Bildung mit Zeitzeugnissen

Überlebende Opfer des Nationalsozialismus haben von ihren Erlebnissen eindrucksvolle Zeugnisse abgelegt. Während der Zeit ihrer Verfolgung, aber auch nach 1945 entstanden Bilder, Zeichnungen, Gedichte und Lieder, Tagebücher, Briefe und andere literarische Verarbeitungen und auch audiovisuelle Erlebnisberichte. Die Stiftung EVZ sucht nach Wegen, diese Zeugnisse für die historische Bildung nutzbar zu machen.

Theaterprojekte mit Zeugnissen von Opfern des Nationalsozialismus

Was bleibt, wenn die Zeuginnen und Zeugen der nationalsozialistischen Verbrechen gestorben sein werden? Es bleiben ihre Zeugnisse: Interviews, Fotos, Tagebücher, Autobiografien, Gedichte, Kompositionen und Zeichnungen. Diese Hinterlassenschaften konfrontieren uns mit den persönlichen Erlebnissen, Geschichten und Erfahrungen der Überlebenden. Die Stiftung EVZ unterstützt die Entwicklung innovativer Formate, die diese biografischen Erzählungen in der Erinnerungskultur lebendig halten.
Die Stiftung EVZ ermutigt Theater- und Tanzschaffende, Ideen für die künstlerische Aneignung von Zeitzeugnissen einzureichen, die geeignet sind, ritualisiertes Gedenken zu überwinden.

Eine neue Ausschreibung für 2018 wird an dieser Stelle am 1. November 2017 veröffentlicht. Bewerbungsschluss: 1. Mai 2018.

Ausgewählte Projekte

ANSICHTS-KARTEN VON GESTERN NACH MORGEN. Theaterperformance der Berliner spreeagenten e.V. mit Zeitzeugen-Interviews

8 Schüler der Ernst-Haeckel-Oberschule Berlin Hellersdorf wählen sich je ein Videointerview mit einem NS-Überlebenden aus und stellen ihre persönlichen Lesarten dazu künstlerisch vor. Es entstehen Tableaus und szenische Miniaturen, in denen sich Performance, Video und Text miteinander verbinden. mehr

„Verschleppt jung ohne ich“ – eine Theaterperformance am Ort des ehemaligen KZ-Außenlagers Ravensbrück in Eberswalde

Die Eisenspalterei war ein Außenlager des KZ Ravensbrück. 800 Frauen aus Polen, Italien und anderen Ländern wurden hier im Nationalsozialismus gedemütigt und ausgebeutet. Unter theaterpädagogischer Anleitung untersuchen deutsche und polnische Jugendliche den historischen Ort und ziehen Überlebensberichte ehemaliger polnischer Zwangsarbeiterinnen heran. mehr

Das Schutzengelhaus. Ein dokumentarisches Theaterstück zum Thema ‚Kinder-Euthanasie‘ über die Kinderfachabteilung in Waldniel-Hostert

Schülerinnen und Schüler der Europaschule in Schwalmtal erarbeiten eine Szenencollage zum Thema Kindereuthanasie in der NS-Zeit. Grundlage der Theaterarbeit sind historische Quellen, wie Briefe von Angehörigen der Kinder, Zeugenaussagen oder Berichte des verantwortlichen Personals. In einem zweiten Projekt setzen sich Schülerinnen und Schüler des Maria-Lenssen-Berufskollegs mit dem Thema auseinander und entwickeln hierzu eine szenische Präsentation.

Im Lager hat man auch mich zum Verbrecher gemacht. - Margarete Ries: Vom 'asozialen' Häftling in Ravensbrück zum Kapo in Auschwitz

Auf der Grundlage von Verhörprotokollen und Zeugenaussagen aus einem Entnazifizierungsverfahren 1948/49 hat die bremer shakespeare company gemeinsam mit der Universität Bremen ein dokumentarisches Theaterstück aufgeführt. Erzählt wird die Geschichte von Margarete Ries, die als „Asoziale“ in Ravensbrück inhaftiert war und später als Funktionshäftling in Auschwitz jüdische Häftlinge bewachte.

Die drei Bände der Publikationsreihe „Bildungsarbeit mit Zeugnissen“ sind online!

Die Publikationen dokumentieren die Ergebnisse der stiftungseigenen Seminarreihe „Entdecken und Verstehen. Bildungsarbeit mit Zeugnissen von Opfern des Nationalsozialismus“. Im Rahmen von bundesweiten Seminaren und internationalen Workshops lädt die Stiftung seit 2009 Wissenschaftler und Bildungsreferenten, Gedenkstättenmitarbeiter, Lehrkräfte und andere Fachexperten ein, sich zu Fragen des Umgangs mit den Zeugnissen auszutauschen. Ziel der Stiftung ist es, qualifizierte Wege aufzuzeigen, wie die Zeugnisse in die schulische und außerschulische Bildungsarbeit einbezogen werden können.

Die gedruckten Ausgaben können im Buchhandel (auch online) bestellt werden.

Band 1: Zeugnisformen. Berichte, Künstlerische Werke, Erzählungen von NS-Verfolgten

Opfer des Nationalsozialismus haben in vielfältigen Formen eindrucksvoll Zeugnis abgelegt: Erinnerungsberichte, literarische, musikalische und bildnerische Verarbeitungen, Videointerviews und nicht zuletzt die Zeugenaussagen vor Gericht. Der Sammelband gibt darüber einen umfassenden Überblick und stellt pädagogische Konzepte für die historisch-politische Bildungsarbeit vor.

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Band 2: From Testimony to Story. Video Interviews about Nazi Crimes. Perspectives and Experiences in Four Countries

Der englischsprachige Sammelband thematisiert Bildungskonzepte mit videographierten Interviews mit Überlebenden des Nationalsozialismus in einer internationalen Perspektive. Experten aus Israel, Polen, der Tschechischen Republik und Deutschland präsentieren verschiedene Sammlungen von NS-Zeitzeugeninterviews und diskutieren pädagogische Zugänge zu diesen digitalen Zeugnissen.

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Band 3: Preserving Survivors´Memories - Digital Testimony Collections about Nazi Persecution: History, Education and Media

Auch der dritte Band der Reihe ist englischsprachig und setzt sich mit der Bewahrung von Zeitzeugenberichten des Nationalsozialismus und ihrer Verankerung in der Erinnerungskultur des 21. Jahrhunderts. In dieser Übergangsphase mit der zeitgleich ein Wandel in der Informations- und Kommunikationstechnologie einhergeht, werden hohe Anforderungen an die Erfassung von Zeitzeugeninterviews gestellt. Der Band nimmt die aktuelle Debatte über die technischen Möglichkeiten diese Interviews von Zeitzeugen zu erhalten in den Fokus.

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