oktober 2012

Die Tagung „Bildungszugang Gender“ möchte an der Schnittstelle von Wissenschaft und pädagogischer Praxis die Rolle von Gender in der Auseinandersetzung mit Antisemitismus diskutieren: Sind im Antisemitismus wie auch im Sprechen darüber Dimensionen von Gender enthalten? Ist es sinnvoll, Antisemitismus anhand von Gender kritisch zu bearbeiten? Wie wirken in der Migrationsgesellschaft unterschiedliche Macht- und Diskriminierungsverhältnisse zusammen und was bedeutet das wiederum für gesellschaftliche und präventiv-pädagogische Strategien und Konzepte? Nachdem die erste Tagung der Blickwinkel-Reihe den „Bildungsraum Lebenswelt“ fokussierte und die zweite sich mit dem „Bildungsansatz Alltagskultur“ beschäftigte, hoffen wir für die Diskussion des Bildungszugangs Gender auf einen weiterhin spannenden und lebendigen Austausch.

Veranstalter: Fritz Bauer Institut für Geschichte und Wirkung des Holocaust (Frankfurt/M.), Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus e.V. (KIgA e.V., Berlin), Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (Berlin) und Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin


Download des Programm-Flyers „Bildungszugang Gender“ als PDF
Eröffnung von Dr. Martin Salm, Vorstandsvorsitzender der Stiftung EVZ (PDF)
Tagungsbericht (PDF) von Ariane Dettloff
Tagungsbericht (PDF) von Hanne Thoma

2. Tagung - Frankfurt 2012: "Bildungsansatz Alltagskultur"

 

Inhalt:

Nachdem im vergangenen Jahr in Berlin "Bildungsraum Lebenswelt" der Fokus der Tagung war, steht jetzt die Frage nach alltagskulturellen Aspekten im Mittelpunkt. Im engen Austausch von Wissenschaft und Bildungspraxis sollen Schnittstellen von Alltagskulturen und Antisemitismus analysiert und die Potenziale präventiv-pädagogischer Konzepte diskutiert werden.

 

Antisemitismus, Rassismus, Islamfeindlichkeit – Migrationsgesellschaft, Konkurrenzen, Bildungsstrategien: Diese Stichworte prägen zunehmend die gesellschaftliche, wissenschaftliche und pädagogische Auseinandersetzung mit Vorurteilen und mit ausgrenzenden Denk- und Deutungsmustern. Vielfach schwankt die Diskussion zwischen Eifer und Orientierungslosigkeit, zwischen eindeutigen Positionen und Differenziertheit.

 

"Bildungsansatz Alltagskultur" - 3.-4. Mai 2012

Antisemitismus ist kein Randgruppen- oder Minderheitenphänomen, sondern funktioniert herkunfts- und schichtenübergreifend. Gleichzeitig bringt die Migrationsgesellschaft mit ihren vielfältigen Identitäts- und Geschichtsbezügen neue Spannungsfelder mit sich. Soweit herrscht Einigkeit – in der Wissenschaft wie in der Bildungspraxis. Wie sich diese Spannungsfelder jedoch konkret gestalten und wo und wie Pädagogik sinnvoll ansetzen kann, wird kontrovers diskutiert. Nachdem die erste Tagung dieser Reihe den „Bildungsraum Lebenswelt“ im Fokus hatte, steht jetzt die Frage nach alltagskulturellen Aspekten im Mittelpunkt. Im engen Austausch von Wissenschaft und Bildungspraxis werden wir Schnittstellen von Alltagskulturen und Antisemitismus analysieren und die Potenziale präventiv-pädagogischer Konzepte diskutieren: Was bedeutet Alltagskultur in der Migrationsgesellschaft? Ist Antisemitismus ein prägender Bestandteil? Welche Rolle spielen dabei Medien, Sport, Musik, Geschichtsbezüge und Erinnerungskulturen? Und wie können pädagogische Zugänge aussehen, die unterschiedliche Lebensrealitäten wahr- und ernstnehmen? Dazu laden wir Sie herzlich ein.

 

Die Tagung "Bildungsansatz Alltagskultur" ist damit der zweite Teil der Reihe "Blickwinkel. Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft". 

Veranstalter: Fritz Bauer Institut für Geschichte und Wirkung des Holocaust (Frankfurt/M.), Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus e.V. (KIgA e.V., Berlin), Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (Berlin) und Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin


Download des Programm-Flyers „Bildungsansatz Alltagskultur“ als PDF
Eröffnung von Dr. Martin Salm, Vorstandsvorsitzender der Stiftung EVZ (PDF)
Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus e.V. (KIgA) Newsletter April 2012
Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus e.V. (KIgA) Newsletter Juli 2012
Der Tagungsbericht (PDF): deutsch / englisch von Hanne Thoma

1. Tagung - Berlin 2011: "Bildungsraum Lebenswelt"

 

Inhalt:

Die erste Tagung aus der Reihe "Blickwinkel. Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft" fand am 26. und 27. Oktober 2011 in Berlin statt. Der Titel der Tagung lautet "Bildungsraum - Lebenswelt".

"Bildungsraum Lebenswelt" - 26.-27. Oktober 2011

Antisemitismus als gesellschaftliches Phänomen wird in der Wissenschaft, der Migrationsforschung und der Bildungspraxis intensiv diskutiert. Klar ist: Antisemitismus ist kein spezifisches Problem ausgewählter Gruppen. Stereotypisierende und diskriminierende Deutungsmuster können weder sinnvoll analysiert noch wirkungsvoll dekonstruiert werden, ohne gesellschaftliche Zusammenhänge in den Blick zu nehmen. Dazu gehört auch die Anerkennung realer Ausgrenzungen genauso wie die Auseinandersetzung mit alltäglichen Lebenswelten und sozialen Räumen. Wir laden WissenschaftlerInnen und PädagogInnen zur Diskussion über diese Herausforderungen für präventiv-pädagogische Konzepte und Strategien gegen Antisemitismus ein: In welchem Verhältnis stehen Lebenswelt, Sozialraum und Einstellungsmuster? Wie können, wie müssen Sozialräume oder Lebenswelten in pädagogische Projektkonzepte und Prozesse zur Antisemitismusprävention sinnvoll und erfolgreich einbezogen werden? Wir freuen uns auf Ihre Erfahrungen, Ihre Blickwinkel und Ihr Interesse.

 

Veranstalter: Fritz Bauer Institut für Geschichte und Wirkung des Holocaust (Frankfurt/M.), Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus e.V. (KIgA e.V., Berlin), Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (Berlin) und Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin


Download des Programm-Flyers „Bildungsraum Lebenswelt“ als PDF

Eröffnung von Dr. Martin Salm, Vorstandsvorsitzender der Stiftung EVZ (PDF) englisch, russisch

Eröffnungsvortrag „Gegenmittel. Bildungsstrategien gegen Antisemitismus“ von Prof. Monique Eckmann

Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus e.V. (KIgA) Newsletter Oktober 2011

Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus e.V. (KIgA) Newsletter Dezember 2011

Tagungsbericht in DISS-Journal 23 (2012)