Förderprogramm

Treffpunkt Dialog

Förderprogramm zur gesellschaftlichen Anerkennung von NS-Opfern in Osteuropa

Das Programm TREFFPUNKT DIALOG richtet sich an belarussische, russische und ukrainische Organisationen, die sich für die Verbesserung der Lebenssituation älterer Menschen in ihren Ländern engagieren. Die Stiftung EVZ will die Überlebenden der NS-Verfolgung nicht allein als hilfsbedürftige Menschen ansprechen. Ziel der Förderung ist es vielmehr, zur Würdigung der Lebensleistung und gesellschaftlichen Anerkennung von NS-Opfern beizutragen. Das jährlich mit 1,2 Millionen Euro unterstützte Programm soll auch dazu anregen, die Potenziale einheimischer Sozialsysteme zu nutzen und nachhaltige Strukturen für NS-Opfer vor Ort aufzubauen.

Ausgewählte Projekte

Mehr Lebensqualität für ehemalige Verfolgte des Naziregimes und Überlebende der Leningrader Blockade in Pskow

Das Projekt des „Zentrums für nachhaltige Entwicklung“ wird in Zusammenarbeit mit dem örtlichen NS-Opferverband umgesetzt. Der Träger hat sich zum Ziel gesetzt, die gesellschaftliche Isolation von Menschen, die unter der NS-Herrschaft gelitten haben, zu lindern. Weitere Informationen über das Projekt finden Sie hier

Universität des Goldenen Alters in Grodno (Belarus)

Das Projekt der NGO "Dritter Sektor" findet in Grodno statt. In der "Universität des Goldenen Alters" und der "Schule der guten Taten" werden Menschen verschiedener Generationen gemeinsam aktiv im Unterricht und bei geselligen Treffen. Ehrenamtliche besuchen regelmäßig etwa 20 wenig oder nicht mobile alte Leute und helfen diesen im Alltag. Die Ehrenamtlichen werden geschult und begleitet.
Weitere Informationen auf der Webseite des Projektträgers

Psychosoziale Unterstützung für Überlebende und ihre Familien in Minsk (Belarus)

Die NGO "Most" ("Brücke") bietet ehrenamtliche psychosoziale Unterstützung für wenig und nicht mobile NS-Überlebende an. Deren Angehörigen wird psychologische Beratung und Unterstützung im Alltag angeboten. Der Träger organisiert Schulungen für Ehrenamtliche und gibt Informations-Broschüren zu Hauspflege heraus. 30 alte Leute werden mindestens zweimal monatlich zuhause besucht. weitere Projektinformationen

Praktische Unterstützung und Teilhabe für NS-Überlebende in Luzk (Ukraine)

Generationendialog und Erinnerung an die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges gehören ebenso zum Projekt des Luzker NS-Opferverbandes wie Angebote zur Entfaltung künstlerischer Fähigkeiten oder Kurse für das körperliche Wohlbefinden, die psychoemotionale und intellektuelle Bildung der Vereinsmitglieder. Diejenigen, die das Haus nicht mehr so einfach verlassen können, werden über Besuche einbezogen. Familienangehörige von NS-Überlebenden können an Pflege-Schulungen teilnehmen. weitere Projektinformationen

Treffpunkte und Unterstützung für NS-Überlebende auf dem Land (Ukraine)

Ehemals durch die Nationalsozialisten Verfolgte in Dörfern der Region Lubny im Gebiet Poltawa erhalten praktische und regelmäßige Unterstützung und psychische Stärkung. Ehrenamtliche helfen wenig mobilen alten Leuten in Haus und Garten. Angehörige bekommen Unterstützung und Schulungen. Die Ehrenamtlichen und die NS-Überlebenden machen außerdem kleine Ausflüge und treffen sich in entspannter Atmosphäre. weitere Projektinformationen

Zielgruppe

Die Zielgruppe des Förderprogramms sind Menschen, die unter dem Nationalsozialismus gelitten haben, wie zum Beispiel ehemalige KZ- und Ghettohäftlinge, ehemalige NS-Zwangsarbeiter, sowjetische Kriegsgefangene und andere. Begrüßt wird auch die Teilnahme von anderen alten und jüngeren Menschen, die zu gemeinsamen Aktivitäten eingeladen oder als Freiwillige in die Projekte einbezogen werden. Gefördert werden Organisationen in Belarus, der Ukraine und der Russischen Föderation.

 

Koordination durch Programmträger vor Ort

Die Stiftung EVZ hat das Management der Förderprogramme an drei Organisationen in Belarus, der Ukraine und der Russischen Föderation übertragen. Diese Programmträger sind verantwortlich für die Bekanntmachung und Administration des Programms sowie für die Begleitung und Vernetzung der geförderten Projekte. Antragsteller, die sich um eine Förderung bewerben möchten, wenden sich bitte an die Programmträger in den jeweiligen Ländern (s. rechte Spalte). Auf der programmübergreifenden Webseite www.mestovstrechi.info finden Sie alle Informationen zum Programm, zur Ausschreibung und zu den geförderten Projekten.

Förderung seit 2009

Seit 2009 wurden im Rahmen des Förderprogramms "Treffpunkt Dialog" 386 Projekte mit insgesamt gut 10 Millionen Euro bewilligt, davon 100 Projekte in Russland, 122 in Belarus und 160 in der Ukraine. Die Aktivitäten der geförderten Projekte umfassen beispielsweise Gesprächskreise, Hobbygruppen, Generationentheater, gemeinsame Ausflüge und andere Angebote zur Unterstützung oder Aktivierung der älteren Menschen. Die Stiftung EVZ finanziert in der Regel Personal- und Sachkosten für Laufzeiten von ein bis zwei Jahren.

Informationen über laufende  Ausschreibungen finden Sie auf den Webseiten der Programmträger sowie auf der Programmwebseite www.mestovstrechi.info. Auch im Rahmen der beiden anderen humanitären Förderprogramme „Partnerschaften für Opfer des Nationalsozialismus“ und „Spenden für NS-Opfer“ fördert die Stiftung EVZ das Engagement zivilgesellschaftlicher Träger für die Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung.

Aktivitäten der Programmbegleitung

Neben der Förderung modellhafter Einzelprojekte investiert die Stiftung EVZ auch in umfangreiche begleitende Aktivitäten, um das Programm in den Ländern zu verankern und die Zielgruppe nachhaltiger zu unterstützen. Ein wissenschaftliches Begleitprojekt ging von 2008 bis 2012 der Frage nach, inwiefern die Teilnahme an generationenübergreifenden Projekten sich positiv auf die psychische und physische Gesundheit der hochbetagten Projektteilnehmer auswirkt. Die Programmträger  werden bei der Umsetzung des Programms und der Vernetzung der Projekte durch ein internationales Beraterteam unterstützt. Experten der nationalen Jurys beraten den Vorstand bei der Auswahl der Projekte. In der Ukraine macht ein ehrenamtlicher Programmbeirat Vorschläge, auf welche Weise die Programmziele stärker in der Sozialpolitik der Gesellschaft verankert werden können. Die mehrsprachige Internetseite www.mestovstrechi.info informiert länderübergreifend über Projekte und begleitende Aktivitäten.

Übersicht der Projekte seit 2010

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Ulrike Vasel
Projektkoordination
Treffpunkt Dialog
vasel(at)stiftung-evz.de
Tel.:+49 (0)30 25 92 97-21
Fax: +49 (0)30 25 92 97-11

Sigrun Döring
Projektbearbeitung
Treffpunkt Dialog
doering(at)stiftung-evz.de
Tel.:+49 (0)30 25 92 97-53
Fax: +49 (0)30 25 92 97-11